Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
Ein NDR-Nachrichten-Beitrag, Stand: 02.08.2025 13:48 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... d-562.html
Bild und Text-Kopie.
Seit mehr als vier Jahren wird das Segelschulschiff "Greif" in Stralsund saniert. Gestiegene Kosten und eine Werft-Pleite hatten den Zeitplan zurückgeworfen.
Nun steht der erste Mast.
von Robert Schubert
Es geht voran in der großen Schiffbauhalle der Volkswerft in Stralsund (Landkreis Vorpommern-Rügen). Ein Kran hebt vorsichtig den Fockmast an und bringt ihn am vorderen Deck des Schiffes in Position. Dann wird er verschweißt. Für den Leiter des Seesportzentrums, Friedrich Fichte, ein bewegender Moment. "Bei den Arbeiten auf der 74 Jahre alten Schonerbrigg kommt viel traditionelles Handwerk zum Einsatz: Das Bekleeden der Wanten, Stagen und Pardunen, das Spleißen und das Fertigen von Kneifbändseln – mit viel Liebe zum Detail tragen die Rigger zum Erhalt des segelnden Denkmals bei." Die Arbeiter hantieren mit dicken Drahtseilen und verspannen den Fockmast mit dem Rumpf, damit er auch bei starkem Seegang fest steht.
Weitere Deckaufbauten entstehen
Auf dem Schiffsdeck werden Aluminiumsegmente miteinander verschweißt.
Die Deckhäuser werden nicht mehr aus Stahl gebaut, sondern entstehen aus dem Verbund solcher Aluminium-Segmente.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.
An Deck wird alles anders. Vom Design und vom Material her. Das kleine Deckshäuschen im vorderen Bereich, in dem tausende Mitsegler Backschaftsdienste verrichtet haben, wird es so nicht mehr geben. Stattdessen nur noch den überdachten Niedergang zu den Unterkünften. So wie einst 1951, als die Schonerbrigg noch unter dem Namen "Wilhelm Pieck" fuhr. Nun werden die neuen Decksaufbauten aus Aluminiumsegmenten hergestellt. "Dazu gehören das achtere Kartenhaus, das mittlere Deckshaus sowie vordere Niedergangskappe. Diese sollen in den kommenden Wochen fertiggestellt und ebenfalls an Bord montiert werden." so Fichte. Auch ihren Bugspriet hat die "Greif" bereits wieder am Rumpf, die Verlängerung des Schiffes, an dem später die Vorsegel gehisst werden.
Ausdocken noch dieses Jahr
Geht es nach den Plänen der Hansestadt Greifswald als Eigentümerin der "Greif", soll das Schiff noch in diesem Jahr Wasser unterm Kiel bekommen. Nach dem Ausdocken ist der Innenausbau am Ausrüstungskai geplant. "Neue, moderne Unterkünfte entstehen, Heizung und Sanitäranlagen werden eingebaut und die ganze Bordelektronik wie das Navigationssystem kommt rein." erklärt Fichte. Die Takelage wird derzeit komplett restauriert. Möglich wird das laut Stadt durch die finanzielle Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.
Verschobener Neustart nach Fosen-Aus
Der Fockmast steht bereits wieder auf der "Greif". Nun wird der zweite Mast für die Montage vorbereitet.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.
Eigentlich sollte die "Greif" längst wieder auf den Meeren dieser Welt unterwegs sein. Doch die Insolvenz der Fosen Werft vor gut einem Jahr hatte diesen Zeitplan jäh gestoppt. Zwar konnten noch ein paar Stahlbauarbeiten am Traditionssegler erledigt werden, aber die restlichen Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden. Schließlich konnte das Seesportzentrum Greifswald das Unternehmen Strela Ship Repair GmbH als neuen Partner gewinnen, um die Sanierung abzuschließen.
Törnplan für 2026
Allerdings war auch der ursprüngliche Kostenrahmen von 3,5 Millionen Euro nicht mehr zu halten. Inzwischen schlagen die Kosten für die Frischzellenkur der "Greif" mit mehr als 4,6 Millionen Euro zu Buche. "Ein finanzieller Kraftakt, der ohne Unterstützung gar nicht möglich wäre – unter anderem helfen hier der Bund, das Land Mecklenburg-Vorpommern und viele Privatleute mit Spenden." beschreibt Fichte. Einen offiziellen Starttermin für die neuen Törns will er noch nicht nennen. Aber die Segelsaison 2026 hat sich die Crew fest im Kalender eingetragen. Nach Jahren auf dem Trockenen wollen sie dann endlich wieder mit ihren Gästen an Bord des maritimen Denkmals die Gewässer dieser Welt bereisen.
Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
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Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
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Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
Sanierung der "Greif" in Stralsunder Werft wird deutlich teurer
Ein NDR Nachrichten-Beitrag, Stand: 18.10.2025 13:15 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... f-104.html
Seit drei Jahren liegt das Greifswalder Segelschulschiff, die "Greif", in einer Stralsunder Werft. Dort soll der Zweimaster saniert werden.
Die Arbeiten haben sich verzögert und dadurch steigen auch die Kosten.
Die Sanierung der Schonerbrigg "Greif" wird deutlich teurer. Bislang waren knapp viereinhalb Millionen Euro für die Generalsanierung veranschlagt. Jetzt rechnet die Stadt Greifswald als Eigentümerin mit drei Millionen Euro mehr für Arbeiten, die noch nicht erledigt sind. Die Kostenschätzung für die Sanierung stammt aus dem Jahr 2020. Seitdem hat sich auf dem Markt allerdings viel bewegt und Material- sowie Lohnkosten sind gestiegen. Außerdem kam es zu mehreren Verzögerungen.
Darum verzögerten sich die Arbeiten an der "Greif"
Der 1951 gebaute Traditionssegler war im Oktober 2022 nach Stralsund verlegt worden. Er hatte zuvor seeuntüchtig im Heimathafen im Greifswalder Stadtteil Wieck gelegen. Die Arbeiten in Stralsund haben sich dann aber verzögert, weil für die beauftragte Firma Fosen Stralsund GmbH Insolvenz angemeldet worden war. Danach übernahm die Firma Strela Shiprepair. Deshalb stehen jetzt noch der ganze Innenausbau, die Elektrik und die Motorisierung auf der Liste der Arbeiten. Auch die Navigation fehlt noch, sowie Heizung, Lüftung und Sanitär.
Ein Kran hebt den Fockmast an und setzt ihn auf das Schiff.
Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
Seit vier Jahren wird das maritime Denkmal auf Vordermann gebracht. Nun gehen die Arbeiten an Deck deutlich voran.
Die Decksaufbauten sind hingegen bereits montiert, auch die Masten sind verankert. Wenn die Propellerwellenanlage eingebaut ist, soll die "Greif" wieder ins Wasser kommen. Das ist voraussichtlich Ende Dezember der Fall. Ob das Schiff bereits zur kommenden Segelsaison wieder in See stechen kann, so wie von der Stadt erhofft, bleibt abzuwarten.
Bürgerschaft entscheidet im November über finanzielle Mittel
Woher die Stadt Greifswald das Geld für die Mehrkosten nehmen kann, soll Mitte November die Bürgerchaft entscheiden Greifswald hat bislang rund 1,7 Millionen Euro aus der Stadtkasse bewilligt. Der größte Anteil der Kosten ist über Fördermittel und Spenden gedeckt. Nun muss die Stadt wohl weiteres Geld nachschieben.
Ein NDR Nachrichten-Beitrag, Stand: 18.10.2025 13:15 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... f-104.html
Seit drei Jahren liegt das Greifswalder Segelschulschiff, die "Greif", in einer Stralsunder Werft. Dort soll der Zweimaster saniert werden.
Die Arbeiten haben sich verzögert und dadurch steigen auch die Kosten.
Die Sanierung der Schonerbrigg "Greif" wird deutlich teurer. Bislang waren knapp viereinhalb Millionen Euro für die Generalsanierung veranschlagt. Jetzt rechnet die Stadt Greifswald als Eigentümerin mit drei Millionen Euro mehr für Arbeiten, die noch nicht erledigt sind. Die Kostenschätzung für die Sanierung stammt aus dem Jahr 2020. Seitdem hat sich auf dem Markt allerdings viel bewegt und Material- sowie Lohnkosten sind gestiegen. Außerdem kam es zu mehreren Verzögerungen.
Darum verzögerten sich die Arbeiten an der "Greif"
Der 1951 gebaute Traditionssegler war im Oktober 2022 nach Stralsund verlegt worden. Er hatte zuvor seeuntüchtig im Heimathafen im Greifswalder Stadtteil Wieck gelegen. Die Arbeiten in Stralsund haben sich dann aber verzögert, weil für die beauftragte Firma Fosen Stralsund GmbH Insolvenz angemeldet worden war. Danach übernahm die Firma Strela Shiprepair. Deshalb stehen jetzt noch der ganze Innenausbau, die Elektrik und die Motorisierung auf der Liste der Arbeiten. Auch die Navigation fehlt noch, sowie Heizung, Lüftung und Sanitär.
Ein Kran hebt den Fockmast an und setzt ihn auf das Schiff.
Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
Seit vier Jahren wird das maritime Denkmal auf Vordermann gebracht. Nun gehen die Arbeiten an Deck deutlich voran.
Die Decksaufbauten sind hingegen bereits montiert, auch die Masten sind verankert. Wenn die Propellerwellenanlage eingebaut ist, soll die "Greif" wieder ins Wasser kommen. Das ist voraussichtlich Ende Dezember der Fall. Ob das Schiff bereits zur kommenden Segelsaison wieder in See stechen kann, so wie von der Stadt erhofft, bleibt abzuwarten.
Bürgerschaft entscheidet im November über finanzielle Mittel
Woher die Stadt Greifswald das Geld für die Mehrkosten nehmen kann, soll Mitte November die Bürgerchaft entscheiden Greifswald hat bislang rund 1,7 Millionen Euro aus der Stadtkasse bewilligt. Der größte Anteil der Kosten ist über Fördermittel und Spenden gedeckt. Nun muss die Stadt wohl weiteres Geld nachschieben.
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Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Sanierung der "Greif" mit Etappensieg - erster Mast steht
Vor 75 Jahren: DDR-Schulschiff "Wilhelm Pieck" läuft vom Stapel
Ein NDR- Beitrag-Geschichte, Stand: 26.05.2026 05:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/schiffe/v ... if105.html
Bild und Text-Kopie. Sie war der Stolz der DDR und ihr einziges Hochseesegelschiff:
die stählerne Schonerbrigg "Wilhelm Pieck". Der Stapellauf erfolgte am 26. Mai 1951. Heute heißt das Segelschulschiff nach seinem Heimathafen in Greifswald-Wieck "Greif".
Derzeit wird es saniert.
Erbaut wird der Zweimaster 1951 als Geschenk zum 75. Geburtstag des damaligen DDR-Staatspräsidenten Wilhelm Pieck. Vorausgegangen ist ein entsprechender Aufruf an die Werktätigen der DDR, dem Präsidenten Geschenke zu übergeben. Eine Initiative von Werftarbeitern in Warnemünde und Stralsund baut dem Präsidenten daraufhin mit Spenden aus der Bevölkerung von mehr als einer Million DDR-Mark ein Schiff.
In der DDR auf "Wilhelm Pieck" getauft
Die Kiellegung erfolgt am 27. Februar 1951 auf der Warnow-Werft in Rostock-Warnemünde. Am 26. Mai 1951 läuft der erste Stahl-Schiffneubau der DDR vom Stapel. Der Zweimaster wird auf den Namen "Wilhelm Pieck" getauft. Der Staatspräsident übergibt das Schiff offiziell der DDR-Jugend, auf dass "gut ausgebildete und qualifizierte Seeleute (...) durch ihr fachliches Können zeigen, dass in der DDR eine neue Jugend herangewachsen ist, (...) die durchdrungen ist vom Geiste des Friedens und der Völkerverständigung". In Dienst gestellt wird das Schiff am 2. August 1951.
1954 geht die "Wilhelm Pieck" an die "Gesellschaft für Sport und Technik" über, eine vormilitärische Jugendorganisation, und wechselt von Rostock-Warnemünde in seinen neuen Heimathafen Greifswald-Wieck.
Matrosen in der Takelage des Segelschulschiffs "Wilhelm Pieck"
15 Bilder, sind im o.g. Link zu sehen !
Die "Greif" gestern und heute
Vorrangig auf der Ostsee unterwegs
Die "Wilhelm Pieck" ist als Segelschulschiff hauptsächlich auf der Ostsee unterwegs und steuert Häfen in Polen und der UdSSR an. Die längste Reise führt das Schiff 1957 über Nord-Ostsee-Kanal, Ärmelkanal und Biskaya bis ins Mittelmeer und weiter bis nach Odessa am Schwarzen Meer.
Die Besatzung des Segelschulschiffs "Wilhelm Pieck".
"Ich war einfach froh, dass ich zur See fahren durfte":
TEXT-KOPIE:
von Ilka Kreutzträger
Zwei Masten, 41 Meter langer Rumpf, 15 Segel, eine Segelfläche von insgesamt 570 Quadratmetern, eine Höchstgeschwindigkeit von 14 Knoten und mehr als 3.800 Meter Tauwerk: Das war die "Wilhelm Pieck", das einzige Hochseesegelschulschiff der DDR. Pro Jahr lernten hier zu DDR-Zeiten mehr als 200 Schüler der Volksmarine die Grundbegriffe des Segelns und bereiteten sich auf ihren Dienst bei der Volksmarine vor. Roland Hunscha kam im Mai 1982 als Bootsmann auf die "Wilhelm Pieck", machte dort sein nautisches Patent, arbeitete sich zum Ersten Steuermann hoch und war bis zur Grenzöffnung einer der Ausbilder an Bord.
Roland Hunscha heuert 1982 als Bootsmann auf der "Wilhelm Pieck" an.
Bald kennt er die Ostsee genauestens, aber die Weltmeere bleiben ihm verwehrt.
Bild ist im o.g. Link zu sehen
"Das Schiff bliwt hier"
Nach der Wende will die Treuhandanstalt die "Wilhelm Pieck" im Jahr 1990 verkaufen. Unter dem Motto "Das Schiff bliwt hier" erreicht eine Initiative der Stadt Greifswald, dass die Treuhand das Schulschiff der Hansestadt für den symbolischen Kaufpreis von einer Mark übergibt. Das Schiff wird in "Greif" umbenannt und gründlich modernisiert. Danach kreuzt es wieder regelmäßig über die Ostsee. Anders als zu DDR-Zeiten darf jeder mitsegeln - und auch Zielhäfen in Dänemark und Schweden stehen im Törnplan.
Die "Greif" gilt als "bewegliches Kulturdenkmal" und ist in die Lister der Kulturdenkmale der Stadt Greifswald eingetragen.
Schiffsdaten der "Greif"
Baujahr: 1951
Schiffstyp: Schonerbrigg
Gesamtlänge: 41 Meter
Breite: 7,60 Meter
Großmasthöhe: 27,20 Meter
Tiefgang: 3,60 Meter
Nation: Deutschland
Heimathafen: Greifswald-Wieck
Eigner: Hansestadt Greifswald
Sanierung eines nationalen Denkmals
Ein Schiff liegt aufgedockt auf einem Werftgelände.
2022 haben die Sanierungsarbeiten an der "Greif" begonnen.
Anfang 2020 stellt sich heraus, dass Rost der "Greif" schwer zugesetzt hat. Die Stahlplatten am Rumpf sind nur noch wenige Millimeter dick, das Schiff damit nicht mehr seetauglich. Im Hafen von Greifswald-Wieck kann die "Greif" besichtigt werden, darf aber nicht mehr mit Passagieren ablegen.
Das Schiff wird ab Oktober 2022 von Grund auf überholt. Der Förderverein Rahsegler Greif e.V. sammelt dafür Spenden. Auch die Stadt Greifswald kündigt an, die Sanierung und den späteren Unterhalt fördern zu wollen, denn das Schiff sei ein Denkmal von nationaler Bedeutung, so Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen). 7,7 Millionen Euro will die Stadt für den Erhalt ausgeben.
Im März 2026, nach rund drei Jahren, kommt das Schiff wieder aus dem Trockendock heraus. Endlich wieder Wasser unterm Kiel. Diverse Einzelteile der "Greif" sind erneuert worden. Neben der Außenhaut hat sie unter anderem ein neues Holzdeck, eine Propellerwelle und ein Ruderblatt bekommen. Der Innenausbau steht noch aus. 2027 soll die "Greif" wieder segeln.
Ein NDR- Beitrag-Geschichte, Stand: 26.05.2026 05:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/schiffe/v ... if105.html
Bild und Text-Kopie. Sie war der Stolz der DDR und ihr einziges Hochseesegelschiff:
die stählerne Schonerbrigg "Wilhelm Pieck". Der Stapellauf erfolgte am 26. Mai 1951. Heute heißt das Segelschulschiff nach seinem Heimathafen in Greifswald-Wieck "Greif".
Derzeit wird es saniert.
Erbaut wird der Zweimaster 1951 als Geschenk zum 75. Geburtstag des damaligen DDR-Staatspräsidenten Wilhelm Pieck. Vorausgegangen ist ein entsprechender Aufruf an die Werktätigen der DDR, dem Präsidenten Geschenke zu übergeben. Eine Initiative von Werftarbeitern in Warnemünde und Stralsund baut dem Präsidenten daraufhin mit Spenden aus der Bevölkerung von mehr als einer Million DDR-Mark ein Schiff.
In der DDR auf "Wilhelm Pieck" getauft
Die Kiellegung erfolgt am 27. Februar 1951 auf der Warnow-Werft in Rostock-Warnemünde. Am 26. Mai 1951 läuft der erste Stahl-Schiffneubau der DDR vom Stapel. Der Zweimaster wird auf den Namen "Wilhelm Pieck" getauft. Der Staatspräsident übergibt das Schiff offiziell der DDR-Jugend, auf dass "gut ausgebildete und qualifizierte Seeleute (...) durch ihr fachliches Können zeigen, dass in der DDR eine neue Jugend herangewachsen ist, (...) die durchdrungen ist vom Geiste des Friedens und der Völkerverständigung". In Dienst gestellt wird das Schiff am 2. August 1951.
1954 geht die "Wilhelm Pieck" an die "Gesellschaft für Sport und Technik" über, eine vormilitärische Jugendorganisation, und wechselt von Rostock-Warnemünde in seinen neuen Heimathafen Greifswald-Wieck.
Matrosen in der Takelage des Segelschulschiffs "Wilhelm Pieck"
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Die "Greif" gestern und heute
Vorrangig auf der Ostsee unterwegs
Die "Wilhelm Pieck" ist als Segelschulschiff hauptsächlich auf der Ostsee unterwegs und steuert Häfen in Polen und der UdSSR an. Die längste Reise führt das Schiff 1957 über Nord-Ostsee-Kanal, Ärmelkanal und Biskaya bis ins Mittelmeer und weiter bis nach Odessa am Schwarzen Meer.
Die Besatzung des Segelschulschiffs "Wilhelm Pieck".
"Ich war einfach froh, dass ich zur See fahren durfte":
TEXT-KOPIE:
von Ilka Kreutzträger
Zwei Masten, 41 Meter langer Rumpf, 15 Segel, eine Segelfläche von insgesamt 570 Quadratmetern, eine Höchstgeschwindigkeit von 14 Knoten und mehr als 3.800 Meter Tauwerk: Das war die "Wilhelm Pieck", das einzige Hochseesegelschulschiff der DDR. Pro Jahr lernten hier zu DDR-Zeiten mehr als 200 Schüler der Volksmarine die Grundbegriffe des Segelns und bereiteten sich auf ihren Dienst bei der Volksmarine vor. Roland Hunscha kam im Mai 1982 als Bootsmann auf die "Wilhelm Pieck", machte dort sein nautisches Patent, arbeitete sich zum Ersten Steuermann hoch und war bis zur Grenzöffnung einer der Ausbilder an Bord.
Roland Hunscha heuert 1982 als Bootsmann auf der "Wilhelm Pieck" an.
Bald kennt er die Ostsee genauestens, aber die Weltmeere bleiben ihm verwehrt.
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"Das Schiff bliwt hier"
Nach der Wende will die Treuhandanstalt die "Wilhelm Pieck" im Jahr 1990 verkaufen. Unter dem Motto "Das Schiff bliwt hier" erreicht eine Initiative der Stadt Greifswald, dass die Treuhand das Schulschiff der Hansestadt für den symbolischen Kaufpreis von einer Mark übergibt. Das Schiff wird in "Greif" umbenannt und gründlich modernisiert. Danach kreuzt es wieder regelmäßig über die Ostsee. Anders als zu DDR-Zeiten darf jeder mitsegeln - und auch Zielhäfen in Dänemark und Schweden stehen im Törnplan.
Die "Greif" gilt als "bewegliches Kulturdenkmal" und ist in die Lister der Kulturdenkmale der Stadt Greifswald eingetragen.
Schiffsdaten der "Greif"
Baujahr: 1951
Schiffstyp: Schonerbrigg
Gesamtlänge: 41 Meter
Breite: 7,60 Meter
Großmasthöhe: 27,20 Meter
Tiefgang: 3,60 Meter
Nation: Deutschland
Heimathafen: Greifswald-Wieck
Eigner: Hansestadt Greifswald
Sanierung eines nationalen Denkmals
Ein Schiff liegt aufgedockt auf einem Werftgelände.
2022 haben die Sanierungsarbeiten an der "Greif" begonnen.
Anfang 2020 stellt sich heraus, dass Rost der "Greif" schwer zugesetzt hat. Die Stahlplatten am Rumpf sind nur noch wenige Millimeter dick, das Schiff damit nicht mehr seetauglich. Im Hafen von Greifswald-Wieck kann die "Greif" besichtigt werden, darf aber nicht mehr mit Passagieren ablegen.
Das Schiff wird ab Oktober 2022 von Grund auf überholt. Der Förderverein Rahsegler Greif e.V. sammelt dafür Spenden. Auch die Stadt Greifswald kündigt an, die Sanierung und den späteren Unterhalt fördern zu wollen, denn das Schiff sei ein Denkmal von nationaler Bedeutung, so Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen). 7,7 Millionen Euro will die Stadt für den Erhalt ausgeben.
Im März 2026, nach rund drei Jahren, kommt das Schiff wieder aus dem Trockendock heraus. Endlich wieder Wasser unterm Kiel. Diverse Einzelteile der "Greif" sind erneuert worden. Neben der Außenhaut hat sie unter anderem ein neues Holzdeck, eine Propellerwelle und ein Ruderblatt bekommen. Der Innenausbau steht noch aus. 2027 soll die "Greif" wieder segeln.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
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Reise, reise
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