Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember 2025
- frische Luft
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
30.) Eine Geschichte...
geschrieben von Charlotte Cherete.
Was, wenn Weihnachten nicht vor 2025 Jahren, sondern heute stattgefunden hätte...
Wahrscheinliche Zeitungsschlagzeile:
Säugling in Stall gefunden -
Polizei und Jugendamt ermitteln, Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen !
BETHLEHEM, JUDÄA -
In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert.
Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust.
Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.
Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann -der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde- die Sozialarbeiter abzuhalten.
Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.
Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten.
Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten.
Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren.
Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen aufgetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden.
Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.
Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekanntgegeben.
Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit:
"Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig.
Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen."
Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage wegen Fahrlässigkeit rechnen. Ihr geistiger Zustand wird deshalb näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott.
In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht:
"Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen.
Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken.
Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können."
Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info:
Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln auf dem Rücken ihnen befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen.
Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung:
"Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekifften Junkies, die ich je gehört habe."
geschrieben von Charlotte Cherete.
Was, wenn Weihnachten nicht vor 2025 Jahren, sondern heute stattgefunden hätte...
Wahrscheinliche Zeitungsschlagzeile:
Säugling in Stall gefunden -
Polizei und Jugendamt ermitteln, Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen !
BETHLEHEM, JUDÄA -
In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert.
Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust.
Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.
Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann -der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde- die Sozialarbeiter abzuhalten.
Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.
Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten.
Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten.
Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren.
Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen aufgetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden.
Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.
Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekanntgegeben.
Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit:
"Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig.
Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen."
Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage wegen Fahrlässigkeit rechnen. Ihr geistiger Zustand wird deshalb näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott.
In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht:
"Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen.
Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken.
Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können."
Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info:
Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln auf dem Rücken ihnen befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen.
Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung:
"Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekifften Junkies, die ich je gehört habe."
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
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- frische Luft
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- Registriert: Di 3. Okt 2023, 09:07
Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
...vor Weihnachten, kommen ein paar Geschichten mehr !
31.) Papa, erzähl mir vom Himmel
Verfasser unbekannt
Märchen beginnen normal immer mit „ Es war einmal“
Meine heutige Weihnachtsgeschichte, nicht.
Denn diese Geschichte kann jedes Jahr und überall geschehen, aber eben nur, in der Weihnachtszeit.
Ein Vater hatte gerade seine kleine Tochter vom Kindergarten abgeholt und wie jeden vorangegangenen Tag fragte Klein Anna auch heute:
„ Papa wie oft muss ich noch schlafen bis das Christkind kommt ?“
„ Du kannst es ja heuer überhaupt nicht erwarten, aber ich sage es dir, einmal noch schlafen und dann kommt das Christkind !“
„ Einmal noch! Nur noch heute ? Dann kommt das Christkind mit all den Päckchen ?
Glaubst du dass es meinen Wunschzettel gefunden hat ?“
„ Er war weg !“ „ Ja du weisst wie oft bei mir ein Spielzeug weg ist und das hat auch nicht das Christkind geholt !“
„ Anna das ist doch ganz was anderes, deine Spielsachen tauchen alle wieder einmal auf, unterm Bett, im Kasten oder sonst wo !“
„ Und Mama? Hat die auch das Christkind geholt ?“
„ Wie kommst du auf das ??“ „ Na ja wegen dem Wunschzettel, den hat doch das Christkind geholt, dann hat sie vielleicht auch die Mama.....
„ Ja das kann man auch so sagen, Mama ist im Himmel und das Christkind auch!“
„ Papa du schreibst doch Bücher und Geschichten hast du auch eine über den Himmel!“
„ Nein, aber ich werde dir heute vor dem einschlafen eine Geschichte über den Himmel erzählen, aber jetzt lass uns erst mal nach Hause gehen“
Hand in Hand ging Vater und klein Anna die Straße entlang, überall in den Fenstern sah man schon Weihnachtsbeleuchtungen, in manchen Vorgärten standen beleuchtete Tannenbäume.
Klein Anna plapperte ununterbrochen,
„ Nur noch einmal schlafen“ „ Nur noch einmal schlafen“ und der Vater überlegte sich die ganze Zeit was er über den Himmel erzählen sollte.
Zu Hause war es schön warm, überall standen Adventsachen, kleine Engel als Kerzenleuchter, Weihrauchhäuschen, ein Adventkranz hing von der Decke und auch eine Krippe durfte nicht fehlen.
Klein Anna lief sofort in ihr Zimmer, denn sie hatte in der Früh vergessen das 23zigste Türchen vom Advent - Kalender aufzumachen.
„ Papa ein Schokolade – Stern! Darf ich noch naschen?“ „ Nein erst nach den Abendessen“
„ Zu spät! Er war so weich, dass ich ihm nicht mehr halten konnte!“
„ Anna, man darf doch zu Weihnachten nicht lügen!“
„ Sonst schon?“ „ Anna bitte geh jetzt Hände waschen und komm essen!“
„ Okay, aber vergiss nicht, du hast mir versprochen eine Geschichte über den Himmel zu erzählen“
Während des Essens und auch als Anna badete überlegte der Vater:
“Was soll ich über den Himmel erzählen? Vielleicht vergisst sie? Oder mir wird schon was einfallen“
Nach dem Baden wollte Anna unbedingt noch das Video vom „Rudolf das Rentier“ sehen der Vater verzichte zum zwanzigsten mal auf die Abendnachrichten, denn so oft hatten sie sich heuer schon den „Rudolf“ angeschaut.
„ Aber dann ins Bett“ „ Und nur noch einmal schlafen!“
Als der Film zu Ende war lief Anna zum Fernseher drückte die Austaste, lief zurück zum Vater, kuschelte sich an Ihn und sagte:
„ Und nun noch die Geschichte vom Himmel!“
„ Nun gut, der Himmel ist ganz, ganz weit oben, manchmal ist er ganz blau mit kleinen weißen Wolken und in der Nacht, sind Sterne und der gute alte Mond, Papa das weiß ich doch, Ich will nicht wissen AM Himmel ich möchte was wissen IM Himmel“
„ Aha, na gut, im Himmel ist jetzt irrsinnig viel los das Christkind hat alle Wunschzettel eingesammelt und abgeliefert. Jetzt sind alle Engel beschäftigt die Kinderwünsche zu erfüllen.“
„Die Mama ist ja auch im Himmel, ist sie auch ein Engel?“
„ Aber ja mein Liebes, sie ist Dein Schutzengel „ „Dann hat sie auch meinen Wunschzettel gelesen?“
„ Aber sicher, du wirst sehn morgen Abend unter den Weihnachtsbaum werden alle deine Wünsche erfüllt sein.
Heute Nacht wird aber noch gearbeitet, gebastelt und genäht, gehämmert und geklopft und das so laut, dass davon Frau Holle aufwacht und ihre Betten schüttelt dass es auch so richtig weihnachtlich auf Erden wird.
Mama hat den Schnee so geliebt, sie war dann wieder wie ein Kind und dann kam die Krankheit und dann waren nur noch wir zwei.“
Und der Vater erzählte noch soviel vom Himmel, dass er gar nicht gleich merkte, dass Anna schon eingeschlafen war.
Er brachte sie ins Bettchen und verließ ganz leise das Kinderzimmer.
Dann holte er den Wunschzettel und überprüfte nochmals alle Geschenke.
Bei den Päckchen mit der Puppe, die weinen und Mama sagen kann, wechselte er den Anhänger nochmals aus.
Statt "Vom Christkind" schrieb er „Von Deiner Mama“ und er merkte gar nicht dass unter den Tränen die Tinte zerrann.
Da er innerlich so aufgewühlt war und sicher noch nicht schlafen konnte, setzte er sich an die Schreibmaschine und schrieb:
„ Papa, erzähl mir vom Himmel“.
31.) Papa, erzähl mir vom Himmel
Verfasser unbekannt
Märchen beginnen normal immer mit „ Es war einmal“
Meine heutige Weihnachtsgeschichte, nicht.
Denn diese Geschichte kann jedes Jahr und überall geschehen, aber eben nur, in der Weihnachtszeit.
Ein Vater hatte gerade seine kleine Tochter vom Kindergarten abgeholt und wie jeden vorangegangenen Tag fragte Klein Anna auch heute:
„ Papa wie oft muss ich noch schlafen bis das Christkind kommt ?“
„ Du kannst es ja heuer überhaupt nicht erwarten, aber ich sage es dir, einmal noch schlafen und dann kommt das Christkind !“
„ Einmal noch! Nur noch heute ? Dann kommt das Christkind mit all den Päckchen ?
Glaubst du dass es meinen Wunschzettel gefunden hat ?“
„ Er war weg !“ „ Ja du weisst wie oft bei mir ein Spielzeug weg ist und das hat auch nicht das Christkind geholt !“
„ Anna das ist doch ganz was anderes, deine Spielsachen tauchen alle wieder einmal auf, unterm Bett, im Kasten oder sonst wo !“
„ Und Mama? Hat die auch das Christkind geholt ?“
„ Wie kommst du auf das ??“ „ Na ja wegen dem Wunschzettel, den hat doch das Christkind geholt, dann hat sie vielleicht auch die Mama.....
„ Ja das kann man auch so sagen, Mama ist im Himmel und das Christkind auch!“
„ Papa du schreibst doch Bücher und Geschichten hast du auch eine über den Himmel!“
„ Nein, aber ich werde dir heute vor dem einschlafen eine Geschichte über den Himmel erzählen, aber jetzt lass uns erst mal nach Hause gehen“
Hand in Hand ging Vater und klein Anna die Straße entlang, überall in den Fenstern sah man schon Weihnachtsbeleuchtungen, in manchen Vorgärten standen beleuchtete Tannenbäume.
Klein Anna plapperte ununterbrochen,
„ Nur noch einmal schlafen“ „ Nur noch einmal schlafen“ und der Vater überlegte sich die ganze Zeit was er über den Himmel erzählen sollte.
Zu Hause war es schön warm, überall standen Adventsachen, kleine Engel als Kerzenleuchter, Weihrauchhäuschen, ein Adventkranz hing von der Decke und auch eine Krippe durfte nicht fehlen.
Klein Anna lief sofort in ihr Zimmer, denn sie hatte in der Früh vergessen das 23zigste Türchen vom Advent - Kalender aufzumachen.
„ Papa ein Schokolade – Stern! Darf ich noch naschen?“ „ Nein erst nach den Abendessen“
„ Zu spät! Er war so weich, dass ich ihm nicht mehr halten konnte!“
„ Anna, man darf doch zu Weihnachten nicht lügen!“
„ Sonst schon?“ „ Anna bitte geh jetzt Hände waschen und komm essen!“
„ Okay, aber vergiss nicht, du hast mir versprochen eine Geschichte über den Himmel zu erzählen“
Während des Essens und auch als Anna badete überlegte der Vater:
“Was soll ich über den Himmel erzählen? Vielleicht vergisst sie? Oder mir wird schon was einfallen“
Nach dem Baden wollte Anna unbedingt noch das Video vom „Rudolf das Rentier“ sehen der Vater verzichte zum zwanzigsten mal auf die Abendnachrichten, denn so oft hatten sie sich heuer schon den „Rudolf“ angeschaut.
„ Aber dann ins Bett“ „ Und nur noch einmal schlafen!“
Als der Film zu Ende war lief Anna zum Fernseher drückte die Austaste, lief zurück zum Vater, kuschelte sich an Ihn und sagte:
„ Und nun noch die Geschichte vom Himmel!“
„ Nun gut, der Himmel ist ganz, ganz weit oben, manchmal ist er ganz blau mit kleinen weißen Wolken und in der Nacht, sind Sterne und der gute alte Mond, Papa das weiß ich doch, Ich will nicht wissen AM Himmel ich möchte was wissen IM Himmel“
„ Aha, na gut, im Himmel ist jetzt irrsinnig viel los das Christkind hat alle Wunschzettel eingesammelt und abgeliefert. Jetzt sind alle Engel beschäftigt die Kinderwünsche zu erfüllen.“
„Die Mama ist ja auch im Himmel, ist sie auch ein Engel?“
„ Aber ja mein Liebes, sie ist Dein Schutzengel „ „Dann hat sie auch meinen Wunschzettel gelesen?“
„ Aber sicher, du wirst sehn morgen Abend unter den Weihnachtsbaum werden alle deine Wünsche erfüllt sein.
Heute Nacht wird aber noch gearbeitet, gebastelt und genäht, gehämmert und geklopft und das so laut, dass davon Frau Holle aufwacht und ihre Betten schüttelt dass es auch so richtig weihnachtlich auf Erden wird.
Mama hat den Schnee so geliebt, sie war dann wieder wie ein Kind und dann kam die Krankheit und dann waren nur noch wir zwei.“
Und der Vater erzählte noch soviel vom Himmel, dass er gar nicht gleich merkte, dass Anna schon eingeschlafen war.
Er brachte sie ins Bettchen und verließ ganz leise das Kinderzimmer.
Dann holte er den Wunschzettel und überprüfte nochmals alle Geschenke.
Bei den Päckchen mit der Puppe, die weinen und Mama sagen kann, wechselte er den Anhänger nochmals aus.
Statt "Vom Christkind" schrieb er „Von Deiner Mama“ und er merkte gar nicht dass unter den Tränen die Tinte zerrann.
Da er innerlich so aufgewühlt war und sicher noch nicht schlafen konnte, setzte er sich an die Schreibmaschine und schrieb:
„ Papa, erzähl mir vom Himmel“.
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
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- frische Luft
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
32.) Der Weihnachtsmuckel
von Petra Hoffmann Ich stand in der Küche und schob gerade das dritte Blech in den Ofen.
Vanillekipferl und Berliner Brot lagen schon auf dem Rost zum Abkühlen.
Nun wollte ich noch Spritzgebäck backen.
Plötzlich hörte ich ein Geräusch im Hintergrund.
Ich drehte mich um und sah ein kleines Männlein gerade einmal einen halben Meter hoch, das auf einem Bein durch unsere riesige Küche hüpfte.
"Meine Güte", rief ich, "was hast Du mich erschrocken. Wer bist du und wo kommst Du her?"
"Ich bin ein Weihnachtsmuckel", antwortete das Männlein, "ich komme direkt vom Weihnachtsmarkt.
Einmal im Jahr darf ich vom Himmel zum Weihnachtsmarkt und anschließend noch zu irgendeiner Familie, welche ich mir aussuche.
Ich freue mich schon lange vor Weihnachten darauf, denn der Weihnachtsmarkt in eurer Stadt ist der Schönste den ich kenne.
So, und nun bin ich bei dir."
Ich war ganz sprachlos denn einem Weihnachtmuckel hatte ich nie zuvor gesehen.
"Komm", sagte ich, "setz dich und nimm ein paar von meinen leckeren Plätzchen."
"Nein", antwortet das Männlein, "ich hab es eilig denn ich muss zurück in den Himmel.
Du hast heute einen Wunsch frei, komm sag schnell was möchtest du."
Ich hatte also einen Wunsch frei, aber was sollte ich mir wünschen?
Ich hatte ja so ziemlich alles und außer "GESUNDHEIT" brauchte ich nichts.
"Gut", sagte ich, "dann wünsche ich mir ........... plötzlich wachte ich auf...............
Es war alles nur ein Traum denn ich hatte schon seit 4 Jahren keine Plätzchen mehr für meine Familie mehr gebacken.
An diesem Nachmittag duftete es in unsrer Küche nach "selbstgebackenen Plätzchen und Weihnachtsmuckeln."
Wann habt Ihr das letzte mal Plätzchen gebacken?
*************************************************************
Hier gibt es 3 Weihnachts-Plätzchen-Rezepte:
viewtopic.php?p=2202#p2202
auf Seite 6, fast am Ende.
von Petra Hoffmann Ich stand in der Küche und schob gerade das dritte Blech in den Ofen.
Vanillekipferl und Berliner Brot lagen schon auf dem Rost zum Abkühlen.
Nun wollte ich noch Spritzgebäck backen.
Plötzlich hörte ich ein Geräusch im Hintergrund.
Ich drehte mich um und sah ein kleines Männlein gerade einmal einen halben Meter hoch, das auf einem Bein durch unsere riesige Küche hüpfte.
"Meine Güte", rief ich, "was hast Du mich erschrocken. Wer bist du und wo kommst Du her?"
"Ich bin ein Weihnachtsmuckel", antwortete das Männlein, "ich komme direkt vom Weihnachtsmarkt.
Einmal im Jahr darf ich vom Himmel zum Weihnachtsmarkt und anschließend noch zu irgendeiner Familie, welche ich mir aussuche.
Ich freue mich schon lange vor Weihnachten darauf, denn der Weihnachtsmarkt in eurer Stadt ist der Schönste den ich kenne.
So, und nun bin ich bei dir."
Ich war ganz sprachlos denn einem Weihnachtmuckel hatte ich nie zuvor gesehen.
"Komm", sagte ich, "setz dich und nimm ein paar von meinen leckeren Plätzchen."
"Nein", antwortet das Männlein, "ich hab es eilig denn ich muss zurück in den Himmel.
Du hast heute einen Wunsch frei, komm sag schnell was möchtest du."
Ich hatte also einen Wunsch frei, aber was sollte ich mir wünschen?
Ich hatte ja so ziemlich alles und außer "GESUNDHEIT" brauchte ich nichts.
"Gut", sagte ich, "dann wünsche ich mir ........... plötzlich wachte ich auf...............
Es war alles nur ein Traum denn ich hatte schon seit 4 Jahren keine Plätzchen mehr für meine Familie mehr gebacken.
An diesem Nachmittag duftete es in unsrer Küche nach "selbstgebackenen Plätzchen und Weihnachtsmuckeln."
Wann habt Ihr das letzte mal Plätzchen gebacken?
*************************************************************
Hier gibt es 3 Weihnachts-Plätzchen-Rezepte:
viewtopic.php?p=2202#p2202
auf Seite 6, fast am Ende.
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
...erhalten -aus Süddeutschland- von:
"der reisenden Lady Brigitte"
33.) So ändern sich die Zeiten...
Draußen schneit' s, es ist so weit,
begonnen hat die Weihnachtszeit.
Der Opa holt vom Abstellraum
den Weihnachtsschmuck und schmückt den Baum.
Sein Enkel hilft, so gut er kann
und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Zum Schluss die Lämpchen dran noch schnell,
den Stecker rein, schon strahlt es hell.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Die Kerzen waren da noch echt,
aus Wachs mit Docht, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
"Echte Kerzen an dem Baum???"
Die Zeit jedoch bleibt niemals steh' n
und fünfzig weit're Jahr' vergeh'n.
Der Enkel - längst erwachsen schon -
hat heute selbst ' nen Enkelsohn.
Und wieder schneit' s zur Weihnachtszeit.
Ja wieder mal ist es so weit.
Der Opa holt vom Abstellraum
wie jedes Jahr den Plastikbaum.
Sein Enkel hilft so gut er kann
und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Der Christbaumschmuck wird angebracht.
Schon strahlt der Plastikbaum voll Pracht.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da war der Weihnachtsbaum noch echt,
frisch aus dem Wald, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
"Im Wohnzimmer ' nen echten Baum???"
Die Zeit bleibt doch auch jetzt nicht steh 'n
und nochmal fünfzig Jahr' vergeh 'n.
Der Enkel - längst erwachsen schon -
hat wiederum ' nen Enkelsohn.
Und schneit' s auch draußen noch so sehr,
das Weihnachtsfest, das gibt's nicht mehr.
Man holt nichts mehr vom Abstellraum
und hat auch keinen Weihnachtsbaum.
Der Enkel denkt auch nicht daran,
hat nie gehört vom Weihnachtsmann.
Auch vieles andre gibt's nicht mehr.
Die ganze Welt wirkt ziemlich leer.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da feierte man wirklich echt
ein Fest mit Baum, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum
und fragt erstaunt:
"Was ist ein Baum???"
"der reisenden Lady Brigitte"
33.) So ändern sich die Zeiten...
Draußen schneit' s, es ist so weit,
begonnen hat die Weihnachtszeit.
Der Opa holt vom Abstellraum
den Weihnachtsschmuck und schmückt den Baum.
Sein Enkel hilft, so gut er kann
und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Zum Schluss die Lämpchen dran noch schnell,
den Stecker rein, schon strahlt es hell.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Die Kerzen waren da noch echt,
aus Wachs mit Docht, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
"Echte Kerzen an dem Baum???"
Die Zeit jedoch bleibt niemals steh' n
und fünfzig weit're Jahr' vergeh'n.
Der Enkel - längst erwachsen schon -
hat heute selbst ' nen Enkelsohn.
Und wieder schneit' s zur Weihnachtszeit.
Ja wieder mal ist es so weit.
Der Opa holt vom Abstellraum
wie jedes Jahr den Plastikbaum.
Sein Enkel hilft so gut er kann
und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Der Christbaumschmuck wird angebracht.
Schon strahlt der Plastikbaum voll Pracht.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da war der Weihnachtsbaum noch echt,
frisch aus dem Wald, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
"Im Wohnzimmer ' nen echten Baum???"
Die Zeit bleibt doch auch jetzt nicht steh 'n
und nochmal fünfzig Jahr' vergeh 'n.
Der Enkel - längst erwachsen schon -
hat wiederum ' nen Enkelsohn.
Und schneit' s auch draußen noch so sehr,
das Weihnachtsfest, das gibt's nicht mehr.
Man holt nichts mehr vom Abstellraum
und hat auch keinen Weihnachtsbaum.
Der Enkel denkt auch nicht daran,
hat nie gehört vom Weihnachtsmann.
Auch vieles andre gibt's nicht mehr.
Die ganze Welt wirkt ziemlich leer.
Da wird der Opa nachdenklich.
Wie war das früher eigentlich?
Da feierte man wirklich echt
ein Fest mit Baum, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum
und fragt erstaunt:
"Was ist ein Baum???"
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 16:59, insgesamt 2-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
- frische Luft
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
34.) Kleines, besinnliches Weihnachtsgedicht
von Heinz Erhardt
Advent
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöckchen leis' hernieder sinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weisser Zipfel.
Und da! Von fern heran durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
in letzter Zeit doch sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
"Am Niklasabend muss es sein!"
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwo, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süss im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen?
Da läuft des Försters Blut von hinnen!
Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen!
Schon hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Behutsam legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluss - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorf, da hört man Hundebellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf seinem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten!
"Heh, gute Frau! Habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit.
"Die sechs Pakete, heil'ger Mann.
S'ist alles, was ich geben kann."
Die Silberschellen klingen leise
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt, es ist (der 4.) Advent!
von Heinz Erhardt
Advent
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöckchen leis' hernieder sinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weisser Zipfel.
Und da! Von fern heran durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
in letzter Zeit doch sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
"Am Niklasabend muss es sein!"
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwo, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süss im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen?
Da läuft des Försters Blut von hinnen!
Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen!
Schon hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Behutsam legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluss - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorf, da hört man Hundebellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf seinem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten!
"Heh, gute Frau! Habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit.
"Die sechs Pakete, heil'ger Mann.
S'ist alles, was ich geben kann."
Die Silberschellen klingen leise
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt, es ist (der 4.) Advent!
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:00, insgesamt 2-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
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- frische Luft
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
35.) Gibt es einen Weihnachtsmann ?
Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O 'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897.
Er wurde über ein halbes Jahrhundert - bis zur Einstellung der "Sun" 1950 - alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt.
Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb Sie an die Tageszeitung "Sun" einen Brief:
Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer war. Bitte, sagen Sie mir:
Gibt es einen Weihnachtsmann?
Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, das er selber antwortete - auf der Titelseite der "Sun":
"Virginia,
Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.
Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe!
Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.
Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter.
Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.
"Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.
Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.
Frohe Weihnacht, Virginia".
Dein Francis Church.
Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O 'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897.
Er wurde über ein halbes Jahrhundert - bis zur Einstellung der "Sun" 1950 - alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt.
Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb Sie an die Tageszeitung "Sun" einen Brief:
Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer war. Bitte, sagen Sie mir:
Gibt es einen Weihnachtsmann?
Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, das er selber antwortete - auf der Titelseite der "Sun":
"Virginia,
Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.
Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe!
Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.
Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter.
Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.
"Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.
Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.
Frohe Weihnacht, Virginia".
Dein Francis Church.
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
36.) Wie der Weihnachtsengel glücklich wurde
von Ute Winkelmann
Als der kleine Weihnachtsengel erwachte, befand er sich in dem festlich geschmückten Zimmer.
Er hing an einem Zweig des Christbaumes ganz in der Nähe einer dicken roten Glaskugel, und wenn er in die Höhe schaute, bis zur Spitze des Baumes, so gewahrte er dort den Weihnachtsstern.
Dem kleinen Weihnachtsengel wurde ganz feierlich zu Mute.
Er erlebte dies alles ja zum ersten Mal in seinem Leben; denn er war erst gestern gekauft worden.
„He wer sind Sie denn?“, plärrte da eine Stimme durch den Raum.
Der kleine Weihnachtsengel erschrak.
„Ist da jemand?“, fragte er:
„Das will ich meinen“, lautete die Antwort.
„Schauen Sie einmal nach unten.“
Der kleine Weihnachtsengel folgte dieser Aufforderung und erblickte zu Füßen des Christbaumes einen großen, bunt gekleideten Herrn mit einem entsetzlich breiten Mund.
„Ich bin ein Weihnachtsengel“, stellte sich der Weihnachtsengel vor „Und wer sind Sie?“
Der bunt gekleidete Herr war empört über diese Frage.
Er vertrat nämlich die Ansicht, jeder auf der Welt müsse ihn kennen.
„Na, hören Sie mal!“, sagte er.
„Kennen Sie etwa mich, den Nussknacker, nicht? Ich bin eine der berühmtesten Persönlichkeiten aller Zeiten.“ Und bei diesen Worten klapperte er abscheulich mit seinem breiten Mund.
„Entschuldigen Sie vielmals“, sagte der WEIHNACHTSENGEL:
„Ich habe Sie wirklich noch nie in meinem Leben gesehen.“
„Ich dachte es mir“, erwiderte der Nussknacker. „Sie sehen auch ziemlich dumm aus und arm scheinen Sie obendrein zu sein.“
Er wandte sich an einen Herrn, der neben ihm stand. „Was meinen Sie dazu, Herr Räuchermännchen?“
Das Räuchermännchen sah aus wie ein Nachtwächter.
Es trug einen breitkrämpigen Hut, einen langen Mantel, ein Nachtwächterhorn und es paffte aus einer langen Großvaterpfeife!“
„Mich geht das nichts an!“, brummelte das Räuchermännchen und stieß eine dicke Rauchwolke von sich.
„Aber wenn Sie mich fragen, so meine ich, ein wenig Farbe könnte nicht schaden.“
Der Nussknacker lachte laut auf. „Ja, sehen Sie mich an, meine prächtige Uniform!“, rief er.
„Ein roter Rock mit goldenen Tressen, eine blaue Hose und ein herrlich langer Säbel. Auf meiner Brust erblicken sie silberne und goldene Orden und meine Mütze ist aus edlem Pelzwerk.“
Da musste der kleine Weihnachtsengel dem Nussknacker Recht geben. Er war wirklich ein schmucker Herr, der sich sehen lassen konnte. Der kleine Weihnachtsengel hingegen trug nur ein schlichtes Hemdkleid, das ihm bis zu den Füßen reichte. Auf dem Rücken hatte er zwei Flügel und das einzig Farbige an ihm waren seine rosa Bäckchen. Und das war nun wahrhaftig nicht viel.
Der kleine Weihnachtsengel schämte sich, dass er so einfach gekleidet war, viel einfacher noch als das Räuchermännchen, das immerhin zum grünen Mantel einen blauen Hut trug, das ein goldenes Horn besaß und eine braune Pfeife zum Räuchern.
„Es ist wirklich traurig, wenn man so aussieht, wie Sie“, meckerte der Nussknacker, klapperte mit seinem breiten Mund, wackelte mit dem Kopf und fragte:
„Sind Sie wenigstens zu etwas nütze?“
Der Weihnachtsengel wusste nicht, was das ist, zu etwas nütz sein.
Er musste es sich vom Nussknacker erklären lassen. Zu etwas nütze sein, so erläuterte ihm der Nussknacker, das sei, wenn man eine gewichtige Aufgabe zu erfüllen habe wie er zum Beispiel:
„Ich knacke nämlich Nüsse“, sagte der Nussknacker und plusterte sich dabei gewaltig auf; denn er war der Meinung, Nüsse knacken sei überhaupt die wichtigste Beschäftigung der Welt.
„Knacken Sie vielleicht Nüsse?“ fragte der den Weihnachtsengel.
„Nein“, antwortete der Weihnachtsengel leise, „Ich knacke keine Nüsse.“
„Das war mir von Anfang an klar!“, rief der Nussknacker. Sie haben auch einen viel zu kleinen Mund.“
Er blickte triumphierend in die Runde, als suche er Beifall für seine Worte. Aber nur das Räuchermännchen nickte mit dem Kopf und meinte, so einfach sei es eben nicht, zu etwas nütze zu sein.
Und das Räuchermännchen fragte den Weihnachtsengel, ob er denn vielleicht räuchern und für einen guten Duft in der Weihnachtsstube sorgen könne. Der Weihnachtsengel musste gestehen, dass er auch nicht zu räuchern verstehe.
„Dann können wir leider nicht mit Ihnen verkehren!“, rief hochnäsig der Nussknacker.
„Wir unterhalten uns nur mit Leuten, die farbenprächtig gekleidet sind, wie es sich gehört, und die zu etwas nütze sind.“ Das Räuchermännchen nickte zu diesen Worten und stieß dicke Rauchwolken aus, während der Nussknacker mit dem breiten Mund klapperte.
Eine winzige Träne kullerte dem kleinen Weihnachtsengel über das Gesicht.
Er wandte sich hilfesuchend an den Nussknacker und fragte:
„Was soll ich tun? Was raten Sie mir?“
Der Nussknacker lachte hämisch und sagte:
„Ich an Ihrer Stelle würde rasch zurückkehren in den Pappkarton, der auf dem Speicher steht.“
Ehe aber der Weihnachtsengel diesen bösen Rat befolgen konnte, öffnete sich die Tür der Weihnachtsstube.
Der Vater trat ein, nahm ein Zündholz und steckte die Kerzen in Brand. Dann läutete er mit einer kleinen Porzellanglocke und die Mutter kam mit den Kindern ins Zimmer. Alle sangen gemeinsam ein Weihnachtslied und jedes der Kinder musste ein Gedicht aufsagen. Thomas aber, der Jüngste, blieb mitten in seinem Gedicht stecken.
Er hatte den Weihnachtsengel im Baum entdeckt und glücklich rief er:
„Oh Mutti, ist der schön!“ Bums - machte es da.
Der Nussknacker war vor Ärger umgefallen und das Räuchermännchen verschluckte sich vor Schreck am Rauch und musste husten. Aber niemand kümmerte sich um sie.
Alle betrachteten den kleinen Weihnachtsengel. Dessen Wangen aber röteten sich vor Freude noch mehr. Er wusste nun, dass man nicht unbedingt bunt sein und mit einem breiten Mund klappern muss.
Auch ein schlichter Weihnachtsengel ist schön. Thomas hatte es gesagt.
Und nützlich? Na, ist es nichts, wenn einer einen kleinen Buben glücklich macht?
von Ute Winkelmann
Als der kleine Weihnachtsengel erwachte, befand er sich in dem festlich geschmückten Zimmer.
Er hing an einem Zweig des Christbaumes ganz in der Nähe einer dicken roten Glaskugel, und wenn er in die Höhe schaute, bis zur Spitze des Baumes, so gewahrte er dort den Weihnachtsstern.
Dem kleinen Weihnachtsengel wurde ganz feierlich zu Mute.
Er erlebte dies alles ja zum ersten Mal in seinem Leben; denn er war erst gestern gekauft worden.
„He wer sind Sie denn?“, plärrte da eine Stimme durch den Raum.
Der kleine Weihnachtsengel erschrak.
„Ist da jemand?“, fragte er:
„Das will ich meinen“, lautete die Antwort.
„Schauen Sie einmal nach unten.“
Der kleine Weihnachtsengel folgte dieser Aufforderung und erblickte zu Füßen des Christbaumes einen großen, bunt gekleideten Herrn mit einem entsetzlich breiten Mund.
„Ich bin ein Weihnachtsengel“, stellte sich der Weihnachtsengel vor „Und wer sind Sie?“
Der bunt gekleidete Herr war empört über diese Frage.
Er vertrat nämlich die Ansicht, jeder auf der Welt müsse ihn kennen.
„Na, hören Sie mal!“, sagte er.
„Kennen Sie etwa mich, den Nussknacker, nicht? Ich bin eine der berühmtesten Persönlichkeiten aller Zeiten.“ Und bei diesen Worten klapperte er abscheulich mit seinem breiten Mund.
„Entschuldigen Sie vielmals“, sagte der WEIHNACHTSENGEL:
„Ich habe Sie wirklich noch nie in meinem Leben gesehen.“
„Ich dachte es mir“, erwiderte der Nussknacker. „Sie sehen auch ziemlich dumm aus und arm scheinen Sie obendrein zu sein.“
Er wandte sich an einen Herrn, der neben ihm stand. „Was meinen Sie dazu, Herr Räuchermännchen?“
Das Räuchermännchen sah aus wie ein Nachtwächter.
Es trug einen breitkrämpigen Hut, einen langen Mantel, ein Nachtwächterhorn und es paffte aus einer langen Großvaterpfeife!“
„Mich geht das nichts an!“, brummelte das Räuchermännchen und stieß eine dicke Rauchwolke von sich.
„Aber wenn Sie mich fragen, so meine ich, ein wenig Farbe könnte nicht schaden.“
Der Nussknacker lachte laut auf. „Ja, sehen Sie mich an, meine prächtige Uniform!“, rief er.
„Ein roter Rock mit goldenen Tressen, eine blaue Hose und ein herrlich langer Säbel. Auf meiner Brust erblicken sie silberne und goldene Orden und meine Mütze ist aus edlem Pelzwerk.“
Da musste der kleine Weihnachtsengel dem Nussknacker Recht geben. Er war wirklich ein schmucker Herr, der sich sehen lassen konnte. Der kleine Weihnachtsengel hingegen trug nur ein schlichtes Hemdkleid, das ihm bis zu den Füßen reichte. Auf dem Rücken hatte er zwei Flügel und das einzig Farbige an ihm waren seine rosa Bäckchen. Und das war nun wahrhaftig nicht viel.
Der kleine Weihnachtsengel schämte sich, dass er so einfach gekleidet war, viel einfacher noch als das Räuchermännchen, das immerhin zum grünen Mantel einen blauen Hut trug, das ein goldenes Horn besaß und eine braune Pfeife zum Räuchern.
„Es ist wirklich traurig, wenn man so aussieht, wie Sie“, meckerte der Nussknacker, klapperte mit seinem breiten Mund, wackelte mit dem Kopf und fragte:
„Sind Sie wenigstens zu etwas nütze?“
Der Weihnachtsengel wusste nicht, was das ist, zu etwas nütz sein.
Er musste es sich vom Nussknacker erklären lassen. Zu etwas nütze sein, so erläuterte ihm der Nussknacker, das sei, wenn man eine gewichtige Aufgabe zu erfüllen habe wie er zum Beispiel:
„Ich knacke nämlich Nüsse“, sagte der Nussknacker und plusterte sich dabei gewaltig auf; denn er war der Meinung, Nüsse knacken sei überhaupt die wichtigste Beschäftigung der Welt.
„Knacken Sie vielleicht Nüsse?“ fragte der den Weihnachtsengel.
„Nein“, antwortete der Weihnachtsengel leise, „Ich knacke keine Nüsse.“
„Das war mir von Anfang an klar!“, rief der Nussknacker. Sie haben auch einen viel zu kleinen Mund.“
Er blickte triumphierend in die Runde, als suche er Beifall für seine Worte. Aber nur das Räuchermännchen nickte mit dem Kopf und meinte, so einfach sei es eben nicht, zu etwas nütze zu sein.
Und das Räuchermännchen fragte den Weihnachtsengel, ob er denn vielleicht räuchern und für einen guten Duft in der Weihnachtsstube sorgen könne. Der Weihnachtsengel musste gestehen, dass er auch nicht zu räuchern verstehe.
„Dann können wir leider nicht mit Ihnen verkehren!“, rief hochnäsig der Nussknacker.
„Wir unterhalten uns nur mit Leuten, die farbenprächtig gekleidet sind, wie es sich gehört, und die zu etwas nütze sind.“ Das Räuchermännchen nickte zu diesen Worten und stieß dicke Rauchwolken aus, während der Nussknacker mit dem breiten Mund klapperte.
Eine winzige Träne kullerte dem kleinen Weihnachtsengel über das Gesicht.
Er wandte sich hilfesuchend an den Nussknacker und fragte:
„Was soll ich tun? Was raten Sie mir?“
Der Nussknacker lachte hämisch und sagte:
„Ich an Ihrer Stelle würde rasch zurückkehren in den Pappkarton, der auf dem Speicher steht.“
Ehe aber der Weihnachtsengel diesen bösen Rat befolgen konnte, öffnete sich die Tür der Weihnachtsstube.
Der Vater trat ein, nahm ein Zündholz und steckte die Kerzen in Brand. Dann läutete er mit einer kleinen Porzellanglocke und die Mutter kam mit den Kindern ins Zimmer. Alle sangen gemeinsam ein Weihnachtslied und jedes der Kinder musste ein Gedicht aufsagen. Thomas aber, der Jüngste, blieb mitten in seinem Gedicht stecken.
Er hatte den Weihnachtsengel im Baum entdeckt und glücklich rief er:
„Oh Mutti, ist der schön!“ Bums - machte es da.
Der Nussknacker war vor Ärger umgefallen und das Räuchermännchen verschluckte sich vor Schreck am Rauch und musste husten. Aber niemand kümmerte sich um sie.
Alle betrachteten den kleinen Weihnachtsengel. Dessen Wangen aber röteten sich vor Freude noch mehr. Er wusste nun, dass man nicht unbedingt bunt sein und mit einem breiten Mund klappern muss.
Auch ein schlichter Weihnachtsengel ist schön. Thomas hatte es gesagt.
Und nützlich? Na, ist es nichts, wenn einer einen kleinen Buben glücklich macht?
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
37.) Der Engel der nicht singen wollte
von Werner Reiser
Als die Menge der himmlischen Heerscharen über den Feldern von Betlehem jubelte:
"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden", hörte ein kleiner Engel plötzlich zu singen auf. Obwohl er im unendlichen Chor nur eine kleine Stimme war, machte sich sein Schweigen doch bemerkbar. Engel singen in geschlossenen Reihen, da fällt jede Lücke sogleich auf. Die Sänger neben ihm stutzten und setzten ebenfalls aus. Das Schweigen pflanzte sich rasch fort und hätte beinahe den ganzen Chor ins Wanken gebracht, wenn nicht einige unbeirrbare Großengel mit kräftigem Anschwellen der Stimmen den Zusammenbruch des Gesanges verhindert hätten.
Einer von ihnen ging dem gefährlichen Schweigen nach. Mit bewährtem Kopfnicken ordnete er das weitere Singen in der Umgebung und wandte sich dem kleinen Engel zu.
Warum willst du nicht singen?" fragte er ihn streng. Er antwortete:
"Ich wollte ja singen. Ich habe meinen Part gesungen bis zum "Ehre sei Gott in der Höhe". Aber als dann das mit dem "Frieden auf Erden unter den Menschen" kam, konnte ich nicht mehr weiter mitsingen. Auf einmal sah ich die vielen Soldaten in diesem Land und in allen Ländern. Immer und überall verbreiten sie Krieg und Schrecken, bringen Junge und Alte um und nennen das Frieden. Und auch wo nicht Soldaten sind, herrschen Streit und Gewalt, fliegen Fäuste und böse Worte zwischen den Menschen und regiert die Bitterkeit gegen Andersdenkende. Es ist nicht wahr, dass auf Erden Friede unter den Menschen ist, und ich singe nicht gegen meine Überzeugung! Ich merke doch den Unterschied zwischen dem, was wir singen, und dem, was auf Erden ist. Er ist für mein Empfinden zu groß, und ich halte diese Spannung nicht länger aus."
Der große Engel schaute ihn lange schweigend an. Er sah wie abwesend aus. Es war, als ob er auf eine höhere Weisung lauschen würde. Dann nickte er und begann zu reden:
"Gut. Du leidest am Zwiespalt zwischen Himmel und Erde, zwischen der Höhe und der Tiefe. So wisse denn, dass in dieser Nacht eben dieser Zwiespalt überbrückt wurde. Dieses Kind, das geboren wurde und um dessen Zukunft du dir Sorgen machst, soll unseren Frieden in die Welt bringen. Gott gibt in dieser Nacht seinen Frieden allen und will auch den Streit der Menschen gegen ihn beenden. Deshalb singen wir, auch wenn die Menschen dieses Geheimnis mit all seinen Auswirkungen noch nicht hören und verstehen. Wir übertönen mit unserem Gesang nicht den Zwiespalt, wie du meinst. Wir singen das neue Lied." Der kleine Engel rief: "Wenn es so ist, singe ich gerne weiter."
Der Große schüttelte den Kopf und sprach: "Du wirst nicht mitsingen. Du wirst einen anderen Dienst übernehmen. Du wirst nicht mit uns in die Höhe zurückkehren. Du wirst von heute an den Frieden Gottes und dieses Kindes zu den Menschen tragen. Tag und Nacht wirst du unterwegs sein. Du sollst an ihre Häuser pochen und ihnen die Sehnsucht nach ihm in die Herzen legen. Du musst bei ihren trotzigen und langwierigen Verhandlungen dabeisein und mitten ins Gewirr der Meinungen und Drohungen deinen Gedanken fallen lassen. Du mußt ihre heuchlerischen Worte aufdecken und die anderen gegen die falschen Töne misstrauisch machen. Sie werden dir die Türe weisen, aber du wirst auf den Schwellen sitzen bleiben und hartnäckig warten. Du musst die Unschuldigen unter deine Flügel nehmen und ihr Geschrei an uns weiterleiten. Du wirst nichts zu singen haben, du wirst viel zu weinen und zu klagen haben. Du hast es so gewollt. Du liebst die Wahrheit mehr als das Gotteslob. Dieses Merkmal deines Wesens wird nun zu deinem Auftrag. Und nun geh. Unser Gesang wird dich begleiten, damit du nie vergisst es, dass der Friede in dieser Nacht zur Welt gekommen ist."
Der kleine Engel war unter diesen Worten zuerst noch kleiner, dann aber größer und größer geworden, ohne dass er es selber merkte. Er setzte seinen Fuß auf die Felder von Betlehem. Er wanderte mit den Hirten zu dem Kind in der Krippe und öffnete ihnen die Herzen, dass sie verstanden, was sie sahen. Dann ging er in die weite Welt und begann zu wirken. Angefochten und immer neu verwundet, tut er seither seinen Dienst und sorgt dafür, dass die Sehnsucht nach dem Frieden nie mehr verschwindet, sondern wächst, Menschen beunruhigt und dazu antreibt, Frieden zu suchen und zu schaffen. Wer sich ihm öffnet und ihm hilft, hört plötzlich wie von ferne einen Gesang, der ihn ermutigt, das Werk des Friedens unter den Menschen weiterzuführen.
von Werner Reiser
Als die Menge der himmlischen Heerscharen über den Feldern von Betlehem jubelte:
"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden", hörte ein kleiner Engel plötzlich zu singen auf. Obwohl er im unendlichen Chor nur eine kleine Stimme war, machte sich sein Schweigen doch bemerkbar. Engel singen in geschlossenen Reihen, da fällt jede Lücke sogleich auf. Die Sänger neben ihm stutzten und setzten ebenfalls aus. Das Schweigen pflanzte sich rasch fort und hätte beinahe den ganzen Chor ins Wanken gebracht, wenn nicht einige unbeirrbare Großengel mit kräftigem Anschwellen der Stimmen den Zusammenbruch des Gesanges verhindert hätten.
Einer von ihnen ging dem gefährlichen Schweigen nach. Mit bewährtem Kopfnicken ordnete er das weitere Singen in der Umgebung und wandte sich dem kleinen Engel zu.
Warum willst du nicht singen?" fragte er ihn streng. Er antwortete:
"Ich wollte ja singen. Ich habe meinen Part gesungen bis zum "Ehre sei Gott in der Höhe". Aber als dann das mit dem "Frieden auf Erden unter den Menschen" kam, konnte ich nicht mehr weiter mitsingen. Auf einmal sah ich die vielen Soldaten in diesem Land und in allen Ländern. Immer und überall verbreiten sie Krieg und Schrecken, bringen Junge und Alte um und nennen das Frieden. Und auch wo nicht Soldaten sind, herrschen Streit und Gewalt, fliegen Fäuste und böse Worte zwischen den Menschen und regiert die Bitterkeit gegen Andersdenkende. Es ist nicht wahr, dass auf Erden Friede unter den Menschen ist, und ich singe nicht gegen meine Überzeugung! Ich merke doch den Unterschied zwischen dem, was wir singen, und dem, was auf Erden ist. Er ist für mein Empfinden zu groß, und ich halte diese Spannung nicht länger aus."
Der große Engel schaute ihn lange schweigend an. Er sah wie abwesend aus. Es war, als ob er auf eine höhere Weisung lauschen würde. Dann nickte er und begann zu reden:
"Gut. Du leidest am Zwiespalt zwischen Himmel und Erde, zwischen der Höhe und der Tiefe. So wisse denn, dass in dieser Nacht eben dieser Zwiespalt überbrückt wurde. Dieses Kind, das geboren wurde und um dessen Zukunft du dir Sorgen machst, soll unseren Frieden in die Welt bringen. Gott gibt in dieser Nacht seinen Frieden allen und will auch den Streit der Menschen gegen ihn beenden. Deshalb singen wir, auch wenn die Menschen dieses Geheimnis mit all seinen Auswirkungen noch nicht hören und verstehen. Wir übertönen mit unserem Gesang nicht den Zwiespalt, wie du meinst. Wir singen das neue Lied." Der kleine Engel rief: "Wenn es so ist, singe ich gerne weiter."
Der Große schüttelte den Kopf und sprach: "Du wirst nicht mitsingen. Du wirst einen anderen Dienst übernehmen. Du wirst nicht mit uns in die Höhe zurückkehren. Du wirst von heute an den Frieden Gottes und dieses Kindes zu den Menschen tragen. Tag und Nacht wirst du unterwegs sein. Du sollst an ihre Häuser pochen und ihnen die Sehnsucht nach ihm in die Herzen legen. Du musst bei ihren trotzigen und langwierigen Verhandlungen dabeisein und mitten ins Gewirr der Meinungen und Drohungen deinen Gedanken fallen lassen. Du mußt ihre heuchlerischen Worte aufdecken und die anderen gegen die falschen Töne misstrauisch machen. Sie werden dir die Türe weisen, aber du wirst auf den Schwellen sitzen bleiben und hartnäckig warten. Du musst die Unschuldigen unter deine Flügel nehmen und ihr Geschrei an uns weiterleiten. Du wirst nichts zu singen haben, du wirst viel zu weinen und zu klagen haben. Du hast es so gewollt. Du liebst die Wahrheit mehr als das Gotteslob. Dieses Merkmal deines Wesens wird nun zu deinem Auftrag. Und nun geh. Unser Gesang wird dich begleiten, damit du nie vergisst es, dass der Friede in dieser Nacht zur Welt gekommen ist."
Der kleine Engel war unter diesen Worten zuerst noch kleiner, dann aber größer und größer geworden, ohne dass er es selber merkte. Er setzte seinen Fuß auf die Felder von Betlehem. Er wanderte mit den Hirten zu dem Kind in der Krippe und öffnete ihnen die Herzen, dass sie verstanden, was sie sahen. Dann ging er in die weite Welt und begann zu wirken. Angefochten und immer neu verwundet, tut er seither seinen Dienst und sorgt dafür, dass die Sehnsucht nach dem Frieden nie mehr verschwindet, sondern wächst, Menschen beunruhigt und dazu antreibt, Frieden zu suchen und zu schaffen. Wer sich ihm öffnet und ihm hilft, hört plötzlich wie von ferne einen Gesang, der ihn ermutigt, das Werk des Friedens unter den Menschen weiterzuführen.
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
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... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
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Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
38.) Der kleine Schutzengel
von Sieglinde Breitschwerdt
Sehnsüchtig sah Emanuel zu, wie wieder viele Engel die Himmelsleiter hinabstiegen. Sie beeilten sich, wollten rechtzeitig an Ort und Stelle sein, um die Neugeborenen zu beschützen.
"Ach, was würde ich dafür geben, wenn ich auch ein Schutzengel sein dürfte", seufzte er.
"Aber ich habe ja noch nicht einmal Flügel!"
"Emanuel, komm zu mir!" rief Erzengel Gabriel. Er nahm den Kleinen an die Hand und führte ihn zur himmlischen Kleiderkammer. Weiße Gewänder, Flügelpaare und Heiligenscheine wurden dort aufbewahrt.
Gabriel suchte für ihn ein passendes Gewand, Flügelchen und einen Heiligenschein aus. Er half ihm beim Anziehen, steckte die Flügelchen fest und sagte:
"So mein Kleiner, jetzt bist du ein Schutzengel!"
Emanuel hüpfte vor lauter Freude im Kreis und fragte aufgeregt: "Wohin schickst du mich?"
Gabriel zeigte in die Ferne. Am Himmel leuchtete ein wunderschöner Stern mit einem langen silbernen Schweif:
"Folge immer diesem Stern, solange, bis er stehen bleibt. Dort wird heute Nacht ein neuer, großer König geboren! Er wird für alle Menschen der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung sein!"
Ein König, dachte Emanuel und ihm wurde ganz bange:
"Braucht ein großer König nicht auch einen großen Schutzengel?"
Der Erzengel lächelte und drückte ihm sanft den Heiligenschein aufs Haupt:
"Nein, nein! Ein kleiner König und ein kleiner Engel passen gut zusammen!"
Wenig später kletterte Emanuel die Himmelsleiter hinab und folgte immer dem großen Stern.
Ich werde auf meinen König gut aufpassen, dachte er. Wehe, wenn ihm einer etwas tut, dann verhau' ich ... Erschrocken hielt er inne. Ein richtiger Engel durfte so etwas nicht einmal denken.
Hin und wieder schaute er zum Himmel. Er bemerkte, dass der Stern allmählich langsamer wurde. Erstaunt blickte er sich um. Nirgends sah er einen Palast, oder wenigstens ein großes vornehmes Haus?
Er kam durch ein kleines Dorf. Die meisten Häuser waren alt und verfallen, in denen nur arme Leute wohnten.
Neben einem Gasthof stand ein Stall; über ihm blieb der Stern stehen.
Geduldig wartete er darauf, daß der Stern weiterwandern würde. Aber nichts geschah.
Oh mein Gott, durchfuhr es ihn, ich bin dem falschen Stern gefolgt! Vielleicht habe ich mich verlaufen? Ratlos setzte er sich nieder.
Da fiel ihm der kleine König ein, den er beschützen sollte.
Emanuel war so traurig, dass er bitterlich weinte.
Plötzlich fühlte er etwas Weiches an seinem Knie. Ein Schaf rieb sein Köpfchen daran.
"Warum bist du so traurig, kleiner Engel?" fragte es.
"Ich habe mich verlaufen!" schluchzte er.
"Verlaufen?" blökte das Schaf verwundert.
Er nickte.
"Irgendwo wird ein neuer König geboren, und nun hat er keinen Schutzengel, weil ich den Palast nicht finden kann!"
Emanuel nahm den Zipfel seines Gewands und schneuzte sich.
"Im Stall wird auch ein Kind geboren! Aber das sind sehr arme Leute!" mähte das Schaf.
"Sie kamen mit einem Esel aus einer fernen Stadt!"
Emanuel sah sich um. Er entdeckte auch keinen anderen Engel.
Er streichelte dem Schaf über das Köpfchen und murmelte:
"Das arme Kind. Kein Schutzengelchen weit und breit!"
"Dann beschütze doch du das Kind!" schlug das Schaf vor.
"Arme Leute haben es nicht leicht im Leben!"
Er nickte. Das Schaf hatte recht. Der kleine Engel stand auf und ging in den Stall. Ein Ochse und ein Esel lagen im Stroh.
Ein älterer Mann stand neben seiner junge Frau, die ihr Kind in die Krippe legte. Emanuel trat näher und sah sich das Neugeborene genauer an. Es war ein hübscher kleiner Junge.
Plötzlich hörte er Räderknirschen, Hufgetrampel und Gewieher; dem folgten Fanfarenstöße und Herolde riefen:
"Macht Platz für die Könige!"
Prunkvoll geschmückte Pferde und Kamele hielten vor dem Stall.
Drei Könige in kostbare Gewänder gehüllt, mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern, betraten den ärmlichen Raum. Sie beglückwünschten die Eltern zur Geburt ihres Kindes und überreichten Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Es waren Geschenke für das Neugeborene.
Sie knieten vor der Krippe nieder und jeder König küsste dem kleinen Jungen das Händchen.
Wenig später kamen Hirten. Als sie das Kind in der Krippe sahen, gaben sie ihm alles, was sie hatten:
Brot und Käse, Früchte und Wein, dann knieten auch sie nieder.
Ehrfurchtsvoll und staunend hatte Emanuel alles beobachtet.
Sein kleiner Schützling musste schon etwas Besonderes sein, wenn Könige wie Hirten gleichermaßen vor ihm niederknieten.
Er beugte sich etwas vor - und das Kind lächelte ihn an.
Ich habe mich doch nicht verlaufen, dachte der kleine Schutzengel überglücklich.
Ich bin auch nicht dem falschen Stern gefolgt.
Er ist der neue große König, der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, und ich... ich ... ich darf ihn beschützen!
von Sieglinde Breitschwerdt
Sehnsüchtig sah Emanuel zu, wie wieder viele Engel die Himmelsleiter hinabstiegen. Sie beeilten sich, wollten rechtzeitig an Ort und Stelle sein, um die Neugeborenen zu beschützen.
"Ach, was würde ich dafür geben, wenn ich auch ein Schutzengel sein dürfte", seufzte er.
"Aber ich habe ja noch nicht einmal Flügel!"
"Emanuel, komm zu mir!" rief Erzengel Gabriel. Er nahm den Kleinen an die Hand und führte ihn zur himmlischen Kleiderkammer. Weiße Gewänder, Flügelpaare und Heiligenscheine wurden dort aufbewahrt.
Gabriel suchte für ihn ein passendes Gewand, Flügelchen und einen Heiligenschein aus. Er half ihm beim Anziehen, steckte die Flügelchen fest und sagte:
"So mein Kleiner, jetzt bist du ein Schutzengel!"
Emanuel hüpfte vor lauter Freude im Kreis und fragte aufgeregt: "Wohin schickst du mich?"
Gabriel zeigte in die Ferne. Am Himmel leuchtete ein wunderschöner Stern mit einem langen silbernen Schweif:
"Folge immer diesem Stern, solange, bis er stehen bleibt. Dort wird heute Nacht ein neuer, großer König geboren! Er wird für alle Menschen der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung sein!"
Ein König, dachte Emanuel und ihm wurde ganz bange:
"Braucht ein großer König nicht auch einen großen Schutzengel?"
Der Erzengel lächelte und drückte ihm sanft den Heiligenschein aufs Haupt:
"Nein, nein! Ein kleiner König und ein kleiner Engel passen gut zusammen!"
Wenig später kletterte Emanuel die Himmelsleiter hinab und folgte immer dem großen Stern.
Ich werde auf meinen König gut aufpassen, dachte er. Wehe, wenn ihm einer etwas tut, dann verhau' ich ... Erschrocken hielt er inne. Ein richtiger Engel durfte so etwas nicht einmal denken.
Hin und wieder schaute er zum Himmel. Er bemerkte, dass der Stern allmählich langsamer wurde. Erstaunt blickte er sich um. Nirgends sah er einen Palast, oder wenigstens ein großes vornehmes Haus?
Er kam durch ein kleines Dorf. Die meisten Häuser waren alt und verfallen, in denen nur arme Leute wohnten.
Neben einem Gasthof stand ein Stall; über ihm blieb der Stern stehen.
Geduldig wartete er darauf, daß der Stern weiterwandern würde. Aber nichts geschah.
Oh mein Gott, durchfuhr es ihn, ich bin dem falschen Stern gefolgt! Vielleicht habe ich mich verlaufen? Ratlos setzte er sich nieder.
Da fiel ihm der kleine König ein, den er beschützen sollte.
Emanuel war so traurig, dass er bitterlich weinte.
Plötzlich fühlte er etwas Weiches an seinem Knie. Ein Schaf rieb sein Köpfchen daran.
"Warum bist du so traurig, kleiner Engel?" fragte es.
"Ich habe mich verlaufen!" schluchzte er.
"Verlaufen?" blökte das Schaf verwundert.
Er nickte.
"Irgendwo wird ein neuer König geboren, und nun hat er keinen Schutzengel, weil ich den Palast nicht finden kann!"
Emanuel nahm den Zipfel seines Gewands und schneuzte sich.
"Im Stall wird auch ein Kind geboren! Aber das sind sehr arme Leute!" mähte das Schaf.
"Sie kamen mit einem Esel aus einer fernen Stadt!"
Emanuel sah sich um. Er entdeckte auch keinen anderen Engel.
Er streichelte dem Schaf über das Köpfchen und murmelte:
"Das arme Kind. Kein Schutzengelchen weit und breit!"
"Dann beschütze doch du das Kind!" schlug das Schaf vor.
"Arme Leute haben es nicht leicht im Leben!"
Er nickte. Das Schaf hatte recht. Der kleine Engel stand auf und ging in den Stall. Ein Ochse und ein Esel lagen im Stroh.
Ein älterer Mann stand neben seiner junge Frau, die ihr Kind in die Krippe legte. Emanuel trat näher und sah sich das Neugeborene genauer an. Es war ein hübscher kleiner Junge.
Plötzlich hörte er Räderknirschen, Hufgetrampel und Gewieher; dem folgten Fanfarenstöße und Herolde riefen:
"Macht Platz für die Könige!"
Prunkvoll geschmückte Pferde und Kamele hielten vor dem Stall.
Drei Könige in kostbare Gewänder gehüllt, mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern, betraten den ärmlichen Raum. Sie beglückwünschten die Eltern zur Geburt ihres Kindes und überreichten Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Es waren Geschenke für das Neugeborene.
Sie knieten vor der Krippe nieder und jeder König küsste dem kleinen Jungen das Händchen.
Wenig später kamen Hirten. Als sie das Kind in der Krippe sahen, gaben sie ihm alles, was sie hatten:
Brot und Käse, Früchte und Wein, dann knieten auch sie nieder.
Ehrfurchtsvoll und staunend hatte Emanuel alles beobachtet.
Sein kleiner Schützling musste schon etwas Besonderes sein, wenn Könige wie Hirten gleichermaßen vor ihm niederknieten.
Er beugte sich etwas vor - und das Kind lächelte ihn an.
Ich habe mich doch nicht verlaufen, dachte der kleine Schutzengel überglücklich.
Ich bin auch nicht dem falschen Stern gefolgt.
Er ist der neue große König, der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, und ich... ich ... ich darf ihn beschützen!
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
- frische Luft
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- Registriert: Di 3. Okt 2023, 09:07
Re: Jeden Tag eine NEUE Geschichte ! ENDE ist am 24. Dezember
39.) Was wir uns schenken werden
Autor: Ephraim Kishon
Damit Klarheit herrscht:
Geld spielt bei uns keine Rolle, solange wir noch Kredit haben. Die Frage ist, was wir einander zu den vielen Festtagen des Jahres schenken sollen. Wir beginnen immer schon Monate vorher an Schlaflosigkeit zu leiden. Der Plunderkasten "Zur weiteren Verwendung" kommt ja für uns selbst nicht in Betracht. Es ist ein fürchterliches Problem.
Vor drei Jahren, zum Beispiel, schenkte mir meine Frau eine komplette Fechtausrüstung und bekam von mir eine zauberhafte Stehlampe. Ich fechte nicht. Vor zwei Jahren verfiel meine Frau auf eine Schreibtischgarnitur aus carrarischem Marmor - samt Briefbeschwerer, Brieföffner, Briefhalter und Briefmappe, während ich sie mit einer zauberhaften Stehlampe überraschte. Ich schreibe keine Briefe. Vorheriges Jahr erreichte die Krise ihren Höhepunkt, als ich meine Frau mit einer zauberhaften Stehlampe bedachte und sie mich mit einer persischen Wasserpfeife. Ich rauche nicht.
Heuer trieb uns die Suche nach passenden Geschenken beinahe in den Wahnsinn. Was sollten wir einander noch kaufen?
Gute Freunde informierten mich, dass sie meine Frau in lebhaftem Gespräch mit einem Grundstücksmakler gesehen hätten. Wir haben ein gemeinsames Bankkonto, für das meine Frau auch allein zeichnungsberechtigt ist. Erbleichend nahm ich sie zur Seite: "Liebling, das muss aufhören. Geschenke sollen Freude machen, aber keine Qual. Deshalb werden wir uns nie mehr den Kopf darüber zerbrechen, was wir einander schenken sollen. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen einem Feiertag und einem schottischen Kilt, den ich außerdem niemals tragen würde. Wir müssen vernünftig sein, wie es sich für Menschen unseres Intelligenzniveaus geziemt. Lass uns jetzt ein für alle Mal schwören, dass wir einander keine Geschenke mehr machen werden!"
Meine Frau fiel mir um den Hals und nässte ihn mit den Tränen der Dankbarkeit. Auch sie hatte an eine solche Lösung gedacht und hatte nur nicht gewagt, sie vorzuschlagen. Jetzt war das Problem für alle Zeiten gelöst. Am nächsten Tag fiel mir ein, dass ich meiner Frau zum bevorstehenden Fest doch etwas kaufen müsste. Als erstes dachte ich an eine zauberhafte Stehlampe, kam aber wieder davon ab, weil unsere Wohnung durch elf zauberhafte Stehlampen nun schon hinlänglich beleuchtet ist. Außer zauberhaften Stehlampen wüsste ich für meine Frau nichts Passendes oder höchstens ein Brillantdiadem - das einzige, was ihr noch fehlt.
Einem Zeitungsinserat entnahm ich die derzeit gängigen Preise und ließ auch diesen Gedanken wieder fallen.
Zehn Tage vor dem festlichen Datum ertappte ich meine Frau, wie sie ein enormes Paket in unsere Wohnung schleppte. Ich zwang sie, es auf der Stelle zu öffnen. Es enthielt pulverisierte Milch. Ich öffnete jede Dose und untersuchte den Inhalt mit Hilfe eines Siebes auf Manschettenknöpfe, Krawattennadeln und ähnliche Fremdkörper. Ich fand nichts. Trotzdem eilte ich am nächsten Morgen, von unguten Ahnungen erfüllt, zur Bank. Tatsächlich: Meine Frau hatte 260 Pfund von unserem Konto abgehoben, auf dem jetzt nur noch 80 Aguroth verblieben, die ich sofort abhob.
Heißer Zorn überkam mich. Ganz wie Du willst, fluchte ich in mich hinein. Dann kaufe ich dir also einen Astrachanpelz, der uns ruinieren wird. Dann beginne ich jetzt, Schulden zu machen, zu trinken und Kokain zu schnupfen. Ganz wie du willst. Gerade als ich nach Hause kam, schlich sich meine Frau, abermals mit einem riesigen Paket, durch die Hintertür ein. Ich stürzte auf sie zu, entwand ihr das Paket und riss es auf - natürlich. Herrenhemden. Eine Schere ergreifen und die Hemden zu Konfetti zerschneiden war eins. "Da - da!" stieß ich keuchend hervor. "Ich werde dich lehren, feierliche Schwüre zu brechen!" Meine Frau, die soeben meine Hemden aus der Wäscherei geholt hatte, versuchte einzulenken. "Wir sind erwachsene Menschen von hohem Intelligenzniveau", behauptete sie. "Wir müssen Vertrauen zueinander haben. Sonst ist es mit unserem Eheleben vorbei. "Ich brachte die Rede auf die abgehobenen 260 Pfund. Mit denen hätte sie ihre Schulden beim Friseur bezahlt, sagte sie.
Einigermaßen betreten brach ich das Gespräch ab. Wie schändlich von mir, meine kleine Frau, die beste Ehefrau von allen, so völlig grundlos zu verdächtigen. Das Leben kehrte wieder in seine normalen Bahnen zurück. Im Schuhgeschäft sagte man mir, dass man die gewünschten Schlangenschuhe für meine Frau ohne Kenntnis der Fußmaße nicht anfertigen könne, und ich sollte ein Paar alte Schuhe als Muster mitbringen. Als ich mich mit dem Musterpaar unterm Arm aus dem Haupttor drückte, sprang meine Frau, die dort auf der Lauer lag, mich hinterrücks an. Eine erregte Szene folgte. "Du charakterloses Monstrum!" sagte meine Frau. "zuerst wirfst du mir vor, dass ich mich nicht an unsere Abmachung halte, und dann brichst du sie selber! Wahrscheinlich würdest du mir auch noch Vorwürfe machen, weil ich dir nichts geschenkt habe ..." So konnte es nicht weitergehen. Wir erneuerten unseren Eid. Im hellen Schein der elf zauberhaften Stehlampen schworen wir uns, bestimmt und endgültig keine Geschenke zu kaufen.
Zum ersten Mal seit Monaten zog Ruhe in meine Seele ein. - Am Nächsten Morgen folgte ich meiner Frau heimlich auf ihrem Weg nach Jaffa und war sehr erleichtert, als ich sie ein Spezialgeschäft für Damenstrümpfe betreten sah. Fröhlich pfeifend kehrte ich nach Hause zurück. Das Fest stand bevor und es würde keine Überraschung geben. Endlich! Auf dem Heimweg machte ich einen kurzen Besuch bei einem befreundeten Antiquitätenhändler und kaufte eine kleine chinesische Vase aus der Ming-Periode.
Das Schicksal wollte es anders. Warum müssen die Autobusfahrer auch immer so unvermittelt stoppen. Ich versuchte die Scherben zusammenzuleimen, aber das klappte nicht recht. Umso besser. Wenigstens kann ich meine Frau keines Vertragsbruches zeihen.
Meine Frau empfing mich im Speisezimmer festlich gekleidet und mit glückstrahlendem Gesicht. Auf dem großen Speisezimmertisch sah ich, geschmackvoll arrangiert, einen neuen elektrischen Rasierapparat, drei Kugelschreiber, ein Schreibmaschinenfutteral aus Ziegenleder, eine Schachtel Skiwachs, einen Kanarienvogel komplett mit Käfig, eine Brieftasche, eine zauberhafte Stehlampe, einen Radiergummi und ein Koffergrammophon (das sie bei dem alten Strumpfhändler in Jaffa am Basar unter Der Hand gekauft hatte).
Ich stand wie gelähmt und brachte kein Wort hervor. Meine Frau starrte mich ungläubig an. Sie konnte es nicht fassen, dass ich mit leeren Händen gekommen war. Dann brach sie in konvulsivisches Schluchzen aus:
"Also so einer bist du. So behandelst du mich. Einmal in der Zeit könntest du mir eine kleine Freude machen - aber das fällt dir ja gar nicht ein. Pfui, pfui, pfui. Geh mir aus den Augen. Ich will dich nie wieder sehen ..."
Erst als sie geendet hatte, griff ich in die Tasche und zog die goldene Armbanduhr mit den Saphiren hervor.
Kleiner dummer Liebling.
Autor: Ephraim Kishon
Damit Klarheit herrscht:
Geld spielt bei uns keine Rolle, solange wir noch Kredit haben. Die Frage ist, was wir einander zu den vielen Festtagen des Jahres schenken sollen. Wir beginnen immer schon Monate vorher an Schlaflosigkeit zu leiden. Der Plunderkasten "Zur weiteren Verwendung" kommt ja für uns selbst nicht in Betracht. Es ist ein fürchterliches Problem.
Vor drei Jahren, zum Beispiel, schenkte mir meine Frau eine komplette Fechtausrüstung und bekam von mir eine zauberhafte Stehlampe. Ich fechte nicht. Vor zwei Jahren verfiel meine Frau auf eine Schreibtischgarnitur aus carrarischem Marmor - samt Briefbeschwerer, Brieföffner, Briefhalter und Briefmappe, während ich sie mit einer zauberhaften Stehlampe überraschte. Ich schreibe keine Briefe. Vorheriges Jahr erreichte die Krise ihren Höhepunkt, als ich meine Frau mit einer zauberhaften Stehlampe bedachte und sie mich mit einer persischen Wasserpfeife. Ich rauche nicht.
Heuer trieb uns die Suche nach passenden Geschenken beinahe in den Wahnsinn. Was sollten wir einander noch kaufen?
Gute Freunde informierten mich, dass sie meine Frau in lebhaftem Gespräch mit einem Grundstücksmakler gesehen hätten. Wir haben ein gemeinsames Bankkonto, für das meine Frau auch allein zeichnungsberechtigt ist. Erbleichend nahm ich sie zur Seite: "Liebling, das muss aufhören. Geschenke sollen Freude machen, aber keine Qual. Deshalb werden wir uns nie mehr den Kopf darüber zerbrechen, was wir einander schenken sollen. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen einem Feiertag und einem schottischen Kilt, den ich außerdem niemals tragen würde. Wir müssen vernünftig sein, wie es sich für Menschen unseres Intelligenzniveaus geziemt. Lass uns jetzt ein für alle Mal schwören, dass wir einander keine Geschenke mehr machen werden!"
Meine Frau fiel mir um den Hals und nässte ihn mit den Tränen der Dankbarkeit. Auch sie hatte an eine solche Lösung gedacht und hatte nur nicht gewagt, sie vorzuschlagen. Jetzt war das Problem für alle Zeiten gelöst. Am nächsten Tag fiel mir ein, dass ich meiner Frau zum bevorstehenden Fest doch etwas kaufen müsste. Als erstes dachte ich an eine zauberhafte Stehlampe, kam aber wieder davon ab, weil unsere Wohnung durch elf zauberhafte Stehlampen nun schon hinlänglich beleuchtet ist. Außer zauberhaften Stehlampen wüsste ich für meine Frau nichts Passendes oder höchstens ein Brillantdiadem - das einzige, was ihr noch fehlt.
Einem Zeitungsinserat entnahm ich die derzeit gängigen Preise und ließ auch diesen Gedanken wieder fallen.
Zehn Tage vor dem festlichen Datum ertappte ich meine Frau, wie sie ein enormes Paket in unsere Wohnung schleppte. Ich zwang sie, es auf der Stelle zu öffnen. Es enthielt pulverisierte Milch. Ich öffnete jede Dose und untersuchte den Inhalt mit Hilfe eines Siebes auf Manschettenknöpfe, Krawattennadeln und ähnliche Fremdkörper. Ich fand nichts. Trotzdem eilte ich am nächsten Morgen, von unguten Ahnungen erfüllt, zur Bank. Tatsächlich: Meine Frau hatte 260 Pfund von unserem Konto abgehoben, auf dem jetzt nur noch 80 Aguroth verblieben, die ich sofort abhob.
Heißer Zorn überkam mich. Ganz wie Du willst, fluchte ich in mich hinein. Dann kaufe ich dir also einen Astrachanpelz, der uns ruinieren wird. Dann beginne ich jetzt, Schulden zu machen, zu trinken und Kokain zu schnupfen. Ganz wie du willst. Gerade als ich nach Hause kam, schlich sich meine Frau, abermals mit einem riesigen Paket, durch die Hintertür ein. Ich stürzte auf sie zu, entwand ihr das Paket und riss es auf - natürlich. Herrenhemden. Eine Schere ergreifen und die Hemden zu Konfetti zerschneiden war eins. "Da - da!" stieß ich keuchend hervor. "Ich werde dich lehren, feierliche Schwüre zu brechen!" Meine Frau, die soeben meine Hemden aus der Wäscherei geholt hatte, versuchte einzulenken. "Wir sind erwachsene Menschen von hohem Intelligenzniveau", behauptete sie. "Wir müssen Vertrauen zueinander haben. Sonst ist es mit unserem Eheleben vorbei. "Ich brachte die Rede auf die abgehobenen 260 Pfund. Mit denen hätte sie ihre Schulden beim Friseur bezahlt, sagte sie.
Einigermaßen betreten brach ich das Gespräch ab. Wie schändlich von mir, meine kleine Frau, die beste Ehefrau von allen, so völlig grundlos zu verdächtigen. Das Leben kehrte wieder in seine normalen Bahnen zurück. Im Schuhgeschäft sagte man mir, dass man die gewünschten Schlangenschuhe für meine Frau ohne Kenntnis der Fußmaße nicht anfertigen könne, und ich sollte ein Paar alte Schuhe als Muster mitbringen. Als ich mich mit dem Musterpaar unterm Arm aus dem Haupttor drückte, sprang meine Frau, die dort auf der Lauer lag, mich hinterrücks an. Eine erregte Szene folgte. "Du charakterloses Monstrum!" sagte meine Frau. "zuerst wirfst du mir vor, dass ich mich nicht an unsere Abmachung halte, und dann brichst du sie selber! Wahrscheinlich würdest du mir auch noch Vorwürfe machen, weil ich dir nichts geschenkt habe ..." So konnte es nicht weitergehen. Wir erneuerten unseren Eid. Im hellen Schein der elf zauberhaften Stehlampen schworen wir uns, bestimmt und endgültig keine Geschenke zu kaufen.
Zum ersten Mal seit Monaten zog Ruhe in meine Seele ein. - Am Nächsten Morgen folgte ich meiner Frau heimlich auf ihrem Weg nach Jaffa und war sehr erleichtert, als ich sie ein Spezialgeschäft für Damenstrümpfe betreten sah. Fröhlich pfeifend kehrte ich nach Hause zurück. Das Fest stand bevor und es würde keine Überraschung geben. Endlich! Auf dem Heimweg machte ich einen kurzen Besuch bei einem befreundeten Antiquitätenhändler und kaufte eine kleine chinesische Vase aus der Ming-Periode.
Das Schicksal wollte es anders. Warum müssen die Autobusfahrer auch immer so unvermittelt stoppen. Ich versuchte die Scherben zusammenzuleimen, aber das klappte nicht recht. Umso besser. Wenigstens kann ich meine Frau keines Vertragsbruches zeihen.
Meine Frau empfing mich im Speisezimmer festlich gekleidet und mit glückstrahlendem Gesicht. Auf dem großen Speisezimmertisch sah ich, geschmackvoll arrangiert, einen neuen elektrischen Rasierapparat, drei Kugelschreiber, ein Schreibmaschinenfutteral aus Ziegenleder, eine Schachtel Skiwachs, einen Kanarienvogel komplett mit Käfig, eine Brieftasche, eine zauberhafte Stehlampe, einen Radiergummi und ein Koffergrammophon (das sie bei dem alten Strumpfhändler in Jaffa am Basar unter Der Hand gekauft hatte).
Ich stand wie gelähmt und brachte kein Wort hervor. Meine Frau starrte mich ungläubig an. Sie konnte es nicht fassen, dass ich mit leeren Händen gekommen war. Dann brach sie in konvulsivisches Schluchzen aus:
"Also so einer bist du. So behandelst du mich. Einmal in der Zeit könntest du mir eine kleine Freude machen - aber das fällt dir ja gar nicht ein. Pfui, pfui, pfui. Geh mir aus den Augen. Ich will dich nie wieder sehen ..."
Erst als sie geendet hatte, griff ich in die Tasche und zog die goldene Armbanduhr mit den Saphiren hervor.
Kleiner dummer Liebling.
Zuletzt geändert von frische Luft am Di 23. Dez 2025, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
... AN DIE KÜSTE
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.
Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise !
Höchste Zeit ist’s!
Reise, reise
Wilhelm Busch, *15.04.1832, gest. 09.01.1908.

