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Vollständige Version anzeigen : Helgoland - nicht das erste und bestimmt nicht das letzte Mal


Kommissar Wattwurm
07.06.2006, 14:25
Moin Moin! Auch ich war dieses Jahr schon auf Helgoland! Bin von Büsum aus mit der „Funny Girl“ um 09:30 Uhr in See gestochen. Leichter Seegang, strahlender Sonnenschein, sowie eine leichte und etwas frische Brise, so ging es dann in 2 Stunden und 15 Minuten Richtung Helgoland. Die Sicht war prächtig und so hatte ich das Glück, etliche Kutter, Blauort, Mittelplate A, Trischen, den Leuchtturm „Vogelsand“ (im Dunst aber dennoch mit bloßem Auge erkennbar) und einige vollbeladene Pötte zu sehen. Nach einer Weile überholte ich, also eher die „Funny Girl“ die „Lady von Büsum“, genau so wie auch von Manu beschrieben, seltsamerweise hat niemand gewunken, weder hüben noch drüben.

Dann kam Helgoland in Sicht. Ein stattlicher roter Felsblock mit grünem Bewuchs und bunten Flecken, vorgelagert die Düne, toller Anblick. Die Landung mit den Börtebooten war ein Reisenspaß, vor allem wenn man einige klamme Blicke beobachten durfte :D

Auf Helgoland angekommen ging es dann erst mal zum Cocktailfassen (Danke Manu, für diesen tollen Tipp. Die Cocktails sind dort wirklich richtig lecker und sehr gehaltvoll. Das Flaschenbier schmeckt übrigens genauso, wie auf dem Festland auch. :) ).

Frisch „gestärkt“ hieß es dann auf zur Inselbesichtigung. Das Oberland wurde über die Treppe erklommen (im wahrsten Sinne des Wortes, die Beine waren doch recht schwer – dank den Cocktails) und mit Fotoapparat bewaffnet konnte man nur noch sagen: „Schuß frei“ oder vielleicht doch besser „In Deckung, da kommt ein Nichtprofi“. :D Aber wenn man die Augen offen hält, dann bekommt man einige tolle Motive vor die Linse, auch wenn man im Fotografieren eher eine Niete ist, aber für das Familienalbum reichen meine Künste allemal.

Auf meiner Tour durch das Oberland bekam ich Möwen, Schafe, Basstölpel, Lummen, Marienkäfer und von weitem sogar Seehunde zu sehen. Zum Glück war es nicht zu voll, so dass man doch halbwegs in Ruhe stehen, sehen und schlendern konnte.

Bei der „Langen Anna“ angekommen, hatte ich das Glück einem Touristenführer zu lauschen und erfuhr somit, wie die lange Anna zu ihrem Namen gekommen ist. Mal sehen, ob ich die Geschichte noch zusammenbekomme. Sollte sie nicht ganz stimmen, bitte ich es mir nachzusehen, aber mein Gedächtnis ist ab und an manchmal nicht das Beste und es gab einfach zu viele Eindrücke dort, die es erst ein mal verarbeiten musste. Da kann es dann doch passieren, dass nicht alles hängen bleibt, aber ich werde es mal versuchen:
Früher, vor dem Krieg, stand vorne auf dem Oberland in der Nähe der jetzigen „Langen Anna“ mal ein Wirtshaus. Dort bediente ein sehr hochgewachsenes junges Mädchen, dass Anna hieß. Aufgrund ihrer Größe wurde sie von allen nur die lange Anna genannt. Die Männer, die sich abends immer in der Kneipe zu einem Klön und einem oder auch zwei Bierchen und vielleicht auch mal einem Kurzen trafen, erzählten ihren Frauen immer: ‚Ich gehe jetzt mal zu der langen Anna.’ Die Frauen wussten dann Bescheid. Nach dem Krieg soll es das Wirtshaus dann nicht mehr gegeben haben. Auch die lange Anne war nicht mehr da. Um aber trotzdem in Ruhe ihr Bierchen trinken zu können, sollen die Männer dann schließlich Tische und Stühle an der Stelle des Wirtshauses aufgebaut haben. Da der Steinfels, der dort vor ihnen Stand, sie immer an die lange Anna erinnerte, sollen sie den Stein so getauft haben. Die Männer konnten jetzt ihren Frauen weiterhin erzählen, dass sie zur langen Anna gehen. So soll die „Lange Anna“ angeblich zu ihrem Namen gekommen sein.

Aber dies ist nur eine Version der Namensgebung, jedoch die interessanteste, sagte der Touristenführer. Eine andere gab er nicht zum Besten.

Nach diesem Vortrag erfuhr ich dann noch, dass die „Lange Anna“ mittlerweile gestützt werden muss und dass die Helgoländer hoffen, dass sie ihnen noch einige Zeit erhalten bleibt und nicht irgendwann mal einfach so umkippt, wenn das Wasser mal wieder zu sehr an den Felsklippen nagt.

Weiter ging es nun die Felstreppe runter zum Strand und ich muss wirklich sagen, dass dies nicht unbedingt was für Leute mit Höhenangst ist. Die Treppen sind schmal und es geht neben einem ordentlich steil nach unten runter. Aber zum Glück habe ich damit keine Probleme und von daher ging es zügig voran. Am Strand konnte man die spielenden Seehunde besser sehen als zuvor vom Oberland. In den Dünen saßen die Fotografen und Tierbeobachter mit ihren Teleobjektiven und Spektiven und teilten sich dieses Schauspiel. Auch Urlauber, vielleicht waren es auch Einheimische, die dort länger Urlaub zu machen schienen, hatten es sich im Dünengras bequem gemacht und genossen die Sonnestrahlen. Da die Zeit knapp war, konnte ich mich diesem Vergnügen jedoch nicht allzu lange hingeben sondern stieg die Treppe, nun etwas langsamer als ich es runter zu tat, wieder hinauf. Ich muss sagen, man kommt doch ganz schön ins Schnaufen. Dem Weg folgend erreichte ich nun die Kleingärten, die von den Einheimischen liebevoll gehegt und gepflegt werden. Sie sehen nicht anders aus, als auf dem Festland auch, waren aber doch recht hübsch anzusehen. Der Weg führte mich durch die schmalen Gässchen von Oberland und ich schlug den Weg Richtung Treppe und somit Richtung Unterland ein. Hier schlenderte ich noch an den Hummerbuden vorbei und durchstöberte die Geschäfte und wurde schließlich auch fündig. Ja und dann hieß es auch schon wieder ab in Börteboot und zurück aufs Schiff.

Vorbei an der Düne und dem Leuchtfeuer schipperte ich nun bei blauem Himmel wieder zurück nach Büsum.

Es war ein wunderschöner Tag, aber ich habe für mich wieder mal die Bilanz gezogen, dass Helgoland viel zu viel zu bieten hat um dort maximal 4 Stunden zu verbringen. Es dauert ja alleine schon seine Zeit um das Oberland zu umrunden und dabei alle Schilder zu lesen, die Aussicht zu genießen, den Vögeln zuzusehen und alles zu verinnerlichen und auch zu begreifen. Ein Ausflug zur Düne kommt danach schon gar nicht mehr in Frage ebenso wenig wie eine Umrundung der Inser per Boot oder z.B. eine Bunkertour. Daher habe ich beschlossen, irgendwann einmal, wenn es die Zeit zulässt, für ein paar Tage dort zu bleiben und mir die Insel in aller Ruhe anzusehen, insbesondere im Licht des Morgens und des Sonnenuntergangs. Ich hoffe, dass es sich realisieren lässt, ansonsten muss ich halt wieder als Tagestourist hin und mir das Spektakel Helgoland in 4 Stunden möglichst gut einteilen, was nichts desto trotz jedes Mal lohnend ist.

Grüße,
Kommissar

manu
07.06.2006, 19:11
*lach*....ja das ist eine typische Tagestour....habe ich mit einem großen Lächeln nacherlebt....und eigentlich bekomme ich sofort große Lust....auf "mein Helgoland"....thx für dein Erleben und dein Teilen.

:) :) :)

monika
21.06.2006, 18:32
moin.
möchte genau das alles bestätigen..... Nachdem ich vor einigen(vielen) jahren dort gearbeitet und gewohnt habe, hatte auch ich mir geschworen -NEIN monika, du fährst nie als tagestourist nach helgoland ! Der liebe und der arbeit wegen hat es mich allerdings in den ,wunderschönen westerwald`verschlagen und dann kann man natürlich auch nich mal grad so an die küste und mit dem schiff oder kat oder flieger rüber.... und mit vier kleinen kindern schon gar nich. Also.... vor drei jahren (der superheiße sommer) haben wir dann endlich ein paar wunderschöne tage auf der insel verbracht. Als ich im letzten jahr alleine mit meinen beiden mädels in Ostfriesland (Emden) war, es regnete und regnete und regnete...., beschloß ich eines abends bei nem gläschen wein -abreisen- ODER wenn morgen früh endlich die sonne scheint... eine TAGESFAHRT nach helgoland. Aber von emden nach cuxhaven is ja wohl bescheuert und eine andere verbindung war im letzten jahr von dort nicht möglich. Also nicht fahren, wein austrinken und ins bett gehen. UND DANN ! Sonntagsmorgens halb sieben in emden -SONNE- mädels geweckt, kaffe gekocht, gefrühstückt und los ! Und zwar ganz schön schnell über die autobahn OHNE navigationsgerät und nur mit autoatlas. Zur weserfähre, über die weser, wieder auf die autobahn und ab nach cuxhaven..... im hinterkopf hatte ich immer den gedanken, WENN wir dort ankommen, wartet sicherlich schon die polizei auf mich und vor allen dingen auf meinen führerschein. Aber die einzige, die uns um 10.20 uhr erwartete, war die WAPPEN VON HAMBURG. Also noch schnell parkplatz gesucht, tickets gekauft, rauf auf`s schiff und los. ICH, als tagestourist....!? Aber es war mir vollkommen egal, denn es war ein wunderschöner tag und die mädels wollen auf jeden fall nochmal für paar tage mit mir nach helgoland fahren! Abends in emden angekommen, regnete es -natürlich- und montags sind wir dann auch wieder nach haus gefahren.

karsti
21.06.2006, 19:53
Hallo zusammen,

ja die Geschichte mit dem Tagestourismus!
Unsere erste Reise auf den Felsen war schon eine mit Übernachtung. Damals eine Übernachtung bei einem H.Krings (oder so ähnlich). Als die Tagesgäste abgereist waren und wir die gemütlichen Kneipen besuchten war es einfach genial. Die vielen schönen kleinen Kneipen ohne Trubel, das ist einfach nur schön. Die Idee der nächsten Reise mit min. zwei Übernachtungen war da schon geboren.
Dann die zweite Reise mit zwei Übernachtungen. Hat den Vorteil man kann in der Zeit der Tagestouristen eine kleine Siesta halten oder vom Balkon des "Hamburgers" im Oberland auf das wuselige Treiben in den Gassen blicken und sich auf die Zeit nach 17:00 freuen. Ausgeruht ging es dann wieder in Kneipen welche wir bei der ersten Tour nicht besucht haben. Da wir wieder nicht alle Kneipen geschafft haben, blieb also nur die dritte Tour!
Die dritte musste also eine Übernachtung mehr haben, ( waren noch so viele Kneipen unbesucht von uns ) und wieder im Hamburger gebucht werden!
Diesmal richtig viel Zeit für die Düne gehabt und sehr viel an der Luft gewesen. Das Aquarium in aller Ruhe besucht und ein paarmal um das Oberland gelaufen. Schrebergärten angeschaut, Bunkerführungen mitgemacht und natürlich weitere noch fehlende Kneipen und auch Restaurants besucht.
Leider ist letzte Reise schon einige Jahre her. Aber immer wieder, auch durch dieses Forum, kommt die Sehnsucht nach Helgoland hoch. Also sollte nun mal die vierte Reise folgen. Natürlich mit Übernachtung, denn als Tagestourist bekommt man nicht den Flair und die Ruhe der Insel mit!
Der Ausdruck " Seele baumeln lassen" ist auf Helgoland erfunden worden!!!


MfG

Karsti