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Vollständige Version anzeigen : Schlepperstreit in der Nordsee angeblich beendet


squarerigger
04.07.2006, 14:16
Erinnert Ihr Euch noch an die Havarie des Frachters "Pallas" im Jahr 1998?

Verschiedene Experten vertreten ja bis heute die Ansicht, daß der Untergang des Schiffs vor Amrum hätte verhindert werden können, wenn man mit leistungsfähigen Schleppern gearbeitet hätte. Die "Oceanic" (http://www.bugsier.de/fleet.php?ship=oceaniceiner der leistungsfähigsten Bergungsschlepper der Welt, im Besitz der Hamburger Bugsier-Reederei lag stand-by vor Helgoland, wurde jedoch sehr spät gerufen - angeblich deshalb, weil die Wasser- und Schiffahrtsbehörden beweisen wollten, daß man keine teuren, gecharterten Schlepper braucht. Vielmehr wollte man mit den behördeneigenen Mehrzweckschiffen "Mellum" (http://www.wsv.de/Schifffahrt/Bekaempfung_von_Meeresverschmutzungen/Notschleppen/Mellum/index.html) und "Neuwerk" (http://www.wsv.de/Schifffahrt/Bekaempfung_von_Meeresverschmutzungen/Notschleppen/Neuwerk/index.html), die ja auch als Notschlepper geeignet sein sollen, agieren. Wie die Sache ausging, ist bekannt.

Danach sah man irgendwann ein, daß die Mehrzweckschiffe als "eierlegende Wollmilchsäue" zum Schleppen eben doch nicht so optimal sind. Stattdessen wurde dann doch wieder die "Oceanic" eingechartert, die seitdem vor Helgoland in Bereitschaft liegt. Zusammen mit diversen anderen, kleineren Schleppern, deren Betreiber sich zur ARGE Küstenschutz (http://web63.s3.avato.de/fairplay/notschlepper.htm) zusammengeschlossen haben, wird seither diese Art des Küstenschutzes sichergestellt.

Nun hat die "Oceanic" aber schon diverse Jahre auf dem Buckel und entspricht nicht mehr den neuesten Anforderungen. U.a. sind ihre Aufbauten nicht gasgeschützt, was heute aber eine sinnvolle und wichtige Ausrüstung ist. Lange Jahre wurde nun darüber diskutiert, ob es sinnvoll wäre, die "Oceanic" durch ein neueres Schiff zu ersetzen. Nun scheint man hier endlich zu Potte gekommen zu sein, wie man unter http://www.sdn-web.de/Presse/AntragNotschlepper.pdf nachlesen kann. Es soll eine Ausschreibung erfolgen, um einen Schlepper mit folgenden Spezifikationen zu finden:

- Tiefgang max. 6 m
- Geschwindigkeit min. 19,5 Knoten
- Pfahlzug min. 200 t
- Gasschutz
- in Deutschland registriert.

Damit scheint endlich Bewegung in die Schlepperfrage zu kommen, was vor dem Hintergrund der immer stärker zunehmenden Schiffahrt sehr wichtig ist.

Gerüchten zufolge soll die Reederei Harms-Bergung 2 Schlepper, die diese Anforderungen erfüllen, in Auftrag gegeben haben. Die beiden Schiffe sollen einen Pfahlzug von sogar 280 t haben.

Alexander

blauort
04.07.2006, 19:34
Ich war am 24.6.06 in Cuxhaven und habe auf der Mützelfeldwerft einen Schlepperneubau fotografiert: Name "Magnum", mehr als 200t Pfahlzug, wie der Hafenrundfahrtkapitän erklärte. Dazu als drittels ein "Kessel Buntes"; der Schlepper "RT Zoe" (Valetta) unterwegs elbaufwärts ...

MfG
Blauort

squarerigger
04.07.2006, 23:21
Ich war am 24.6.06 in Cuxhaven und habe auf der Mützelfeldwerft einen Schlepperneubau fotografiert: Name "Magnum", mehr als 200t Pfahlzug, wie der Hafenrundfahrtkapitän erklärte.

Ja, das ist einer der Harms-Neubauten (www.harms-bergung.de).

Dazu als drittels ein "Kessel Buntes"; der Schlepper "RT Zoe" (Valetta) unterwegs elbaufwärts ...


Das ist ein Schlepper der niederländischen Schleppreederei Kotug (www.kotug.nl), die hierzulande u.a. in Bremerhaven und Hamburg Hafenassistenzleistungen anbietet.

Alexander