PDA

Vollständige Version anzeigen : Seenotkreuzer in Büsum


Mittelplatefan
03.06.2006, 13:38
Moin,

gestern kam son schreiben von der DGzRS für Spender reingeflattert mit diesen Berichten, die es da so gibt.
Da wurde von einem Einsatz der Hannes Glogner berichtet, die anscheinend da in Büsum lag.
Habe schonmal irgendwo was von Hannes Glogner und Station Büsum gelegen, aber in den "offiziellen" Daten ist da immer noch Hans Hackmann für Station Büsum angegeben.
Können die Büsumer mich vielleicht aufklären, welcher Kreuzer nun dort liegt? Also die meiste Zeit, nich mal für Vertretung, wenn z.B. der Kreuzer mal in Bremen ist.
Die Hannes Glogner ist ja eigentlich der Reservekreuzer.

Grüße

Markus

deichhocker
04.06.2006, 04:06
Moin Markus, bin zwar kein Büsummer und habe auch keine Ahnung von den Kreuzern aber dieses Bild

http://home.arcor.de/deichhocker/PICT2004.jpg

wurde vom Bootführer unserer Exklusivhafenrundfahrt in Büsum am 16.Mai 2006 um 13:48 mit den Worten " das ist unser Seenotrettungskreuzer die Hans Hackmack " kommentiert.

Die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, in der Nussschale hatte ich keinen sicheren ruhigen Stand

Mittelplatefan
04.06.2006, 12:42
Ja, das ist die Hans Hackmack, die kenn ich auch ;) Da war ich nämlich schon zwei Mal drauf, musste aber zum Glück nicht gerettet werden.
Ein Mal bei der Kutteregatta und einmal so, weil da hatten die mich eingeladen. DAs müsste 97 gewesen sein, als der Kreuzer noch neu war und ich wissen wollte, warum da ein neuer liegt und da hat sich das so ergeben.
Eiegntlich darf man da ja so nicht drauf, aber wenn die es sagen.

Vielleicht weiß ja ein Büsumer mehr.

Naja beim DGzRS Bericht steht mein ich auch nicht ganz bei wann das war. 16. Mai ist ja ziemlich aktuell. Wahrscheinlich war die Hans Hackmack da gerade in BRemen oder woanders.

squarerigger
04.06.2006, 23:22
Lt. offiziellem Jahrbuch 2006 der DGzRS ist die "Hans Hackmack" in Büsum stationiert. Die "Hans Glogner" ist das Reserveschiff der DGzRS, welches immer dann eingesetzt wird, wenn ein Kreuzer z.B. wegen Werftaufenthalt seine reguläre Station verlassen muß. Außerdem kommt die "Hannes Glogner" bei besonderen Anlässen, wo man zusätzliche Kapazitäten braucht, zum Einsatz. So konnte ich sie z.B. letztes Jahr bei der Sail 2005 in Bremerhaven ablichten, wo sie die regulär dort liegende "Hermann Rudolf Meyer" unterstütze.

[url]
Alexander

Mittelplatefan
05.06.2006, 00:09
Letztes Jahr war die Glogner auch einmal in Bremerhafen (oder war es davor das Jahr)

Da war da auch irgend son Fest, wo die Hermann Rudolf Meyer irgendwas anderes gemacht hat.

Aber das wollte ich nur wissen, denn war das, wo ich von gelesen hab wohl nur eine Vertretung. Die haben ja schon öfters was umstationiert, nur wäre das für mich unlogisch gewesen, da die Hackmack ja eigentlich besser ausgerüstet ist als die Hannes Glogner.

Auf dein Bild scheint da aber ziemlich wenig WAsser zu sein oder täuscht das nur?

Gruß

Markus

squarerigger
05.06.2006, 09:03
Wenig Wasser? Na ja, kann schon sein, daß da Niedrigwasser war, aber letztlich ist die Weser in dem Bereich ja auch bis an Ufernähe tief ausgebaggert, denn das Bild entstand an der Seebäderkaje, wo ja Schiffe quasi in Ufernähe festmachen.

Ob die "Hackmack" oder die "Glogner" nun besser ausgestattet sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber bei den wirklich wichtigen Ausrüstungsteilen dürften sich die Kreuzer der verschiedenen Klassen nichts geben. Was man braucht, ist an Bord. Die "Glogner" gehört jedenfalls zur 23,3 m-Klasse und ist damit etwas größer als die "Hackmack" aus der 23,1 m-Klasse. Ein wesentlicher Unterschied ist, daß die 23,1 m-Kreuzer einen geschlossen oberen Fahrstand haben, die 23,3 m-Kreuzer dagegen den bei der DGrZR "klassischen" offenen oberen Fahrstand.

Alexander

Mittelplatefan
05.06.2006, 10:20
Genau das meine ich mit den Fahrstand. Die Hackmack hat den geschlossenen, für Gaseinsätze.
Außerdem ist sie ja auch etwas neuer als die Glogner. Die Hackmack hat außerdem auch den Rumpf neuerer Bauart.

Werftarchiv
06.06.2006, 05:40
Genau das meine ich mit den Fahrstand. Die Hackmack hat den geschlossenen, für Gaseinsätze.

Der geschlossene Fahrstand hat nichts mit Gaseinsätzen zu tun (jedenfalls nicht primär). Er wurde nach der Katastrophe der "Adolph Bermpohl" eingeführt, bei der ein SRK (durch)kenterte und die gesamte Besatzung ihr Leben verlor.

Bis denne,
Dieter

squarerigger
06.06.2006, 07:10
Der geschlossene Fahrstand hat nichts mit Gaseinsätzen zu tun (jedenfalls nicht primär). Er wurde nach der Katastrophe der "Adolph Bermpohl" eingeführt, bei der ein SRK (durch)kenterte und die gesamte Besatzung ihr Leben verlor.


Stimmt meines Wissens so nicht ganz.

Die Kreuzer mit dem geschlossenen oberen Fahrstand wurden Mitte/Ende der 90er eingeführt und waren eine Reaktion auf das Unglück des Kreuzers "Alfried Krupp" am 01.01.1995. Bei diesem Unglück kamen die beiden Rettungsleute Bernhard Gruben und Theo Fischer ums Leben.

Das Unglück der "Adolph Bermpohl" fand bereits 1967 statt. Damals kam die komplette Besatzung unter Vormann Paul Denker ums Leben. Weitere Besatzungsmitglieder waren Hans-Jürgen Kratschke, Otto Schülke und Günter Kuchenbecker - nach allen Vieren wurden Einheiten der DGzRS benannt.

Unabhängig davon erfüllt der sog. "Zitadellenaufbau" mit geschlossenem oberen Fahrstand neben dem Schutz der Besatzung bei Ereignissen wie den den 1995 bzw. 1967 tatsächlich auch die genannte Gasschutzfunktion.

Alexander

Werftarchiv
06.06.2006, 23:10
Das Unglück der "Adolph Bermpohl" fand bereits 1967 statt. Damals kam die komplette Besatzung unter Vormann Paul Denker ums Leben. Weitere Besatzungsmitglieder waren Hans-Jürgen Kratschke, Otto Schülke und Günter Kuchenbecker - nach allen Vieren wurden Einheiten der DGzRS benannt.


...woraufhin die "Bermpohl" als erster SRK einen geschlossenen Fahrstand bekam. Dieser Aufbau hatte nichts mit Gaseinsätzen zu tun.

Ganz abgesehen davon schrieb ich ja auch, dass der Aufbau nicht primär (aber somit auch nicht ausschliesslich) für Gaseinsätze gebaut wurde, sondern gegen z.B. kentern der Schiffe.

Bis denne,
Dieter

squarerigger
07.06.2006, 06:15
Hab da mal etwas näher recherchiert. Die "Adolph Bermpohl" bekam nach jenem Unglück von 1967 tatsächlich einen geschlossen oberen Fahrstand - jedoch als eine Art Prototyp, denn dieser geschlossene Fahrstand setzte sich damals wohl noch nicht durch, denn wenn ich das richtig sehe, wurden weder ihre Schwesterschiffe "Georg Breusing" und "Arwed Emminghaus" noch die direkt nachfolgenden Serien damit ausgestattet.

Folgende Serien wurden nach dem Unglück gebaut und hatten keinen geschlossen oberen Fahrstand:

17 m-Klasse ("Paul Denker", etc.) ab 1967
19 m-Klasse ("Otto Schülke", etc.) ab 1969
23,3 m-Klasse ("Eiswette", etc.) ab 1980
44 m-Klasse ("John T. Essberger") ab 1975

Teilweise wurden dann die Schiffe der 27 m-Klasse ("Berlin", etc., gebaut ab 1985) mit geschlossenen oberen Fahrständen versehen, so die "Alfried Krupp" nach dem Unglück von 1995.

Als erste komplette Baureihe mit geschlossenem oberen Fahrstand ging dann die 23,1 m-Klasse ("Hermann Rudolf Meyer") ab 1996 in Dienst. Diese Baureihe war auch die erste, die mit Deltarumpf gebaut wurde. Auch die "Hermann Marwede" (46 m-Klasse) hat einen solchen geschlossenen oberen Fahrstand.

Alexander

Mittelplatefan
07.06.2006, 15:17
Und ich meine gelesen zu haben, dass dieser geschlossene obere Fahrstand eben für Einsätze mit Gasgefahr konstruiert wurde.

Einen Außenfahrstand haben diese Kreuzer ja immer noch.

squarerigger
07.06.2006, 15:22
Und ich meine gelesen zu haben, dass dieser geschlossene obere Fahrstand eben für Einsätze mit Gasgefahr konstruiert wurde.

Einen Außenfahrstand haben diese Kreuzer ja immer noch.

Haben sie den wirklich noch? Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, daß man zugunsten des geschlossen oberen Fahrstandes auf einen kompletten, offenen Fahrstand verzichtet hat und draußen quasi nur noch ein Not-Fahrstand besteht.

Und klar, der Gasschutz ist EINER der Gründe für den geschlossenen oberen Fahrstand, neben der Sicherheit der Besatzung bei Schwerwetter. Die DGzRS weist ja bei der Beschreibung der Baureihe extra darauf hin, z.B. im Jahrbuch. Da ist immer von "Zitadellenaufbau mit Gasschutz" oder so die Rede.

Alexander

blue
07.06.2006, 19:10
Heute im Hafen von Büsum:

http://www.kuestenforum.de/bilder/hans-hackmack.jpg
Leider ein wenig diesig heute... aber egal ;-)

Mittelplatefan
07.06.2006, 20:19
Haben sie den wirklich noch? Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, daß man zugunsten des geschlossen oberen Fahrstandes auf einen kompletten, offenen Fahrstand verzichtet hat und draußen quasi nur noch ein Not-Fahrstand besteht.


Ja, direkt hinter dem Aufbau ist ein kleiner Fahrstand, also wie du sagst ein "Not-Fahrstand", dort wo auch die Feuerlöscher sind.
Bei der Kutterregatta 2000 konnte man auf die Hackmack rauf und da standen wir oben und haben etwas mit einem Besatzungsmitglied geschnackt.

@blue

Danke für den Beweis, dass die Hackmack dort aktuell liegt ;)

squarerigger
07.06.2006, 20:25
Schönes Foto, blue! Da kommt die Eleganz speziell dieser Baureihe schön zur Geltung. Neben der "Hermann Marwede" sind die Schiffe dieser Baureihe wohl mit das Schönste, was die DGzRS zu bieten hat.

Alexander

squarerigger
07.06.2006, 20:27
Ja, direkt hinter dem Aufbau ist ein kleiner Fahrstand, also wie du sagst ein "Not-Fahrstand", dort wo auch die Feuerlöscher sind.
Bei der Kutterregatta 2000 konnte man auf die Hackmack rauf und da standen wir oben und haben etwas mit einem Besatzungsmitglied geschnackt.

Kann man auf blues Foto auch ansatzweise erkennen. Für permanenten Betrieb dürfte das alleine schon aufgrund der beengten Platzverhältnisse nix sein, ich vermute mal, daß dieser Fahrstand wirklich nur dann genutzt wird, wenn man wegen besserer Sicht oder so unbedingt von draußen steuern muß, z.B. um an einen Havaristen ranzukommen.

Alexander

Sieglinde
22.12.2008, 19:39
Weihnachten auf dem Seenotrettungskreuzer

Sie sind immer einsatzbereit, auch zu Weihnachten. Wenn irgendwann der Wachleiter der Seenotleitung Bremen Alarm gibt, brauchen die Seenotretter nur wenige Minuten, um sich auf den Weg zu machen. Der Festtagsbraten wird seefest verstaut, die Motoren - sie werden rund um die Uhr vorgewärmt - gestartet...

Büsum - „Normalerweise passiert am Heiligabend nichts“, sagt Jörg Lüdtke. „Die Freizeitskipper und die Fischer bleiben zu Hause, um mit ihren Familien zu feiern. Nur die Großschifffahrt ist dann noch unterwegs.“ Der 44-Jährige spricht langsam und bedächtig, strahlt unerschütterliche Ruhe aus. Er weiß, wovon er redet. Seit elf Jahren ist er in Büsum (Schleswig-Holstein) bei den Seenotrettern, teilt sein Leben auf: 14 Tage bei Frau und Kindern, danach 14 Tage an Bord des Seenotkreuzers „Hans Hackmack“. Und dann wieder von vorne. Egal, ob an Land Weihnachten oder Silvester gefeiert wird - die Besatzungen der Seenotkreuzer auf den 54 Stationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Nord- und Ostsee leisten ihren ganz normalen Dienst.

Natürlich verbreiten auch auf den Seenotkreuzern in der Adventszeit Kerzen und ein bisschen Tannengrün eine weihnachtliche Stimmung. Und zum dampfenden Kaffee gibt es frischen Lebkuchen und Christstollen - alles Geschenke von Förderern. „Jeder Seenotkreuzer hat seinen ganz persönlichen Spenderkreis“, erzählt Lüdtke. „Die Schiffe müssen jedoch auch über Weihnachten immer einsatzbereit sein, um Menschen auf See aus einer Gefahrensituation zu befreien oder aus Seenot zu retten.“

Deshalb ersetzt das Rauschen und Knacken der Funkgeräte an Bord stimmungsvolle Weihnachtslieder. Wenn irgendwann der Wachleiter der Seenotleitung Bremen Alarm gibt, brauchen die Seenotretter nur wenige Minuten, um sich auf den Weg zu machen. Der Festtagsbraten wird seefest verstaut, die Motoren - sie werden rund um die Uhr vorgewärmt - gestartet, Stecker der Landverbindung gelöst, und die Festmacher losgeworfen: „Dann können wir sofort Gas geben.“
hier geht es weiter zu dem Artikel:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/12/22/995909.html

Ein großes Lob von mir an die Retter der DGzRS. :cool:

Grüße von Sieglinde

Alpenoeli
23.12.2008, 11:15
Liebe Sieglinde,
darum bin ich schon seit Jahren bei der DGzRS
förderndes Mitglied.
Finde, das gehört sich so für einen Bayern, der an der
See und an der Küste hängt! :top:

Grüße
von
HaPe :cool: