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Vollständige Version anzeigen : Was Gedanken doch für Kraft haben!!


Strandfloh
11.07.2006, 16:12
Moin!

Da ist er nun, der von vielen so heiß ersehnte Sommer. Doch was ist daran nun so toll? Die Temperaturen klettern auf über 30°C. Die Hitze ist unerträglich. Er ist schwül und einfach viel zu warm. Ich kann die Leute nicht verstehen, die nun überschwänglich, freudestahlend durch die Gegend rennen. Klar, für die Kinder ist es toll. Die Ferien beginnen nun nach und nach und die sind natürlich bei Sonnenschein viel schöner als bei Regenwetter. 30°C! 25°C würden mir auch reichen. Aber es ist nun mal so. Viele freuen sich, doch ich fange an zu leiden.
Ich sitze im Büro. Hier drinnen ist es auch nicht viel kühler als draußen, eigentlich sogar gar nicht. Ich versuche irgendwie einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber wie, wenn kein Lüftchen geht? Wie, wenn die Luft wie eine Wand im Raum steht? Wie, wenn die Hitze durch die Räume und die Gänge wabert? Wie, wenn die Sonne direkt auf das Fenster brutzelt? Wie, wenn keine Klimaanlage vorhanden ist? Wie, wenn jede kleinste Bewegung zu einem Schweißausbruch führt? Die einzige Möglichkeit die uns bleibt, ist, die Fenster zuzumachen, die Rollos bis zum Anschlag zu schließen und einen Miefquirl aufzustellen und dann auf den Feierabend hoffen. Aber was ist das für eine Arbeitseinstellung? Keine!

Was ist das denn hier für ein Gequatsche, werdet Ihr Euch jetzt denken. Zu Recht. Aber genau das sind zur Zeit die Momente, in denen ich mich manchmal einfach nur weit weg träume, in denen ich einfach nur denke: ‚Wäre ich doch jetzt dort.' Aber es geht einfach nicht. Keine Chance. Erst irgendwann wieder in ein paar Monaten, oder noch ein paar mehr. Aber in Gedanken denke ich einfach: „Sommer, Sonne, Strand und SPO."

Ich stelle mir dann vor, wie ich morgens in Sommerbekleidung an den Strand radel. Leichte Kleidung, dünner Stoff, keine Kleiderordnung. Ich grüße den netten Mann am Kassenhäuschen. Mittlerweile kennt er mich schon und ich kann einfach druchfahren. Den Steg entlang, den Salzgeruch in der Nase, den Wind im Haar. Es ist noch früh, aber es ist schon sehr warm. Die Hitze flirrt über den Sand. Dieser verwandelt sich dadurch in eine riesengroße Wasserfläche. Doch der Schein trügt. Es ist nur eine optische Täuschung. Aber das macht nichts, denn das Wasser ist ja zum greifen nah. Das Fahrrad wird schnell festgebunden und der Körper von Schuhen und Klamotten, bis auf die Badeklamotten natürlich, befreit. Der Wind huscht nun direkt über die Haut und kühlt diese anfangs so sehr, dass eine Gänsehaut über den ganzen Körper läuft.
Die Füße vergraben sich bei jedem Schritt im Sand, der unter der warmen Oberfläche noch recht kühl ist. Und schließlich stehe ich im Wasser. Im kühlen Naß. Es ist eine Wohltat. Es kühlt so herrlich. Dazu der Wind, der die Wärme mildert. Herrlich! Die Blicke schweifen über das dunkle Wasser, den blauen Himmel und den noch fast leeren Strand, der sich jedoch zunehmend mit bunten Standmuscheln füllt. Doch das macht mir im Moment gar nichts. Ich genieße die Kühle und setze meinen Weg fort, natürlich immer an der Wasserkante entlang.

Tja, und dann wird mir wieder bewusst, dass ich in einem viel zu warmen Büro sitze, die Hände und die Füße schwer wie Blei werden und dass es noch etliche Stunden sind, die mich vom kühlen Feierabend in leichter Sommerbekleidung trennen. Aber diese paar Momente, wenn auch teilweise nur Bruchteile einer Sekunde, helfen mir etwas, mit der Hitze fertig zu werden.
Es ist zwar nur rein Mental, aber das hilft.
Ich kann den Wind spüren, obwohl gar keiner da ist.
Ich kann das Salz riechen, obwohl nur der muffige Geruch des Büros in der Luft hängt.
Ich merke das kühle Wasser an meinen Füßen, obwohl ich Schuhe an habe und
ich „höre" die Stille, obwohl von draußen recht viel Lärm rein kommt.

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Kraft Gedanken doch haben können.
Ich bin fasziniert, wie feinfühlig Sinne sein können, ohne dass die Reizauslöser überhaupt vorhanden sind.
Die Kraft der Natur, die Wunschgedanken, der Wille und die Fantasie. Diese Elemente verleihen einem einzutauchen in eine Welt, die weit weg ist, die man liebt, die aber nicht greifbar ist.

Sollte es Euch genauso gehen wie mir, dann versucht es einfach mal: Macht die Augen zu, lehnt Euch zurück und denkt an den Ort, an dem Ihr jetzt sein wollt. Denkt an das, was Ihr dort erlebt habt und an das, was Ihr dort kennt. Für Sekunden ist alles andere um Euch rum nicht mehr ganz so wichtig und die Hitze wird für den Moment ertragbar.

©by Strandfloh 2006

Grüße,

Strandfloh.

megane
11.07.2006, 17:29
Moin Moin,

@Strandfloh,

Danke für Deinen tollen Bericht. Ich wollte ähnliches in meinem Beitag -Hallig für immer- zum Ausdruck bringen. Mit den Gedanken kann man Berge versetzen. Man kann sich durch die oben beschriebenen Gedanken positiv beeinflussen.
In diesem Sinne...

Gruß
megane

barny1964
11.07.2006, 20:36
Moin

Du sprichst mir aus der Seele.

Gruß Barny

Yvonne
12.07.2006, 08:25
Hallo Floh!

Du sprichst mir wirklich aus der Seele! Was wäre ich zur Zeit so gerne in SPO!!
In meinem Büro ist es nämlich auch so heiß, daß man es nicht aushält. Es ist sogar heißer als draußen, und nachmittags wirds einem schlecht von der Hitze.

Dann wünsche ich mich auch immer weit, weit weg. Aber zur Zeit bleibt mir nichts an deres übrig, als durchzuhalten bis Feierabend, oder nach und nach meine Überstunden zu verbraten.

Aber irgendwann werde ich auch wieder am Strand stehen um mir den Wind um die Ohren fegen lassen. Ganz sicher!

Leuchtturm1907
12.07.2006, 14:11
Genau, so mache ich das auch : Augen schließen und sich vorstellen, durch den schmalen Dünenweg zu laufen

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/2570386/400_3433363234336539.jpg

und dann den endlosen Ordinger Strand zu sehen

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/86/2570386/400_3631333262373566.jpg
(zugegeben, das Foto ist vom letzten Jahr...)

und diesen Anblick hatte ich bis letzten Sonntag noch... wisst Ihr was ?
Ich mache die Augen wieder zu *träum*

Landratte
17.07.2006, 10:25
Noch 105 Tage bis zu unserem SPO-Urlaub (mein 3.)!!
Wie soll ich das bloß durchhalten???

Bei uns im Büro ist es momentan eher zu kalt!!!
Die Klimaanlage funktioniert zu gut!
Von dem schönen Wetter da draußen bekommt man fast nix mit.
Weil die Sonne sonst auf dem Bildschirmen blendet,
ist der Sonnenschutz immer komplett zu.
Durch den Lufzug aus der Klimaanlage hab ich ständig dieses Augenzucken.

Ich will nicht mehr!!!
Ich will nach SPO!!!!

----Noch 105 Tage.....

wieczie
19.07.2006, 10:59
...für ein schöner Traum Strandfloh. Du sprichst mir da aus vollem Herzen, mehr als einmal ging es mir die letzten Tage ganz genauso und ich habe mich an den Strand von SPO (wenn auch nur gedanklich) geflüchtet...
Hm....noch ein bisserl mehr als 5 Wochen....und dann ist es endlich soweit :)

Jochen
21.07.2006, 14:19
In diesen Tagen der Hitze auch ein kleiner bescheidener Beitrag von mir.

Bewegte Luft, bewegte Gedanken

Ich sitze gerade im Büro
Mit dem Gesicht dem Ventilator zugewandt
Geschlossene Augen, Nase im Wind und bin ganz entspannt
Gedanklich am Strand von SPO

Und auf einmal, da kann ich es hören
Das Kreischen der Möven, das Rauschen der Wellen
Ich lasse mich davon nur zu gerne betören
Möchte mich gerne zum Spülsaum gesellen

So sitze ich da und jetzt kann ich es fühlen
Den Sand, der sich zwischen meinen Fingern verliert
Die Wasser, kühl, sanft meine Füße umspühlen
Ich wünscht es wäre gerade wirklich passiert

So kann ich nur träumen, Gedanken nachhängen
Wie gerne wäre ich jetzt vor Ort
Und lauschen den nordischen Meeresklängen
Ein Blick auf die Uhr "Ich muss hier fort"

Doch leider gibt es da diesen roten Strich
Der sich durch meine Rechnung zieht
Kommt Zeit kommt Rat, so beruhige ich mich
Bis mich, ganz sicher, die Nordsee wieder sieht

Gruß
Jochen

hg
21.07.2006, 19:47
Moin Strandfloh,

woher kennst du auch meine Gedanken??????:confused:
In meinem Büro sieht es nicht anders aus...Aber ich hab unter meinen
Schreibtisch zwei Behälter mit Wasser gestellt...Füße rein...:top:

Überall um meinen Schreibtisch Bilder von SPO und mein Hintergrundbild
( PC ) zeigt den herrlichen Strand vom Sommer in SPO...:D

So ist das alles erträglicher und verkürzt die Wartezeit (4 Wochen ) ...;)

Sei gegrüßt aus der viel zu heißen Pfalz von hg

Lisa
22.07.2006, 13:19
Wenn man dieses Träumen, das Spiel mit den Gedanken beherrscht, funktioniert das wunderbar.
Man ist plötzlich in einer anderen Welt und nimmt die Eindrücke auch wahr, die man so sehr liebt. Bei mir klappt das prima :eek:
Vielen Dank Strandfloh für diesen wunderbaren Beitrag :top:

*Sweety*
22.07.2006, 22:01
...Ja ich kann das nur bestätigen.
Dank meiner eigenen und den vielen tollen Bildern aus dem Forum brauche ich nur etwas Ruhe und schon nach wenigen Sekunden kann ich das Meer hören und fühle mich zurückversetzt an einen der schönen Abende, die ich am Strand verbracht habe oder an einen der super langen Spaziergänge über den Strand! Leider werde ich selber auch erst wieder im Herbst die Möglichkeit haben das zu genießen...aber die schönen Beiträge und meine eigenen Gedanken erleichtern das Warten erheblich :smile:

MfG *Sweety*

deichhocker
23.07.2006, 06:26
..... packt und 1000 Km für ein WE zuviel des Guten sind helfen mir diese Bilder (http://www.deichhocker.de/Galerie/Uebersicht.htm)
und ein paar Gedanken an die schönen Erlebnisse in Nordfriesland


Ein Hoch auf die Gedanken und alle die noch Träume haben

:) :) :)

Emmental
25.07.2006, 19:53
Moin Strandfloh

Ich bin begeistert von deinem Bericht und werde versuchen diesen "Trick" auch in den nächsten immer heisser werdenden Tagen anzuwenden und die Bilder von meinem Urlaub in SPO vom Juni wieder aufleben zu lassen. Heute Abend habe ich zur Abkühlung wieder Mal meine Fotos angeschaut. Ach wie ist es doch schön zu träumen (vor allem in den heissen stickigen Büros). Bei uns ist auf Freitag eine kleine Abkühlung in Sicht, hoffe es stimmt. Ansonsten wie von dir empfohlen... träum.. träum....

Danke Gruss Emmental

Strandfloh
01.11.2006, 18:08
Moin!

Ich stehe am Strand, ganz weit vorne am Spülsaum. Die Wellen brechen sich am Strand, rollen mit enormer Wucht auf mich zu. Das Wasser läuft über meine Füße. Die erste Welle, dann die zweite. Schaumberge türmen sich neben mir, vor mir und hinter mir. Ich stehe im Schnee, im Schnee des Meeres. Es sieht aus, als würde die See gewaschen werden, als wäre zu viel Waschmittel genommen worden oder als würde das Wasser im Nudeltopf überkochen. Schaum wohin das Auge reicht, Schaumkronen wie weiße Watte auf dem Wasser.

Über mir kreist es lautlos. Man sieht die Kraft, aber kein Ergebnis. Millimeter um Millimeter, Zentimeter um Zentimeter, mühsam aber stetig. Sie kommt weiter, schwer aber es geht. Dann lässt sie sich wieder einen Moment nur tragen, prescht dadurch nach hinten zurück, versucht es erneut. Es scheint ein Kampf ohne Ende, aber irgendwie schafft sie es gegen den Wind anzukommen, langsam und leise nähert sich die Möwe ihrem Ziel. Leise? Ich kann es nicht sagen, denn außer dem Rauschen des Meeres und dem Heulen des Windes nehme ich nicht wirklich einen Laut wahr.

Ich stehe, ich sehe, ich spüre, ich fühle, ich genieße, ich träume, ich rieche, ich schmecke, ich fliege mit dem Wind, ich und meine Gedanken.
Die Zeit scheint still zu stehen, aber dennoch sehe ich, wie sie weiter läuft, mit jeder Welle, mit jeder Schaumflocke, mit jeder Möwe, die sich vorwärts kämpft, mit jedem Sandkorn, das über den Strand getrieben wird.

Stille obgleich tosender Lärm, Wärme obgleich eisige Kälte. Wind! Ganz viel Wind!

Meine Füße werden immer mehr unterspült. Mir wird das kalte, nasse Gummi an meinen Füßen bewusst. Mein Gesicht ist ebenfalls kalt und naß, so wie meine Schuhe. Wahrscheinlich glänzt es auch so. Meine Hände sind feuerrot, taub und unbeweglich. Die Kälte und die Gischt haben ganze Arbeit geleistet. Meine Nase friert und aus meinen Augen laufen die Tränen. Es sind keine Tränen der Trauer, keine des Glücks, es sind Tränen, die durch die Heftigkeit des Windes hervorgerufen worden sind.

Ich stehe da, unbeweglich. Ich habe kein Zeitgefühl. Ich lasse einfach alles nur auf mich wirken. Nehme alles mit was sich mir und meinen Sinnesorganen entgegenstreckt. Präge es mir ganz tief ein. Jedes Detail, jede Kleinigkeit.

Der Wind streicht mir durch das Haar, über die Haut. Kleine, feine Sandkörner darin pieksen wie tausend kleine Nadelstiche. In meine Ohren Rauscht es, der Wind und das Meer.

Das Meer, ja genau das Meer.

Von weitem nehme ich plötzlich Motorengeräusche wahr, Stimmen. Stimmen? Motoren? Bruchteile einer Sekunde weiß ich nicht wo ich bin, Bruchteile einer Sekunde fehlt mir jegliche Orientierung. Doch dann ist sie knallhart wieder da, die Wirklichkeit. Um mich rum Busse und Straßenbahnen, Menschen auf dem Heimweg, genau wie ich.

Der Wind fährt mir durch die Haare, mein Gesicht ist kalt und naß vom Regen. Die Blätter der nahestehenden Bäume wiegen sich im Wind. Rauschen, das Rauschen der Blätter, das mit geschlossenen Augen fast wie das Rauschen des Meeres klingt.

Ja, das Meer, weit und unergründlich, genau wie manchmal unsere Gedanken.

©by Strandfloh 2006

Grüße,

Strandfloh.