Vollständige Version anzeigen : Uraltes Buch
geoHartmut
22.05.2011, 21:24
Moin moin,
dieser Beitrag ist nicht wirklich ein Tipp, aber ich habe mich so gefreut ;)
Heute bekam ich zum Geburtstag von meiner Tochter und meinem jüngsten Sohn das antiquarische Buch geschenkt
Helgoland und seine Sprache
Land und Leute
von
Theodor Siebs (http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Siebs)
Zweite Auflage von 1920
Die Erstauflage erschien bereits 1909.
http://www.welkoam-iip-lunn.de/upload/theodor_siebs-1.jpg
Professor Siebs war ein Sprachwissenschaftler. Sein Buch ist ein Beitrag zur Volks- und Sprachkunde.
Mein Lesestoff für die nächsten Wochen ist also gesichert :D Ich bin schon so gespannt...
Folgende tolle Karte aus dem Buch möchte ich Euch noch zeigen:
http://www.welkoam-iip-lunn.de/upload/theodor_siebs-karte-1.jpg
Mehr wahrscheinlich demnächst auf meinen Helgolandseiten... :smile:
LG Hartmut
Moin Hartmut,
das ist aber ein tolles Geschenk Deiner Kinder. :)
Viel Spaß mit dem Buch
wünscht
Bea
Leächmoaler
23.05.2011, 14:07
Moin Hartmut!
Das nenn ich mal ein wirklich passendes Geschenk. Auch von meiner Seite viel Freude an dieser Lektüre. Bis mal gespannt in welcher Form Du uns teilhaben läßt.
Mit liebem Gruß
Thomas
Natürlich erstmal nachträglich alles Gute. Und ja, ein super Geschenk :eek: Würde mich freuen, wenn Du iwann den Inhalt auf Deiner HP zusammenfassen würdest.:top:
BergischLand
23.05.2011, 16:56
klingt nach einer spannenden Lektüre, viel Spaß beim Durchschmökern!
Okay, wenn das hier jetzt der alte-Bücher-Thread wird, kann ich auch noch was dazu beitragen. Vor gut einem Jahr habe ich die sog. Bolzendahl-Chronik als Abschrift (1973) erstanden. Das Buch enthält Angaben zum aktuellen Tagesgeschehen und großen Ereignissen aus den Jahren 761 - 1723.
Der erste Teil und vermutlich älteste Teil gibt teilweise wortwörtlich Zitate aus der sog. Heimreich-Chronik Nordfrieslands wieder. Es wird dabei vermutet, daß zu den Aufzeichnungen ein Pfarrer, der von 1612 - 1627 tätig war, beigetragen hat. Dieser älteste Teil enthält zum Teil äußerst skurrile und unglaubwürdige Aufzeichnungen, v. a. aus der Zeit vor der Neuzeit. So heißt es beispielsweise: "Ao. 516. Zu Zeiten Haraldi Könige in Dännemark, ward gantz Friesland von der See überschwemmt, daß über 6000 Menschen ertruncken." Viele solcher Angaben lassen sich heute aus historischen Quellen nicht mehr belegen und können daher heute lediglich als Spekulationen angenommen werden.
Für den 2. Teil der Chronik (1698 - 1713) nennt diese als Verfasser den Helgoländer Gerichtsschreiber Christian Stieff. Die Angaben aus den Jahren 1713 - 1723 dürften hingegen auf den Ratmann und Gastwirt Hans Broders zurückgehen. Die Ereignisse aus dieser Zeit sind sehr akribisch und z. T. auf den Tag und die Uhrzeit genau notiert. So werden sämtliche in diesen Jahren ankommenden größeren Schiffe, Unglücke und Kaperfahrten vor Helgoland genannt.
Eine Helgoländer Schulchronik (von der ich noch nichts weiter gehört oder gelesen habe - falls es also mehr Infos von Euch dazu gibt, bitte mein mir melden!) nennt Peter Friedrich Bolzendahl, der 1796 als Lehrer nach Helgoland kam und dort 1823 verstarb, als Autor der Chronik. Über die Tochter seines Sohn (Johann Christian Bolzendahl) gelang die Bolzendahl-Chronik zunächst in den Besitz der Düsseldorfer Familie Ruhnke und anschließend in den der Familie Kröger. 1936 kaufte die Gemeinde Helgoland diese Chronik und brachte sie auf die Insel. Was mit ihr im Krieg passierte und wer sie bis zur erneuten Auflage durch Erwin Weber verwahrte, konnte ich noch nicht ermitteln.
geoHartmut
24.05.2011, 20:03
Moin,
da es hier um Helgoland geht, habe ich aus diesem Thread die beiden Beitäge von Udo und eine Antwort von Jürgen (Schimmelrieder) nach Büsum - Tipps (http://kuestenforum.de/forumdisplay.php?f=7) verschoben.
--> Alte Bücher über Büsum und von der Küste (http://kuestenforum.de/showthread.php?t=6193)
LG Hartmut
geoHartmut
13.11.2011, 20:34
Vor Monaten schon habe ich angefangen, die Abschrift der Bolzendahl'sche Chronik die Radbod mir freundlicher Weise eingescannt hat, mit einer Texterkennung, viel Handarbeit und viel Geduld in ein neues Textformat zu übertragen.
http://www.welkoam-iip-lunn.de/upload/bolzendahl.jpg
Zur Zeit stagniert das 160-Seiten-Projekt zwar, aber das was schon fertig ist (24 Seiten), habe ich nun schon mal online gestellt:
Die große Helgoländer Chronik (http://www.welkoam-iip-lunn.de/bolzendahl.htm)
Meine Seiten sehen natürlich nicht so spektakulär gut aus, wie das oben fotografierte Original im Museum Helgoland.
LG Hartmut
Moin Hartmut,
ist das auf dem Foto die echte Bolzendahl-Chronik? Ist die im Museum ausgestellt? Neues Exponat?!
Gruß aus Kiel
Radbod
geoHartmut
14.11.2011, 15:29
Hi Daniel,
meines Wissens nach ist das kein neues Exponat und es steht in der Tat unantastbar hinter Glas im Museum.
LG Hartmut
Hmmm, is ja n Ding. Ich hatte mich damals verzweifelt nach dem Ding umgesehen, da ich aus nem anderen Buch wußte, das es das Exemplar nach dem Krieg noch gab. Habe daher auch das Museum angeschrieben und - wie leider bisher jedes mal - absolut keine Antwort bekommen :-(
geoHartmut
18.12.2011, 19:00
Moin moin,
so (gaaaanz) langsam wächst mein "Projekt Bolzendahl (http://www.welkoam-iip-lunn.de/bolzendahl.htm)". Einundvierzig Seiten habe ich bereits erfasst und online (http://www.welkoam-iip-lunn.de/bolzendahl/bolzendahl_03.htm) gestellt.
In dem Text kommt ein lateinischer Ausspruch vor, den ich leider nicht übersetzen kann. Vielleicht gibt es ja hier im Forum jemanden, der mir weiterhelfen kann.
Es geht um den Satz
Zulcines lapidats est
Es handelt sich um einen Eintrag zum 8. Januar 1700:
.http://www.welkoam-iip-lunn.de/upload/zulcines.jpg
Wäre schön, wenn ich dem Leser auf meiner Seite hinter dem Satz eine schlüssige Übersetzung anbieten könnte...
Weihnachtliche Grüße
Hartmut
Moin,
kann Dir da leider nicht wirklich weiter helfen. Habe ne halbe Stunde mit meinem Bruder, der einige Jahre Latein in der Schule hatte und Hobby-Linguistiker ist, diskutiert. Ein einfacher Blick ins Latien-Wörterbuch zeigt, daß der Wortstamm "lapidat" etwas mit Stein zu tun haben muß. Im Italienischen heißt "lapidatus" so viel wie steinigen oder polieren. Würde jedoch in beiden Fällen vermutlich keinen Sinn machen. Es scheint daher vielmehr so zu sein, daß Erwin Weber selbst keine Ahnung hatte, was er da las oder zu lesen glaubte.
Aber keine Ahnung, worauf sich das "Zulcines" beziehen könnte. Zudem gibt es im Lateinischen kaum die Verwendung des Buchstaben Z ...
Oft beziehen sich Einträge der Bolzendahl-Chronik auch auf vorhergehende Ereignisse. Da - verfolgt man die Angaben der vorhergehenden Einträge zurück - es in diesem Kontext auch um ein gestrandetes Schiff und dessen Ladung gehen könnte, wäre eine Interpretation hingehend Bergung, Untergang oder auf Stein setzen vllt. auch möglich. Das Alles bleibt aber Spekulation, solang im Originaltext nicht die entsprechende Stelle nochmal transkribiert wird. "Zulcine" sollte dann der Schlüssel zur Lösung des Rätsels sein.
Gruß
Radbod
PS: Sehe gerade, daß auf dem von Dir geposteten Foto auf Seite 1 des Threads möglicherweise die richtige Seite zufälligerweise aufgeschlagen ist - hoffe das zumindest. Vllt. hast Du ja ein hochauflösenderes Foto davon, dann könnte man der Sache nochmal auf den Grund gehen ...
PPS: Mist! Der entsprechende Text ist auf der Seite davor *grml*
geoHartmut
18.12.2011, 21:39
Vielen Dank Daniel :)
translate.google.com (http://translate.google.com/#la|de|Zulcines%20lapidats%20est) übersetzt "Zulcines lapidats est" mit "Zulcines wird gesteinigt", was in diesem Zusammenhang imho keinen Sinn macht.
Es würde dann bedeuten, dass "Zulcines" ein Eigenname ist. Eventuell liegt aber auch aus heutiger Sicht eine abweichende Schreibweise vor, wie man sie ja in den Aufzeichnungen häufig findet.
Mein Latein ist vulnerare :D
Querdenker sind gefragt :eek: Vielleicht hat ja noch jemand andere Vorschläge...
Hartmut
Und meins war noch nie vorhanden :D
Schimmelrieder
20.12.2011, 06:35
... Querdenker sind gefragt :eek: Vielleicht hat ja noch jemand andere Vorschläge...
Moin Hartmut -
dann beteilige ich mich auch einmal mit einem Gedankenspiel, doch mehr als ein solches ist es natürlich nicht.
Was bedeutet es, wenn in der Bibel jemand gesteinigt worden ist? Dass eine Existenz gewaltsam ausgelöscht wurde. Ich bringe den fraglichen Satz nun in Zusammenhang mit den Meldungen, die davor stehen: ein Schiff ist gestrandet, das Wrack, wird ausgebeutet, bis letztlich nichts mehr von ihm übrig ist. Vielleicht ist es auch auf einen Fels (Steine) aufgelaufen. Hieß das Schiff vielleicht gar "Zulcines"? Jetzt ist es ausgebeutet, zerlegt, es existiert nicht mehr. Zulcines lapidats est, das Kapitel ist abgeschlossen.
Das alles ist nur mal so gedacht, vielleicht auch völliger Unsinn. Und da ich ab Donnerstag für zwei Wochen Ferien auch vom Internet mache, wünsche ich dir und allen hier schon einmal
Schöne Wiehnachtsdaag, en gode Rutsch rin in dat ne'e Johr un jümmers en gode Wind!
Jürgen
Moin,
Name des Schiffes ist nicht weiter bekannt. Es ist von einem "Bergisch Schiff" die Rede. Aber in der Tat gibt es heute noch Zulcines als Familiennamen ...
lilakuki
20.12.2011, 16:45
Moin,
die Deutung von Jürgen ist schlüssig. Aber ich habe noch die Überlegung, stammend aus meiner vor langer Zeit genossenen Unterrichtung in Latein, daß das "z" sowohl als "c" als auch als "k" ausgesprochen werden konnte. Mein Pauker hat das "k" bevorzugt.
"Culcine" ist wiederum eine Art von Mosquito.
Aber führt das weiter? :( :(
MFG Heinz
schalker
20.12.2011, 19:32
Moin,
es wird auch mit ".. es regnet Steine ( vom Himmel)"
übersetzt...
Aber ob das weiter hilft?
Gruß
der Schalker