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Vollständige Version anzeigen : Knieper essen


blue
13.05.2006, 12:11
Hat schon mal jemand echte Helgoländer Knieper gegesessen ?
Es soll ja so eine Sache sein ???

http://www.kuestenforum.de/bilder/h7.jpg

Seerobbe
13.05.2006, 14:44
@blue,

wat is dat denn????Is das oder die noch am leben????Sieht ja ziemlich na ja aus....Hast du das schon mal gegessen und wie schmeckt so was....????

Gruß
Seerobbe

Plotsch
13.05.2006, 14:55
Alles was man noch nicht kennt:( kann noch kennen gelernt werden.:D

Damit gibt sich derjenige die Chance bei nächster Gelegenheit mitzureden.

:) und Mitreden wollen wir doch alle. :) oder???;)

Gruß vom Plotsch

www.Plotsch.imagelooop.de/

blue
13.05.2006, 14:57
@blue,

wat is dat denn????Is das oder die noch am leben????Sieht ja ziemlich na ja aus....Hast du das schon mal gegessen und wie schmeckt so was....????

Gruß
Seerobbe

Sagen wir mal, mein Ding war es nicht ;-)

Seerobbe
13.05.2006, 16:52
@Plotsch,

dann klär mich bitte mal auf, ich kann mir nämlich unter dem Begriff "Knieper" rein gar nix vorstellen, außer das was ich auf dem Bild gesehen habe....Um was genau geht es da bitte????

Gruß
Seerobbe

helgolandfan
13.05.2006, 21:53
@Seerobbe

Als Knieper bezeichnet man die Scheren vom Taschenkrebs. Gefangen werden die Taschenkrebse rund um Helgoland. Nach dem Fang werden den Krebsen die Scheren entfernt und dann wieder freigelassen.
Aber keine Sorge: Die Scheren wachsen nach !

Gegessen werden die gekochten Scheren (das daraus ausgelöste Fleisch narürlich) mit verschiedenen Soßen und Toast. Oder auch als Salat mit Majo - lecker !!

Findus
13.05.2006, 22:51
Stimmt das wirklich, dass den Krebsen die Scheren bei lebendigem Leib abgemacht werden? :p Das kann ich mir gar nicht so vorstellen. Na ja - immer noch besser als das, was mit Hmmern getan wird. (Und die schmecken mir auch!)

blue
13.05.2006, 23:12
Streit um das Töten der Helgoländer Knieper
Das Umweltministerium drängt auf Änderung einer Jahrhunderte alten Fangmethode. Droht diesem Helgoländer Fischereizweig das Aus...

Als Insulaner Richard D. im Frühjahr auf hoher See vor der Kamera des NDR-Fernsehens demonstrierte, wie Helgoländer Fischer seit jeher den begehrten Taschenkrebs Knieper fangen und töten, ahnte er nicht, welche Lawine er lostreten würde. D. schlug den Panzer des Kniepers gezielt in Hirnhöhe auf eine Metallkante, worauf nach aller Erfahrung der sofortige Tod des Tieres eintritt. Dann drehte er die mit köstlichem Fleisch gefüllten Scheren ab, der Rest des Tierkörpers dient als Köder für den Fischfang.

http://www.abendblatt.de/daten/2002/11/30/98964.html

Seerobbe
14.05.2006, 08:12
Oh mann das ist ja wirklich brutal....Die armen Taschenkrebse....Reicht es nicht das man den armen Tieren die Scheen abscheidet muß man sie dann auch noch töten????So viele von denen gibt es doch bestimmt nicht das man das so ohne weiteres jeden Tag machen kann....Also alleine dieses brutale Töten ist für mich ein Grund dieses Fleisch icht zu essen.

Gruß
Seerobbe

blue
14.05.2006, 08:37
Naja, die würden ohne Scheren wahrscheinlich eh nicht alt werden ;-(

Seerobbe
14.05.2006, 08:48
@blue,

das mag ja sein, aber so ein sinnloses brutales Töten von einzigartigen Tieren ist ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei oder???Das finde ich genauso brutal wie das abkochen von Hummer....nur damit wir Menschen eine weitere Delikatesse vor uns auf dem Tisch stehen haben.Und dafür zahlen dann die Leute noch einen heiden Geld.....Nee also ich kann dem nix abgewinnen. Ist für mich einfach nur ein weiteres ausschlachten von sehr raren Ressourcen die es eigentlich zu schützen und zu bewahren gilt....
Gruß
Seerobbe

knieper
14.05.2006, 11:30
Trotz meines Nicks, den ich schon im alten Forum verwendet habe,
hatte ich mir ehrlicherweise bisher keine Gedanken um das Entfernen der Scheren / Schlachten / Töten / ... gemacht.

Habe im Netz aber nachgeschaut und das Ergebnis der wissenschaftlichen
Untersuchung entdeckt, auf die blue mit dem Abendblatt-Artikel bereits hinwies:

Kiel wird im Streit um die Tötungsart des Taschenkrebses eine Gesetzesänderung beantragen. (http://www.abendblatt.de/daten/2003/02/21/126433.html)
HH Abendblatt vom 21. Feb 2003.

Und für alle, die kein schlechtes Gewissen beim Verzehr von Fisch und Fleisch
haben: zum Probieren empfehle ich die sehr leckeren Knieper-Brötchen
(bekommt man z.B. an den Hummerbuden). So muß man sich nicht gleich das Risiko eingehen,
nen Tisch fürs "große" Knieper-Essen zu reservieren.

Alfred
20.05.2006, 11:43
Mir haben die helgoländer fischer erzählt dass sich die taschenkrebse sehr stark vermehrt habenund sie beim fangen nur eine schere entfernen.
Außerdem würden sie bei revierkämpfen öfters mal eine schere verlieren.
Das sei bei den tieren in etwa so als würden wir die haare schneiden.
O-Ton helgoländer fischer

Bienenvater
20.05.2006, 14:38
Würde bei uns während einer Hafenrundfahrt der Schiffer solche Döntjes erzählen, käme von aufmerksamen Zuhörern sogleich der Zuruf: "Enn, twee, dree, he lücht - und das hat mit Licht anknipsen nun wirklich nichts zu tun.

Der Helgoländer Fischer, der bei einem Fang auf den halben Profit verzichtet, der muß noch erst geboren werden.

Meint Bienenvater

Boomer
20.05.2006, 15:29
Hi Leute,
also probieren ja, aber bitte das ausweiden muß jemand anderes machen. Gruselig...;)

Trotzdem jedem das seine!

Gruß
Boomer

Klaus Heidel
21.05.2006, 11:38
Hallo liebe Forumsleser.
Also zu diesem Thema könnte man wahrscheinlich einen eigenen Thread öffnen, aber besser nicht.
Ich habe die Knieper schon gegessen. Sie schmecken fantastisch und sind schon etwas besonderes. Ich glaube man bekommt sie fast nur auf Helgoland und wenn man schon auf dieser tollen Insel ist, sollte man sie probieren oder sich gönnen...

Das jede Medallie stets zwei Seiten hat ist wohl jedem klar. Wenn wir ein Hähnchen verspeisen, wollen wir auch nicht daran denken welch armseeliges Leben dieses Tier hatte, bevor es auf unschöner Art und Weise das Leben aushauchte.
Wir würden dann nach und nach zu Vegetariern werden. Später warscheinlich auch noch zu Veganern und wer von den Veganern möchte die ganzen Pflanzen umbringen, die wir nur noch esen mögen??? - Also lieber nicht zuviel darüber nachdenken.

Ich finde Knieper toll und lecker. Am besten schmecken sie in der "Bunten Kuh" am Hafen. Wer vor hat sie zu probieren, am besten vorbestellen.

Ich hoffe ich bin niemand zu nahe getreten.
LG Klaus

blue
21.05.2006, 11:48
http://www.kuestenforum.de/bilder/h17.jpg
Stimmt, in der "Bunten Kuh" wird es gegen Abend schnell voll und ohne rechtzeitige Vorbestellung geht meist gar nichts mehr...

Leuchtturm1907
30.05.2006, 13:55
Ich finde, man (Mensch) muss nicht alles essen, was einem in den Sinn kommt.

Viva
31.05.2006, 11:21
Also, wenn die Knieper (... oder das Knieper ??? ...) so schmeckt wie Hummer, wird ja wohl so oder so ähnlich sein, dann mag ich das essen und Hummer schmeckt mir eigentlich sehr gut.
Man lernt halt nie aus.

moeve11
31.05.2006, 14:11
Noch nie gegessen, würde ich auch nach allem, was ich hier darüber gelesen habe, nicht tun. Ich esse auch keine Froschschenkel oder Schildkrötensuppe. Aber Vorsicht mit der Moral u. "den armen Tieren" . Den Schweinen, Rindern, Gänsen, Hühnern, Fischen, die wir verspeisen, gehts oft auch nicht besser. Im Leben nicht u. beim Schlachten auch nicht. Haben wir weniger Skrupel, sie zu essen, weil es Massen von diesen Tieren gibt?
Anmerkung : ich gehöre nicht der vegetarischen Fraktion an. Jeder soll essen, was er/sie denkt, verantworten zu können. Nachdenken schadet ja nicht.

Gabi
14.11.2006, 19:25
Hi!

Wir haben während unseres 1. Helgolandaufenthaltes auch Knieper gegessen und es hat uns gefallen - sie waren lecker. Sehr zart und leicht nussig ím Geschmack. (@viva: ich finde, noch ein bißchen aromatischer als Hummer).
In den Lokalen gab man uns keine eindeutige Getränkeempfehlung - sowohl Weißwein als auch ein Pils schmecken dazu - und das stimmt auch ;)

@moeve11mund andere: Klar, die Tötungsmethode hört sich brutal an, aber wie Du ja selbst schreibst: Die Tiere der industriellen Schlachthöfe sind viel schlimmer dran. Wesentlich schlimmer.
Der Mensch ist nunmal ein "Allesfresser", zu seinem Speiseplan gehören Pflanzen, Tiere und Fisch. Alle alten und traditionellen Schlacht- und Zubereitungsmethoden haben eines gemeinsam: Sie sind kurz, das Tier leidet nicht. Das Leiden begann erst mit dem industriellen Zeitalter.

Klar, es hört sich grausam an, wenn Krebse und Hummer bei lebendigem Leib ins kochende Wasser geworfen werden. Aber: Sie sind sofort tot. Und kurz vor diesem Tod waren sie in ihrem natürlichen Lebensraum und nicht im Käfig und nicht auf dem LKW.
Hühner und Schweine in den Schlachtfabriken wachsen in engen Käfigen auf, die Fahrt zum Schlachthof ist unerträglich und dann geht es kopfüber am Laufband zum Tötungsapparat.

@Klaus: Ja, in der "Bunten Kuh", da haben wir sie auch gegessen - dieses Lokal hatte uns unser Zimmerwirt empfohlen ;-)