Leuchtturm Darßer Ort: Im Dienst seit 1849

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frische Luft
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Leuchtturm Darßer Ort: Im Dienst seit 1849

Beitrag von frische Luft »

Leuchtturm Darßer Ort: Im Dienst seit 1849
Ein NDR-Beitrag-Geschichte, Stand: 02.01.2024 00:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/schauplae ... rt100.html

Bild und Text-Kopie.
Screenshot aus o.g. Link.jpg
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Am 1. Januar 1849 wurde der im Jahr neu gebaute Leuchtturm auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst offiziell in Dienst gestellt.
Er ist rund 35 Meter hoch und zählt zu den ältesten an der deutschen Ostseeküste.


von Jochen Lambernd

Für 20 Pfennige kann man ab dem 7. Mai 1974 den Leuchtturm Darßer Ort kaufen.
Das ist damals - zu DDR-Zeiten - ein äußerst günstiger Preis.
Allerdings erwerben interessierte Menschen lediglich ein kleines Stück Papier, denn der Turm ziert eine Sonderbriefmarke der Deutschen Post der DDR - zu eben genau diesen 20 Pfennigen.
Die Auflage beträgt beachtliche zwölf Millionen Stück.

2018 steigt der "Papier-Wert" des Turms auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst deutlich an:
Die Deutsche Post AG bringt eine Sondermarke zu 45 Cent heraus.

Runder Turm aus roten Ziegeln
Dass der Leuchtturm Darßer Ort solche Würdigungen erhält, liegt in seiner Geschichte und Bedeutung begründet.
Erbaut wird der runde, sich nach oben verjüngende Turm von 1847 bis 1848.
Er steht an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Bis nach Prerow sind es nur rund fünf Kilometer. Der gut 35 Meter hohe Turm aus roten Ziegeln und brauner Kuppel ist einer der ältesten an der deutschen Ostseeküste.
Neben ihm wird damals auch ein extra Wärterhäuschen errichtet.
Am 16. November 1848 beginnt der Probebetrieb des Leuchtturms.
Am 1. Januar 1849 ist es so weit:
Der Leuchtturm nimmt offiziell seinen Dienst auf.

Am Darßer Ort auf der Halbinsel Darß ist ein Leuchtturm mit zwei Feuern errichtet worden, welche vom 1. Januar 1849 ab ununterbrochen das ganze Jahr hindurch brennen werden.
Beide Feuer täglich bei Sonnenuntergang angezündet und bei Sonnenaufgang gelöscht."
Auszug aus "Verordnungen und Bekanntmachungen der Königlichen Regierung" vom 7. Dezember 1848
Leuchtturm warnt vor Untiefen
Uwe Göhrendt vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund ist am 01.03.1995 mit Wartungsarbeiten im Leuchtturm Darßer Ort beschäftigt.
Die Scheinwerferlinsen im Turm müssen regelmäßig gewartet werden.
Bild ist im o.g. Link zu sehen

Das vom Turm ausgehende Licht wird von Scheinwerferlinsen verstärkt, seit 1936 geschieht das elektrisch.
Zuvor kamen Rüböl-, Petroleumdocht- bzw. -glühlicht zum Einsatz.
Das Signal kann noch aus bis zu 20 Seemeilen Entfernung gesehen werden, das sind rund 37 Kilometer.
Voraussetzung ist, dass die Sicht nicht bedeutend eingeschränkt ist.
Gleiches gilt für die Sichtweite des Turms.
Diese liegt bei 16,6 Seemeilen, fast 31 Kilometern. Seit 1978 wird das Leuchtfeuer ferngesteuert betrieben.

Die Aufgabe des Turms ist es, vor den Untiefen der Darßer Schwelle zu warnen.
Dort ist das Wasser zum Teil wesentlich flacher als im umliegenden Gewässer.
Für die Schifffahrt stellt dies eine echte Gefahr dar. Schiffe können auf Grund laufen und dabei leckschlagen.
Mehr als 80 Wracks sind in unmittelbarer Nähe vom Darßer Ort entdeckt worden.
Ein Großteil der Schiffe sank, bevor der Turm 1849 in Betrieb genommen wurde.

Zugang zum Turm war knapp 33 Jahre lang gesperrt
Für die Öffentlichkeit ist der Turm von 1893 bis 1961 zugänglich.
Nachdem am 13. August 1961 die Grenze offiziell geschlossen wird, wird 1962 der Zugang zum Leuchtturm gesperrt.
Erst nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung können interessierte Besucher die 134 Stufen zur Aussichtsplattform wieder besteigen - seit dem 1. März 1995. Jedes Jahr lockt der Leuchtturm gut 100.000 Besucher an.
Im Leuchtturmwärter-Häuschen am Fuß des Turms befindet sich ein Café.
In den anderen Gebäuden des Gehöfts sind Ausstellungen des Deutschen Meeres­museums, das Natureum, untergebracht.

Wasser rückt näher
Buch-Tipp
Leuchtturm Darßer Ort: Ein Seefeuer und sein Umfeld
von Hans Joachim Luttermann und Rolf Reinicke
gebundene Ausgabe, 88 Seiten
Herausgeber: ‎Deutscher Segler-Verband DSV
1. Januar 1998
ISBN-13‏: ‎ 978-3884122921
ISBN-10: ‎ 3884122924


Das 1911 im Uferbereich errichtete Nebelsignal- und Maschinenhaus wird wegen aggressiver Küstenerosion vorsorglich am 14. Februar 2005 zurückgebaut, wie Hans Joachim Luttermann dem NDR mitteilt.
Luttermann ist Autor des Buches "Leuchtturm Darßer Ort".

Das Ufer soll um 1848 rund 215 Meter vom errichteten Leuchtturm entfernt gewesen sein.
Am 16. November 2006 sind es nach Aussage des Co-Buchautoren Rolf Reinicke nur noch circa 145 Meter gewesen.

Anlage steht unter Denkmalschutz
Die gesamte Anlage - der Leuchtturm mit ehemaligem Wohnhaus und der Lotsenstation - steht unter Denkmalschutz.
Sie ist als Baudenkmal in die Denkmalliste des Landkreises Vorpommern-Rügen aufgenommen worden.
Seit 2020 ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee für den Turm verantwortlich.

Gelegen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Der Turm befindet sich im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Dort liegt auch der ehemalige Nothafen Darßer Ort, der seit Oktober 2023 für Segelschiffe und Motorboote tabu ist.
Das Areal soll renaturiert werden, sodass unter anderem Otter, Eisvögel und Rotwild sich dort heimisch fühlen können.

Der Nothafen Darßer Ort war Anfang der 1960er-Jahre gegen geltendes Naturschutzrecht in der bis dahin unberührten Anlandungsküste entstanden.
Er wurde lange als Küstenhafen für Torpedo-Schnellboote der DDR-Volksmarine und nach der Wende als Nothafen genutzt. Ersatz entsteht vor Prerow, wo für rund 42 Millionen Euro der neue Inselhafen Gestalt annimmt und die mit 720 Metern längste Seebrücke im Ostseeraum entsteht.
Der neue Nothafen soll zur Wassersportsaison 2024 in Betrieb gehen.

Die zuständigen Seenotretter:
Screenshot aus o.g. Link.jpg
Screenshot aus o.g. Link.jpg (140.47 KiB) 422 mal betrachtet
über diese Station, siehe hier:
https://www.seenotretter.de/crews-stati ... erow-wieck
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise :D ... AN DIE KÜSTE

Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Leuchtturm Darßer Ort: Im Dienst seit 1849

Beitrag von frische Luft »

Wandern zum Leuchtturm am Darßer Urwald
Ein NDR-Ratgeber-Reise-Beitrag, Stand: 12.01.2026 09:57 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/ratgeber/reise/fisch ... ld100.html

Bild und Text-Kopie.

IM o.g. LINK-BILD kann man sich ein (4 Min) Video: Der Kutscher auf dem Darß ansehen
Screenshot aus o. g. Link.jpg
Screenshot aus o. g. Link.jpg (84.27 KiB) 229 mal betrachtet
Urwald und wildromantischer Strand:
Wer auf Fischland-Darß-Zingst Urlaub macht, kann beides erleben - bei einem Ausflug an die Nordspitze der Halbinsel zum Leuchtturm am Darßer Ort.


Ganz im Norden von Fischland-Darß-Zingst liegt der Darßer Urwald - ein lohnendes Ausflugsziel für alle, die ihre Ferien auf der Halbinsel selbst oder in den umliegenden Küstenorten verbringen.

Spaziergang von Prerow zum Leuchtturm
Ein Rad- und Wanderweg im Darßer Urwald
Mehrere Wege und Pfade durchziehen den Darßwald, den man am besten mit dem Rad und zu Fuß erkundet.
Bild ist im o.g. Link zu sehen

Als Ausgangspunkt für eine Wanderung empfiehlt sich das Seebad Prerow. Von dem ehemaligen Fischerdorf führen mehrere Wege direkt hinein in den Darßer Urwald. Er ist Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und weitgehend naturbelassen. Mehrere kleine Pfade schlängeln sich durch den dichten Wald. Vorbei an Heidelbeerbüschen, Erlenbruch und knorrigen alten Buchen geht es in Richtung Weststrand.

Der Hauptweg führt an der Küstenlinie entlang auf etwa fünf Kilometern zum historischen Leuchtturm. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann alternativ auch mit einer der regelmäßig verkehrenden Pferdekutschen fahren - auch für Kinder ein spannendes Erlebnis. Mit dem Auto ist der Leuchtturm nicht zu erreichen.

Leuchtturm mit Aussichtsplattform und Natureum
Der historische Leuchtturm am Darßer Ort im Abendlicht.
Der Leuchtturm am Darßer Ort bietet eine Aussichtsplattform und eine Ausstellung.
Bild ist im o.g. Link zu sehen

Der historische Turm aus dem Jahr 1848 ist noch immer in Betrieb. Im Inneren führt eine schmiedeeiserne Wendeltreppe über 134 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform. Sie bietet einen tollen Blick über Wald, Strand und Ostsee. Bei klarem Wetter reicht die Sicht sogar bis Dänemark. Im Leuchtturm selbst ist das Natureum untergebracht, eine Außenstelle des Meeresmuseums in Stralsund. Es informiert mit einer Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks.

Wild und naturbelassen: der Weststrand
Weststrand auf dem Darß im Abendlicht.
Der Weststrand auf dem Darß zeigt sich an vielen Stellen wildromantisch.
Bild ist im o.g. Link zu sehen

Direkt hinter dem Leuchtturm beginnt der Weststrand. Er ist ideal für ein Picknick, im Sommer auch für eine Badepause. Da es direkt um den Leuchtturm herum in der Hauptsaison recht voll werden kann, lohnt es sich, ein paar Schritte zu gehen. Etwas abseits der touristischen Hauptroute wird der Naturstrand schnell leerer und zeigt sich von seiner wildromantischen Seite - mit windgebeugten Kiefern und kahlen, ins Meer hineinragenden Baumstümpfen.

Wanderung zum Darßer Nothafen
Sonnenuntergang am Darßer Nothafen
Über den Nothafen führt ein abwechslungsreicher Rundwanderweg zurück nach Prerow.
Bild ist im o.g. Link zu sehen

Wer einen längeren Spaziergang machen möchte, folgt dem Rundwanderweg. Er ist ausgeschildert und führt zunächst in nördlicher Richtung am Strand entlang und dann auf Bohlenwegen durch die Dünen zu einer Aussichtsplattform. Von dort geht es weiter in Richtung Nothafen am Darßer Ort, ein kleiner Hafen für Seenotfälle. Wahlweise zu Fuß oder mit der kleinen Darßbahn geht es von dort zurück nach Prerow.

Mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft zwischen Bodden und Ostsee ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ein ideales Urlaubsziel sowohl für Strandurlauber als auch für Naturinteressierte. Neben Prerow sind das ehemalige Fischer- und Seefahrerdorf Wustrow, das Künstlerdorf Ahrenshoop sowie das Seeheilbad Zingst gute Ausgangspunkte für Entdeckungstouren.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
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Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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