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Vollständige Version anzeigen : Erstlingsbesuch in SPO


Jochen
19.05.2006, 11:49
Erstlingsbesuch in SPO – Der erste Eindruck entscheidet

Moin! So begrüßt man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Eine Umstellung für einen Südhessen der das erste mal den Norden Deutschlands bereist. Aber glücklicherweise verschwindet das Erstaunen über den Morgengrußes am Nachmittag/Abend sehr schnell und man beginnt sich automatisch anzupassen. Warum auch nicht, fühlt man sich doch schon nach kürzester Zeit mit dem Land und dem Meer verbunden – seltsam, aber wahr.

Aber nun von vorne. Aller Anfang ist schwer, was nimmt man an Kleidung mit, welche Art von Schuhen, undundund. Habe mich für einen Mix aus kurzen und langen Hosen sowie einer Menge warmer Pullover und Fleecezeugs entschieden (man weiß nicht wie das Wetter wird, bzw. wie schnell es umschlägt). Zur Sicherheit noch meine Bergstiefel, wasserdicht und hoch genug. Tja und nun das ganze irgendwie ins Auto schaffen, einen Berg von Taschen inkl. Fahrrad und Gitarre (die ich nicht einmal während des Urlaubs aus dem Koffer genommen habe :) ), mich hinters Lenkrad geklemmt, und ab die Post. Um 6:00 Uhr morgens bei strömendem Regen (na super, so sollte Urlaub anfangen) – und Kaffee hatte ich auch noch keinen getrunken, blieb nur die Hoffnung, dass das Koffeinsuchtzittern nicht allzu früh einsetzen würde.

Die Fahrt verlief soweit sehr gut, bis auf den Regen, der teilweise wie ein Nebelschleier niederging, aber Scheibenwischer auf 60 Ausschläge/Minute und es ging halbwegs mit der Sicht. Kurz vor Hamburg endlich Sonnenschein, kein Stau am Elbtunnel und auf einmal grandios freie Autobahn über den Nord-Ostsee-Kanal, der nebenbei bemerkt voll mit Riesenpötten war. Dann der erste Blickkontakt mit dem Meer – das Eidersperrwerk. Anhalten und nix wie raus aus der Kiste, Dehnen-Strecken-Gähnen, und flux hoch auf die Schleuse und Wind und Meeresluft einatmen. Zeigerkontrolle an der Armbanduhr – liege immer noch sehr gut in der Zeit. Und eine weitere Brise durch den Kopf ziehen lassen, bevor es weitergeht. Herrlich!

Hätte mein Freiheitsgefühl gen Meer rausbrüllen können, nur wäre dann wahrscheinlich der Opa rechts neben mir vor Schreck über die Brüstung ins Schleusenwasser geplumpst – wollte ich dann nun doch nicht verantworten, also habe ich meine Klappe gehalten und mich im Stillen gefreut.

Wieder im Auto setzte sich der Weg, den Deich zur linken, das Katinger Watt zur rechten fort (Mist zu schnell an dem komischen Holztürmchen vorbei), ging die Tour weiter an malerischen Gehöften vorbei, für Mittelgebirgsbewohner wie mich ein schöner Anblick, große, meist einstöckige, langgezogene Bauten aus Backstein mit Reet gedeckt und viel Grün drumherum, weiße Fensterrahmen, grüne Läden ab und zu ein paar Schwarzbunte und je näher ich an SPO kam häuften sich Schafe auf den Weiden, Große, Kleine und gaaaanz Kleine – lecker :D . Aber anscheinend haben kurz vorher beinahe alle Wirtschaftshaustiere gefohlt, gekalbt, geferkelt oder gelammt (?), na ja, eben die wirtschaftliche Masse bereichert ;) Ein schöner Punkt, der die Reise noch idyllischer macht.

Endlich, Ankunft in Sankt-Peter-Ording. Nix wie hin zur Ferienhausvermietung und den reservierten Schlüssel abholen und dann ab zur Wohnung. Halt da war noch was! Richtig, erst mal zum Strand. Gedacht getan, bei Ording mit dem Auto zu den Pfahlbauten. Oben auf dem Deich eine prächtige Aussicht und kurze Zeit später direkt an der letzten Pfahlreihe vor der alten Surfakademie (wie ich erfahren habe wurde eine neue gebaut, die auch weithin sichtbar war, toller Kasten in schwedenrot). Schuhe aus und barfuß Richtung Spülsaum marschiert. Zwei-drei Schritte ins Wasser, dreißig Sekunden ausharren und ratzfatz wieder raus weil die Zehen gezwickt haben – Mann, ist das kalt. Und ich Blödmann habe zu Hause rumgetrötet, dass ich auf jeden Fall baden gehe. Ich und meine große Klappe (die Ganzkörperbenetzung habe ich etwas später nachgeholt). Auf dem Rückweg zum Auto noch schnell eine Herzmuschel aufgegriffen, als erstes Souvenir (liegt immer noch im Auto als Erinnerung an den ersten Tag). Nun aber in die Wohnung. Dort angekommen den ganzen Klumbatsch aus dem Auto raus, in die Bude und ausräumen.

Nach erledigter Arbeit der Ausflug nach Bad verbunden mit dem ersten Einkauf von Lebensmitteln und des heutigen Abendessens. Hab mich für Fischmarinaden entschieden, deren Vielfalt erstaunlich war – geschmacklich noch besser.

Gesättigt, leicht müde aber zufrieden (die Urlaubsentspannung setzt langsam ein) Kleidungswechsel – Kurze Hose, Bergstiefel, Fleecejacke und Allwetterparka, bewaffnet mit der Spiegelreflex geht’s ab aufs Fahrrad und wieder gen Strand, mittlerweile geht die Sonne unter. Der Weg führt wieder durch Bad, dann unterhalb des Deiches lang (mit erstem schrägen Blick auf die Badbrücke) am Yachthafen vorbei und dann schnurstracks über die Brettermole zum Strand. Wow! Was für ein Sonnenuntergang! (http://www.kuestenforum.de/forum2/showthread.php?t=166)

Am Ende der Mole angekommen, fünf Bilder später, Fahrrad abstellen und Blick schweifen lassen. Durch die Bauten zu meiner Rechten blinkt es. Kurz-Kurz-Lang, Unterbrochenes Dauerlicht 3 Signale innerhalb 15 Sekunden – Westerheversand. Stolz, unverhüllt und leuchtend in der Abendsonne. Der heutige Wert zwei Bilder. Normal und Tele. Dann nur noch den Sonnenuntergang genießen, na gut ein paar Bilder gingen noch vom Film. Aber das was in meinen Kopf gespeichert ist kann mit Sicherheit nicht auf einem Bild festgehalten werden. Nachdem die Sonne vom Meer verschluckt ist, geht es wieder in die warme Wohnung, mittlerweile hat der Wind angezogen und es wird etwas kühl an den Händen.

Der erste Eindruck entscheidet – [B]ÜBERWÄLTIGEND. Danke an den/die Verantwortlichen für diesen prachtvollen Empfang.

Gruß
Jochen

Bär
19.05.2006, 14:10
Wahnsinn, ein Bericht der unter die Haut geht und den ich sehr gut nachvollziehen kann!

Vielen Dank!:D

blue
19.05.2006, 14:25
Danke für den tollen Bericht ;-)

Da werde ich mal ein Bild dazu steuern ;-)

http://www.kuestenforum.de/bilder/boehl4.jpg

Jochen
19.05.2006, 14:34
Danke sehr, habe soeben die Bilder abgeholt und werde Anfang nächster Woche meine Ausführung mit Bildern belegen, damit der Eindruck, den es auf mich machte, zumindest teilweise verstärkt wird.

Obwohl das Bild von blue diesen schon extrem hervorhebt. Vielen Dank für das schöne Bild.

wite
19.05.2006, 15:36
Sehr beeindruckend, dieser Bericht. Ähnlich ging es meiner Frau und mir vor einigen Jahren auch, als wir das erste Mal in SPO waren. Seitdem sind wir mehrmals im Jahr mit dem WOMO dort und geniessen natürlich auch u.a. die herrlichen Sonnenuntergänge

Seestern
19.05.2006, 16:16
Hallo Jochen,

das Gefühl die Schuhe auszuziehen und erstmal barfuß durch den Sand und ans Wasser zu laufen, kenne ich zu gut.
Wenn wir an die Küste fahren und am Urlaubsort angekommen sind, gehen wir auch immer erstmal an den Strand. Einfach herrlich.

Kurhexe
19.05.2006, 17:39
Hallo Jochen, einen tollen Reisebericht hast Du verfasst. Ich bin zwar erst seit Sonntag nach 4wöchigem SPO-Aufenthalt wieder zurück. Ich könnte aber schon wieder hin. Freue mich schon auf Deine Bilder

VG v.d. Hexe

Yvonne
19.05.2006, 20:38
Ich finde den Bericht auch klasse! So ging es mir damals auch. Und seit dem lässt es mich nicht mehr los. Aber noch 2 Wochen dann...

traumprinzessin
19.05.2006, 21:48
Der Bericht war echt stark und ich denke, du bist verliebt, verliebt in SPO.

:)

Henry
19.05.2006, 22:34
Hi
ja Südhessen schein wohl immer mehr vertreten zu sein... woher kommst du denn genau? Denn ich bin auch einer von denen... allerdings inzwischen nach Bayern ausgewandert. Und mir ging es damal so ähnlich, als ich das erste mal in SPO war... es ist einfach sooo wunderschön da...

Emmental
20.05.2006, 14:14
Hallo Jochen
Ich habe deinen Bericht mit Interesse und Spannung gelesen. Hoffe dass ich auch einen "Erstlingsbericht" beisteuern kann nach meinem ersten Urlaub inSPO im Juni.

Tolle Arbeit !

ChiefA
25.09.2010, 13:20
Erstlingsbesuch in SPO – Der erste Eindruck entscheidet

...
Zeigerkontrolle an der Armbanduhr – liege immer noch sehr gut in der Zeit. ...

Gruß
Jochen

Hi ...

ich habe Großteil deiner echt interessanten Berichterstattung weggelassen - weil es nicht wirklich relevant ( zwar sehr gut geschrieben ) ist - für meinen Einwand zu deinem Bericht.
Also eines habe ich nicht verstanden ... und zwar den oben nochmal aufgeführten Satz - aus deinem Bericht ... ?
Wieso schaut man im Urlaub - und ich zähle die Anreise - auch schon zum Urlaub ... auf die Uhr - und stellt auch noch fest - gut im Rennen zu liegen ... ??? Du hattest Urlaub - und lagst zu jeder Minute deiner Anreise gut im Rennen ...
Egal was das Zeitmeßgerät an deinem Arm - dir angezeigt hat !!!

Wenn du ein Ziel erreichen willst - mache einen Umweg !!!

lg - aus dem Ruhrpott !

Iphitos
02.10.2010, 11:34
Holla die Waldfee - ein Thread aus 2006 wiederbelebt :)