PDA

Vollständige Version anzeigen : Rummelpötte


Sieglinde
31.12.2007, 16:30
Nach alter Tradition werden auf Nordstrand noch echte Rummelpötte gefertigt: Eine geräucherte Schweinsblase über eine Dose gespannt und ein Stab in der Mitte zum kräftigen Reiben.

Das Lied "Rummel, Rummel, Rutsche", wird am Silvesterabend an vielen Haustüren erklingen. Verkleidete Kinder, mitunter auch Erwachsene, ziehen von Tür zu Tür, um die Geister zu vertreiben und den Bewohnern Glück für das neue Jahr zu wünschen. Wichtiges Utensil, doch immer weniger benutzt, ist der Rummelpott. Er gab dem Brauch seinen Namen.

Eine "Rummelpott-Fabrik" hat der Nordstrander Melf Winkel zwar nicht, aber der 69-Jährige baut die Rummelpötte nach alter Tradition, wie er es von seinem Vater Karl-Heinz gelernt hat. "Ohne Rummelpötte ging in meiner Kindheit gar nichts. Ich bin jedes Jahr mit meinen Freunden damit losgezogen", blickt er zurück. Fast eine Zeremonie macht der gelernte Tischler aus der Fertigung. "Eigentlich müsste ich ein Patent anmelden", meint er schmunzelnd.

Die nicht unbedingt nach Rosen duftende Schweinsblase wird bei ihm geräuchert. Weil Fischen - speziell der Aalfang - ein weiteres Hobby des Nordstranders ist, hat er einen eigenen Räucherofen. Dort kommen die Schweinsblasen hinein, bevor er sie auf aufgeschnittene Blechdosen zieht. "Das riecht richtig nach Meer", meint der Bastler. Ein Schilfrohr wird in der Mitte mit Tau befestigt.

Manchmal verschenkt Melf Winkel seine Rummelpötte oder zeigt Interessierten, wie sie gebaut werden. So trägt der Nordstrander dazu bei, dass die gute alte Sitte nicht verloren geht. Immer mehr Nordstrander Kinder gehen damit auf Tour. "Wir freuen uns tierisch auf Silvester", meint Levke Rühle. Sie hat mit ihren Geschwistern Wencke, Bente, Momme und Christine Brauer einen "richtigen" Rummelpott nach dem "Winkelschen Muster" gebastelt. In diesem Jahr wird Levke als "Außerirdische" auftreten. Das Kostüm hat sie selbst kreiert. "Wenn schon, dann richtig", lacht sie. Sie will Eindruck schinden und hofft auf viele Süßigkeiten. Bewohner, die geizig sind, so will es der Brauch, müssen mit Streichen rechnen. Daher auch die Verkleidungen - es darf niemand erkannt werden. Doch in der Regel zeigen sich die Menschen spendabel und haben Naschkram bereit stehen.

Die Rummelpötte selbst machen eigentlich keinen Lärm, wie zu vermuten ist. Es ertönt ein "rummelndes" Geräusch, wenn mit dem angefeuchteten Finger auf dem aus der Metalldose mit der Schweinsblase herausragenden Schilfrohr gerieben wird. Je mehr Rummelpötte im Einsatz sind, umso melodischer und zugleich beschwörender klingen sie. "Na ja, das ist eben wegen der Geister so", meint Winkel.

Der gebürtige Nordstrander Hans Henning Toll (82) erinnert sich gern an "seine Zeit" mit den Rummelpötten. "Ich habe sie gebastelt und bin dann mit Jungen aus der Nachbarschaft durch die Köge gezogen. Meist gab es frische Futjes", sagt er. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Rummelpötte etwas aus der Mode. Umso mehr freut sich Toll, dass sich immer mehr Menschen darauf besinnen. Ida Thater (81) weiß noch, wie es war, als am Silvesterabend die Erwachsenen Rummelpott liefen und die Kinder erst am Neujahrsmorgen. "Dat weern denn de Schabülken", erklärt sie. Die Menschen mussten erraten, wer sich hinter den Kostümen verborgen hatte. "Immer, wenn falsch geraten wurde, gab es einen Kurzen. Das war ein feucht-fröhliches Vergnügen", schmunzelt die Seniorin in Erinnerung an "gute, alte Zeiten".

aus der SHZ vom 31.12.2007
http://www.shz.de/lokales/nordfriesland-tageblatt/artikeldetails/article/799/echte-rummelpoette-klingen-beschwoerend.html

BuxteKurt
31.12.2007, 18:53
Ass Kind bün ik freuher ok mit `n Rummelputt ünnerwegs ween. Wie hebbt uns ok sülbst so`n Putt buut. Min Onkel harr een Buernhoff, door woer denn all mool een Swien schlacht un wi seekern uns de Swiensbloos. Erst woer se oppust un denn doormit Football speelt un, wenn se denn twei wäer, woer se ophoben för Oljohrsobend un een Rummelputt ut buut. Den woer sik een beeten verkleedt un denn gung datt los. "Niejohr, Niejohr, sünd de Brotball noch nich goer...." hebbt wi denn sung un kreegen door een Barg to`n Naschen.:D
Looter denn, ass wi all een beeten grötter wäern, sünd min Fründ (een Broer von min Fruu Ingrid) un ik mit Geige un Mundharmonika von Döör to Döör gohn un hebbt speelt. Ik erinner mi noch, datt jedet Mool min Geige woller nied stimmt warrn muss, denn jedet Mool, wenn ik doormit in de Küll käm, trocken sik de Kattendarms tohoop!
Een olen kranken Mann hebbt wi besöcht, de wünscht sik datt "Wolgaleed"! Wi hebbt speelt un kreegen ok Geld doorför. Datt hebbt wi denn looter bi Oskar Kirschner (stadtbekannted Cafe`) in de Süderstroot in Heid op`n Kopp haut!:top:
Wäer een scheune Tied, datt Rummelputt-Loopen!:eek:
Koomt good in d`niee Johr =
Ik greut jüm = BuxteKurt (een Dithmarscher Jung ut Heid)