Droht der Krabbenfischerei im Wattenmeer das Ende?

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frische Luft
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Droht der Krabbenfischerei im Wattenmeer das Ende?

Beitrag von frische Luft »

Droht der Krabbenfischerei im Wattenmeer das Ende?
Ein NDR-Nachrichten-Betrag, Stand: 30.07.2025 15:13 Uhr
Quelle:https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... i-100.html

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Text-Kopie.
Die Krabbenfischerei im Nationalpark Wattenmeer sollte durch einen "Zukunftsdialog" gesichert werden. Naturschützer sehen den nun als gescheitert an.
Die Krabbenfischer sehen sich mit überzogenen Forderungen konfrontiert.

Vertreter der Schutzstation Wattenmeer in Husum (Kreis Nordfriesland) und des WWF Deutschland sehen den im vergangenen Jahr gestarteten "Zukunftsdialog zur Krabbenfischerei" als gescheitert an.
In dem Gesprächsformat haben sich sich Vertreter des Naturschutzes, der Krabbenfischerei sowie der Landesregierung regelmäßig vertraulich getroffen.
Diese Treffen sollten zu Rahmenbedingungen führen, unter denen die traditionelle Krabbenfischerei Nationalpark-verträglich weiter existieren könnte.
"Die Gespräche an sich waren immer gut, allerdings konnten wir uns inhaltlich nicht annähern", sagte Martin Stock von der Schutzstation Wattenmeer dem NDR Schleswig-Holstein.

Zugeständnisse "über die Schmerzgrenze" hinaus
Ein Schiff von Krabbenfischern fährt bei Sonnenaufgang auf das Meer.

Bild ist im o.g. Link zu sehen !
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Die traditionelle Krabbenfischerei in der Nordsee ist Kultur- und Wirtschaftsgut, beeinträchtigt Naturschützern zufolge aber auch Umwelt und Natur.

Die Vertretung der Krabbenfischer berichtet in einer Mitteilung von Annäherungen und gegenseitigem Verständnis.
Auch das Vertrauen sei gewachsen. In der zentralen Frage allerdings, wie viel Prozent des Nationalparks dauerhaft fischereifrei sein solle, sei keine Einigung erzielt worden.
Weitgehende Zugeständnisse, die teils über die "Schmerzgrenze einzelner Mitglieder" hinaus gegangen seien, hätten den Umweltverbänden nicht ausgereicht.
Deren Forderungen wiederum hätten aus Sicht der Fischerei das Aus bedeutet - insbesondere für den Berufsnachwuchs.

Wird der Nationalpark Wattenmeer jetzt fischereifrei?
Den Naturschützern zufolge beeinträchtigt die Krabbenfischerei mit ihren Bodenschleppnetzen den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer auf fast der gesamten Wasserfläche.
Sie fordern die Landesregierung nun auf, "geltendes Recht" und damit große, fischereifreie Gebiete in der Nordsee durchzusetzen.
Die Krabbenfischer, die überwiegend im Nationalpark Wattenmeer arbeiten, verweisen darauf, dass der Schutz des Gebiets in ihrem eigenen Interesse liege.

Parteien sind weiter gesprächsbereit
Wie die Krabbenfischer betonen, sind sie weiterhin bereit, "gemeinsam mit Politik und Umweltverbänden tragfähige Lösungen zu entwickeln."
Auch Martin Stock von der Schutzstation Wattenmeer erklärte gegenüber NDR Schleswig-Holstein, weiterhin gesprächsbereit und gewillt zu sein, die traditionelle Krabbenfischerei zu erhalten.

Das Landwirtschaftsministerium schrieb auf NDR Anfrage, man habe sich dafür eingesetzt, dass sowohl die Interessen der Fischerei als auch die des Naturschutzes berücksichtigt werden.
Aus Ministeriumssicht brauche es ausgewogene Lösungen - großflächige Sperrungen ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf die Betriebe könnten das Aus für viele bedeuten.
Weiter heißt es, man halte es für sinnvoll, einen länderübegreifenden Dialog mit Niedersachsen fortzusetzen und zugleich auch Entwicklungen auf Bundesebene einzubeziehen.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise :D ... AN DIE KÜSTE

Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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frische Luft
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Re: Droht der Krabbenfischerei im Wattenmeer das Ende?

Beitrag von frische Luft »

Krabbenfischer in SH ziehen für 2025 positive erste Bilanz
Ein NDR-Nachrichten-Beitrag, Stand: 23.10.2025 16:49 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... n-100.html


Bild und Text-Kopie.
Screenshot aus o.g Link Krabbenfischer.jpg
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Größerer Fang und bessere Preise - so fassen viele Krabbenfischer in Schleswig-Holstein das aktuelle Jahr zusammen.
Dabei hatte es 2024 noch schlechter ausgesehen. Verbraucher dürfen mit stabilen Krabbenpreisen rechnen.


Jan Möller, Krabbenfischer beim Landesfischereiverband Schleswig-Holstein, zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Fangjahr für Krabben.
Den Grund dafür bringt er auf einen einfachen Punkt:
"Der Wittling ist in diesem Jahr nicht da". Warum genau das so ist, kann Möller nicht erklären. Üblicherweise gehört der Wittling, der zur Familie der Dorsche gehört, zu den größten Fressfeinden von Krabben.

Ohne ihn sei die Fangmenge für die Krabbenfischer an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste in diesem Jahr gut gewesen. In diesem Jahr werde sie wohl doppelt so groß sein wie noch im Vorjahr, schätzt Möller.

Erzeugerpreise sind für Krabbenfischer wieder besser
Krabben in einem Plastikbehälter.
Zuletzt lag der Erzeugerpreis für das Kilogramm Krabben bei 4,75 Euro.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Der Erzeugerpreis für Krabben lag zuletzt bei 4,75 Euro für das Kilogramm, sagt Möller.
Angesichts der Fangmenge sei das genug für ein auskömmliches Einkommen.
Oft kauften Unternehmen aus den Niederlanden die Krabben.
Gepult werden sie in Marokko. Weil mehr gefangen wurde, sind die Preise in den vergangenen Wochen für das Kilo gesunken. Anfang des Jahres lag er noch bei 13 bis 14 Euro.
Doch Möller warnt: Weiter runter dürfe es preismäßig nicht mehr gehen.

Noch etwa 70 Kutter sind auf Krabbenfang in SH
Dennoch rechnet er insgesamt mit einem positiven Jahr und das sei auch zur rechten Zeit gekommen.
"Noch so ein Jahr wie letztes Jahr, das möchte ich mir nicht ausmalen", sagt Möller, der als Krabbenfischer von Büsum aus in See sticht.


Nach seinen Angaben sind noch knapp 70 Kutter auf Krabbenfang.
Haupthäfen sind Büsum (Kreis Dithmarschen) und Husum (Kreis Nordfriesland). Die Krabbensaison wird voraussichtlich bis Mitte Dezember dauern. Nach der Winterpause fahren die Krabbenfischer dann für gewöhnlich wieder ab Ende Februar, Anfang März zum Fang ins Wattenmeer.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
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Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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