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Vollständige Version anzeigen : Adolf Bartels-Bibliothek verbrannt


Momme Mannüberbord
29.12.2008, 16:59
Eigentlich sollte man annehmen, dass darüber niemand traurig wäre, immerhin war der Dithmarscher Adolf Bartels ein bekennender Antisemit und - glaubt man der menetekelartig wiederholten Erklärung für seine Stigmatisierung vor Ort - auch ein Steigbügelhalter des aufkeimenden Nationalsozialismus seiner Zeit.

Sollen sie also verbrannt bleiben, seine Schriften.
Leider war der Mann aber als Historiker und auch als Schriftsteller nicht so unbedeutend, wie man es hier in Dithmarschen kundtut.

Die Spenden strömen: Die Restaurierung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar wird zügig angepackt. Etliche tausend Bände allerdings sind wohl verloren. Zu diesen Verlusten gehört nicht nur manche Kostbarkeit aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert, sondern auch eine Bücher- und Schriftensammlung ganz besonderer Art: die Bibliothek des Schriftstellers und völkischen Literaturpapstes Adolf Bartels. Einzig der Süddeutschen Zeitung war dieser Verlust bisher eine halbe Zeile wert, obwohl die Website »Hilfe für Anna Amalia« auf Bartels wenigstens kurz hinweist. Im Mittelpunkt der ausführlichen Berichte über die »Kulturkatastrophe von Weimar« steht natürlich der Schaden am klassischen, humanistischen Vermächtnis der Stadt für Deutschland und die Welt, steht die Klage um die unwiederbringlich verlorene Aura eines geistigen Kleinods aus der Zeit der deutschen Klassik.

Die ZEIT zu Adolf Bartels (http://zeus.zeit.de/text/2004/47/A-Bartels)


Das Hebbel-Museum in Wesselburen, wie auch das Klaus Groth-Museum in Heide sind nicht unmaßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen, ebenso war er aktiv am Aufbau des Vereins für Dithmarscher Landeskunde und der Zeitschrift "Dithmarschen" beteiligt.

Nicht einfach, hier ein Werturteil auszusprechen.