megane
30.06.2006, 16:48
Es ist schon einige Zeit her, als ich morgens um halb acht auf dem Deich von Nordstrand an der Badestelle Fuhlehörn stand. Man hat einen tollen Ausblick aufs Meer bei Flut oder bei Ebbe aufs Watt. Das fasziniert mich ja gerade an der Nordsee, sie lebt mit den Gezeiten. Ja, nun stehe ich auf dem Deich und schaue auf mein Ziel in der Ferne, der Hallig Südfall. Sicher, in der Hauptsaison fahren bei gutem Wetter 2 oder 3 Pferdekutschen nahezu täglich rüber zur Hallig und 1-2 mal pro Woche eine Wattwandergruppe- aber ich bin allein....und natürlich nicht ganz unerfahren, sonst würde ich es nicht allein wagen, durchs Watt. Die Hallig Südfall sieht schon aus der Ferne interessant aus und sie hat eine bewegte Geschichte bis jetzt hinter sich.- Nun mache ich mich auf den Weg zur Hallig und freue mich auf den Weg durchs Watt. Zuerst geht man auf dem Weg, den Robert Brauer, der ehemalige Bewohner und Bewirtschafter der Hallig mit seinem Trecker fuhr, als er dort noch wohnte. Der Weg zur Hallig ist teilweise mit Holzpfählen abgesteckt. Wenn man den Strandbereich von Nordstrand im Watt verläßt und weit hinaus geht, kann man den Westerhever Leuchtturm schemenhaft erkennen.
Leuchttürme begeistern mich sehr und der Westerhever ist ja ein ganz berühmter Genosse unter den Leuchttürmen. Gut, dass er im Moment renoviert wird. Ich bin der Meinung, dass die Leuchttürme auch im Zeitalter von GPS etc. absolut eine Daseinsberechtigung haben und nach Möglichkeit keiner abgeschaltet werden soll. Es finden sich immer mehr Gruppen zusammen, welche sich für den Erhalt der Leuchttürme einsetzen, wie z.B die Interessengemeinschaft Seezeichen. Tolle Sache!
Nun setze ich meinen Weg durchs Watt fort und gehe den Weg entlang durchs Watt zur Hallig Südfall. Ich durchquere Priele, welche teilweise noch knietiefes Wasser führen. Es ist angenehm warm, die Sonne scheint und es macht richtig SPAß diesen Weg von ca. 7 KM durchs Watt zu gehen. Ich kann auch den Leuchtturm von Pellworm sehen, genauso das dazugehörige, leider gelöschte Unterfeuer, welches sich auf einem Betonsockel vor Pellworm befindet. Nun gehe ich über kleine Muschelbänke und komme der Hallig schon näher, ein imposantes Bild, sich so auf eine Hallig einzulassen. Nun muß ich in ca. 1 KM Entfernung auf einen Weg gehen, welcher etwas befestigt ist und barfuß etwas schwieriger zu gehen, aber man muß auch mal beißen als Wattwanderer.
Wenn ich mir überlege, dass der Postbote von Hallig Süderoog auch bei 10°C nur mit kurzer Hose durchs Watt geht und das GANZE 2 - 3 mal pro Woche, dass stärkt die Abwehrkräfte!
Nun bin ich nahe der Warft und Rorbert Brauer steht schon oben am Tor mit seinem ornithologischen Fernglas. Er war ja auf Hallig Südfall auch für den Vogelschutzverein Jordsand tätig und somit auch für die Vogelzählungen. Er begrüßt mich und erklärt mir, was er gerade macht und läßt mich auch mal durch sein Fernglas schauen. Die Anzahl der Seevögel auf den Halligen ist schon für Ornithologen faszinierend und ich bin auch überwältigt über die Vielfalt der Seevögel. Robert Brauer erklärt mir die Hallig und seine Tätigkeit als Mitarbeiter des ALW - heute ALR, Amt für ländliche Räume und des Vogelschutzvereins Jordsand, welcher ja einige Halligen betreut, wie z.B. die Hallig Norderoog. Was der Verein leistet, ist für meine Begriffe nahezu vorbildlich für die heutige Zeit. Jedes Jahr im Juli gehts da los auf Norderoog. Viele junge Menschen aus vielen Nationen dieser Welt arbeiten für 2 Wochen für den Erhalt der Hallig. Sie bauen Lahnungen und sorgen somit dafür, dass wieder neues Land anwächst und die Hallig ihre Größe behält.-
Auf der Hallig Südfall befindet sich auch ein Funkraum des DGzRS. Auf Nordstrand ist ja seit Jahren ein Seenotrettungskreuzer stationiert und hier besteht natürlich auch reger Funkkontakt. Wie schon erwähnt, hat die Hallig eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie ist heute ca. 56 ha groß. 1910 wurde die Hallig z.B von der Gräfin Diana von Reventlow - Criminil gekauft. Das bestehende Hallighaus ließ sie abbrechen und ließ einen weniger schönen, zeitgenössischen Villenbau errichten. Die Gräfin hat bis zu Ihrem Tod am 05.08.1953 auf Südfall gelebt. Die Erben verkauften die Hallig 1954 für 20.000 DM an das Land Schleswig- Holstein. Seitdem hatte der Nordstrander Landwirt E.A. Dethleffsen die Hallig in Dauerpacht und ließ sie von Schafen beweiden. Land und Pächter ließen im Frühjahr 1959 das Villengebäude abbrechen und durch ein stilgerechtes Hallighaus, versehen mit sturmflutsichern Ständerraum ersetzen. Auf Initiative von Dethleffsen wurde dann auf der Warft ein Funkmast der DGzRS errichtet.
Robert Brauer erzählt mir noch einige Geschichten über Rungholt und er regt sich fast auf über die vielen Besserwisser. Wer soll es besser wissen, als der, der schon seit Jahrzehnten dort gelebt hat?
Es ist für mich ein spannender und nie vergessener Besuch auf der Hallig gewesen und ich wäre gern noch auf der Hallig geblieben. Der Zeitplan drückt mich und ich trete nach einem oder zwei leckeren Flensburgern mit Robert meinen Heimweg durchs Watt an. Der Weg ist wirklich wunderbar und ich empfehle jedem sich einer Wandergruppe anzuschließen und die Wanderung zu erleben. Die Termine der geführten Wanderungen sind im Helft,-WAS IST LOS AUF NORDSTRAND-, welches monatlich auf Nordstrand erscheint, zu finden.
Nach ca. 90 Minuten bin ich wieder am Strand von der Insel Nordsrand angekommen und schaue noch einmal wehmütig auf die schöne Hallig zurück!
HALLIG FÜR IMMER! ICH LIEBE DIE HALLIGEN!
Gruß
megane
Leuchttürme begeistern mich sehr und der Westerhever ist ja ein ganz berühmter Genosse unter den Leuchttürmen. Gut, dass er im Moment renoviert wird. Ich bin der Meinung, dass die Leuchttürme auch im Zeitalter von GPS etc. absolut eine Daseinsberechtigung haben und nach Möglichkeit keiner abgeschaltet werden soll. Es finden sich immer mehr Gruppen zusammen, welche sich für den Erhalt der Leuchttürme einsetzen, wie z.B die Interessengemeinschaft Seezeichen. Tolle Sache!
Nun setze ich meinen Weg durchs Watt fort und gehe den Weg entlang durchs Watt zur Hallig Südfall. Ich durchquere Priele, welche teilweise noch knietiefes Wasser führen. Es ist angenehm warm, die Sonne scheint und es macht richtig SPAß diesen Weg von ca. 7 KM durchs Watt zu gehen. Ich kann auch den Leuchtturm von Pellworm sehen, genauso das dazugehörige, leider gelöschte Unterfeuer, welches sich auf einem Betonsockel vor Pellworm befindet. Nun gehe ich über kleine Muschelbänke und komme der Hallig schon näher, ein imposantes Bild, sich so auf eine Hallig einzulassen. Nun muß ich in ca. 1 KM Entfernung auf einen Weg gehen, welcher etwas befestigt ist und barfuß etwas schwieriger zu gehen, aber man muß auch mal beißen als Wattwanderer.
Wenn ich mir überlege, dass der Postbote von Hallig Süderoog auch bei 10°C nur mit kurzer Hose durchs Watt geht und das GANZE 2 - 3 mal pro Woche, dass stärkt die Abwehrkräfte!
Nun bin ich nahe der Warft und Rorbert Brauer steht schon oben am Tor mit seinem ornithologischen Fernglas. Er war ja auf Hallig Südfall auch für den Vogelschutzverein Jordsand tätig und somit auch für die Vogelzählungen. Er begrüßt mich und erklärt mir, was er gerade macht und läßt mich auch mal durch sein Fernglas schauen. Die Anzahl der Seevögel auf den Halligen ist schon für Ornithologen faszinierend und ich bin auch überwältigt über die Vielfalt der Seevögel. Robert Brauer erklärt mir die Hallig und seine Tätigkeit als Mitarbeiter des ALW - heute ALR, Amt für ländliche Räume und des Vogelschutzvereins Jordsand, welcher ja einige Halligen betreut, wie z.B. die Hallig Norderoog. Was der Verein leistet, ist für meine Begriffe nahezu vorbildlich für die heutige Zeit. Jedes Jahr im Juli gehts da los auf Norderoog. Viele junge Menschen aus vielen Nationen dieser Welt arbeiten für 2 Wochen für den Erhalt der Hallig. Sie bauen Lahnungen und sorgen somit dafür, dass wieder neues Land anwächst und die Hallig ihre Größe behält.-
Auf der Hallig Südfall befindet sich auch ein Funkraum des DGzRS. Auf Nordstrand ist ja seit Jahren ein Seenotrettungskreuzer stationiert und hier besteht natürlich auch reger Funkkontakt. Wie schon erwähnt, hat die Hallig eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie ist heute ca. 56 ha groß. 1910 wurde die Hallig z.B von der Gräfin Diana von Reventlow - Criminil gekauft. Das bestehende Hallighaus ließ sie abbrechen und ließ einen weniger schönen, zeitgenössischen Villenbau errichten. Die Gräfin hat bis zu Ihrem Tod am 05.08.1953 auf Südfall gelebt. Die Erben verkauften die Hallig 1954 für 20.000 DM an das Land Schleswig- Holstein. Seitdem hatte der Nordstrander Landwirt E.A. Dethleffsen die Hallig in Dauerpacht und ließ sie von Schafen beweiden. Land und Pächter ließen im Frühjahr 1959 das Villengebäude abbrechen und durch ein stilgerechtes Hallighaus, versehen mit sturmflutsichern Ständerraum ersetzen. Auf Initiative von Dethleffsen wurde dann auf der Warft ein Funkmast der DGzRS errichtet.
Robert Brauer erzählt mir noch einige Geschichten über Rungholt und er regt sich fast auf über die vielen Besserwisser. Wer soll es besser wissen, als der, der schon seit Jahrzehnten dort gelebt hat?
Es ist für mich ein spannender und nie vergessener Besuch auf der Hallig gewesen und ich wäre gern noch auf der Hallig geblieben. Der Zeitplan drückt mich und ich trete nach einem oder zwei leckeren Flensburgern mit Robert meinen Heimweg durchs Watt an. Der Weg ist wirklich wunderbar und ich empfehle jedem sich einer Wandergruppe anzuschließen und die Wanderung zu erleben. Die Termine der geführten Wanderungen sind im Helft,-WAS IST LOS AUF NORDSTRAND-, welches monatlich auf Nordstrand erscheint, zu finden.
Nach ca. 90 Minuten bin ich wieder am Strand von der Insel Nordsrand angekommen und schaue noch einmal wehmütig auf die schöne Hallig zurück!
HALLIG FÜR IMMER! ICH LIEBE DIE HALLIGEN!
Gruß
megane