Den Hamburger Hafen per Rad entdecken

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frische Luft
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Den Hamburger Hafen per Rad entdecken

Beitrag von frische Luft »

Den Hamburger Hafen per Rad entdecken
Ein NDR-Ratgeber-Reise, Stand: 30.05.2026 15:00 Uhr
Quelle: https://www.ndr.de/ratgeber/reise/radto ... en100.html

Im o.g. LINK-BILD kann man sich ein VIDEO von 45 Min. ansehen (RUND UM DEN MICHEL)
Bild und Text-Kopie.
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Wasser, Brücken, Industrieanlagen und zwischendurch viel Grün:
Wer mit dem Rad durch den Hamburger Hafen fährt, entdeckt Überraschendes abseits der gängigen Touristenziele.


von Irene Altenmüller und Kathrin Weber, NDR.de

Obwohl der Hafen gut zehn Prozent der Stadtfläche ausmacht, pilgern Hamburger und Touristen meist nur zu den Landungsbrücken oder in die Hafencity. Dabei gibt es in dem riesigen Gebiet rund um Norder- und Süderelbe viel Interessantes zu entdecken. Das beste Fortbewegungsmittel, um auch versteckte Ecken zu erreichen, ist das Fahrrad. Ein Tourenvorschlag.

Von den Elbbrücken auf die Veddel
Der S-Bahnhof Elbbrücken in Hamburg.
Die Tour startet mit der Überquerung der Norderelbe am Startpunkt Elbbrücken.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Die gut 25 Kilometer lange Tour, die viele Möglichkeiten für Besichtigungen und Pausen im Grünen bietet, beginnt an der S-Bahn-Station Elbbrücken. Wer mit dem Rad dorthin fährt, nimmt am besten die Versmannstraße, die durch die Hafencity verläuft. Alternativ erreicht man den Startpunkt mit U- oder S-Bahn. Da die Freihafen-Elbbrücke wegen einer Schiffskollision bis auf Weiteres gesperrt ist, führt der Weg auf die andere Elbseite auf einer vom Verkehr getrennten Radspur über die Billhorner Brückenstraße.

Auf der anderen Seite liegen die Elbinsel Veddel und der gleichnamige Stadtteil. Zunächst verlässt man die Brücke nach rechts und folgt der Beschilderung für Radfahrer zur Veddeler Brückenstraße, die man bis zu ihrem Ende am Zollhafen fährt. Dort geht es über die Wilhelmsburger Brücke weiter. Linkerhand liegen der Ballinpark und das Auswanderermuseum "BalllinStadt" - ein lohnendes Ziel für Geschichtsinteressierte.

Vom Spreehafen zum Energiebunker
Der Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg.
Wer am Wochenende unterwegs ist, kann an einer Führung durch den Bunker teilnehmen.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Wer die BallinStadt auslässt, biegt hinter der Brücke rechts ab und fährt unter der S-Bahn hindurch über die Harburger Straße weiter nach Wilhelmsburg. Tipp: Statt auf der Straße zu fahren den Weg auf dem Deich nehmen. Hinauf- und hinunter muss man das Rad zwar schieben, aber dafür entschädigt ein toller Blick auf den Spreehafen und das Hamburger Stadtpanorama mit Elbphilharmonie und Michel.

Nach etwa anderthalb Kilometern geht es links in die Georg-Wilhelm-Straße. Sie führt durch eine ruhige, grüne Wohngegend zu einer der Top-Attraktionen von Wilhelmsburg: dem Energiebunker an der Neuhöfer Straße. Der ehemalige Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg wurde in ein imposantes Kraftwerk umgebaut. Auf dem Dach befindet sich ein Café mit lohnenswerter Aussichtsterrasse, an den Wochenenden werden kostenlose Führungen durch das Innere angeboten.

Am Wasser entlang durch Wilhelmsburg
Radweg in Hamburg-Wilhelmsburg am Aßmannkanal
Ruhig, grün und idyllisch ist die Strecke am Aßmannkanal.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Der nächste Streckenabschnitt führt durch ein grünes Idyll. Über Rothäuser Damm und Rothäuser Straße geht es zum Radweg am Aßmannkanal. Er endet am Bürgerhaus Wilhelmsburg an der stark befahrenen Mengestraße. Auf der anderen Seite wird es gleich wieder ruhiger - dort beginnt ein kurzer, mit großen Blumenrabatten in Schiffsform gesäumter Weg durch den Inselpark.

Container, Industrieanlagen und Alte Schleuse
Alte Schleuse in Hamburg-Wilhelmsburg
Die Alte Schleuse am Veringkanal war früher eine wichtige Verbindung zum Hamburger Hafen.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Am Ausgang des Parks quert man die Straße und fährt geradeaus in die Wilmansstraße. Hier beginnt ein überraschend beschaulicher Weg, der sowohl an Grünanlagen vorbeiführt als auch den Blick auf Containerterminals und Industrieanlagen freigibt. Von der Brücke über den Veringkanal am Schlengendeich sieht man auf der rechten Seite die imposante alte Schleuse und die Kuppel des alten Wasserturms.

Die weitere Strecke verläuft auf einem Rad- und Spazierweg direkt am Wasser und auf dem Gelände des Dockville-Festivals, von wo man einen tollen Ausblick auf den imposanten Rethespeicher am anderen Ufer hat. Nach etwa 300 Metern knickt der Weg rechts ab und führt auf den Reiherstieg-Hauptdeich. Diesem bis zur großen Kreuzung an der Neuhöfer Straße folgen. Hier geht es links über die Brücke auf den Neuhöfer Damm Richtung Süden.

Über die Kattwykbrücke nach Altenwerder

Radfahrer auf der Kattwykbrücke im den Hamburger Hafen.
Die Kattwyk-Bahnbrücke wurde 2020 eröffnet und ist Deutschlands größte Hubbrücke.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Große Silos säumen nun die Straße, die an Wochenenden leer und gut zu befahren ist. Nach einem guten Kilometer folgt die nächste Brücke - die moderne Rethe-Klappbrücke. Die folgenden Kilometer führen durch ein fast menschenleeres Gebiet, große Gleisanlagen und vorbeifahrende Güterzüge lassen erahnen, wie die Ware von den Schiffen weitertransportiert wird.

Die beiden Kattwykbrücken bilden die Verbindung über die Süderelbe nach Moorburg und Altenwerder. Wollen Schiffe passieren, öffnen sich die riesigen Hebebrücken und der Verkehr muss warten. Langweilig wird es dabei aber nicht, denn sowohl der Schiffsverkehr als auch der Blick auf die umliegenden Hafenanlagen sind interessant. Für diese Tour wählen Radfahrer die rechte Brücke, wo eine Radspur direkt neben den Bahngleisen verläuft.

Hafenanlagen des Containerterminals Hamburg-Altenwerder, davor Mernschen auf einem Radweg.
30 Bilder sind im o.g. Link zu sehen !
Von der Veddel nach Finkenwerder: Mit dem Rad durch den Hafen

Altenwerder: High-Tech-Terminal und Kirche mit Friedhof
Eine Radfahrerin auf dem dicht bewachsenen Weg zur Kirche in Hamburg-Altenwerder
In Altenwerder führt ein dicht bewachsener schmaler Weg zur Kirche mit Friedhof.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Am Ende der Brücke auf der anderen Seite rechts auf den Drewer Hauptdeich fahren. Er führt durch üppiges Grün direkt am Wasser entlang und ermöglicht einen guten Blick auf das imposante, weitgehend automatisierte Containerterminal Altenwerder. Altenwerder war früher ein Fischerdorf, musste aber 1998 dem Hafenausbau weichen, die Bewohner wurden umgesiedelt. Das einzige, was von dem Dorf geblieben ist, ist die sehenswerte St. Gertrud-Kirche mit Friedhof. Man erreicht sie über einen schmalen, dicht bewachsenen Weg, der nicht ganz leicht zu finden ist. Am Ende des Drewer Hauptdeichs links auf die Altenwerder Hauptstraße abbiegen und nach wenigen Metern rechts dem Pfad folgen.

Von Altenwerder nach Finkenwerder
Ein Radfahrer fährt am Aue-Hauptdeich in Hamburg-Finkenwerder entlang, im Hintergrund Hafenanlagen.
Von der Deichkrone des Aue-Hauptdeichs bietet sich ein schöner Blick auf das Wasser und die Hafenanlagen.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Der Rückweg von der Kirche erfolgt über dieselbe Strecke. Vom Feldweg geradeaus in den Altenwerder Hauptdeich fahren, die Autobahn unterqueren und dann rechts auf die Waltershofer Straße abbiegen. Sie führt in einer leichten Linkskurve in die Vollhöfner Weiden. Vorbei an riesigen Lagerhallen geht es Richtung Finkenwerder. Nach gut zwei Kilometern rechts auf den Dradenauer Deichweg wechseln, der in einer Linkskurve auf die Finkenwerder Straße führt.

Mit der Fähre zu den Landungsbrücken
Lotsenhaus in Finkenwerder, daneben verlässt ein Containerfrachter den Hamburger Hafen.
Wer mit der Fähre zu den Landungsbrücken fährt, passiert in Finkenwerder das Lotsenhaus Seemannshöft.
Bild ist im o.g. Link zu sehen.

Nach 1,7 Kilometern ist der letzte Streckenabschnitt erreicht. Man fährt rechts auf den Aue-Hauptdeich. Am Ortseingang bieten sich zwei verschiedene Routen an: Entweder über die Straße Auedeich durch den Ort hindurch oder weiter direkt am Wasser entlang. Beide Wege führen zum Fähranleger Finkenwerder. Von dort verkehrt die Linie 62 im Viertelstundentakt zu den Landungsbrücken. Es empfiehlt sich, einen Platz auf dem Oberdeck zu suchen und den Blick auf den Elbstrand, die Werftanlagen und die neuen Gebäude an der Großen Elbstraße zu genießen. Zum Abschluss der Hafentour zeigt Hamburg noch einmal eines seiner schönsten Panoramen: die Landungsbrücken und den Michel.

Radtour durch den Hamburger Hafen Strecke (grober Verlauf)
Sceenshot aus o.g. Link.jpg
Sceenshot aus o.g. Link.jpg (42.74 KiB) 169 mal betrachtet
MapLibre | © OpenStreetMap contributors

Die Tour im Überblick
Länge: gut 25 Kilometer
Start: S-Bahn-Station Elbbrücken
Ziel: Finkenwerder, Fähranleger
Schwierigkeitsgrad: leicht, ohne Steigungen
Orte an der Strecke: Veddel, Wilhelmsburg, Altenwerder, Finkenwerder
Markierung: keine, am besten Navi oder Stadtplan mitnehmen
An- und Abfahrt: Mit dem Rad über die Versmannstraße oder mit U- oder S-Bahn zur S-Bahn-Station Elbbrücken. Auf dem Rückweg die Fähre 62 (es gilt der HVV-Tarif) von Finkenwerder bis Landungsbrücken nehmen. Dort zur Weiterfahrt nach Bedarf die U- oder S-Bahn nutzen.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise :D ... AN DIE KÜSTE

Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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